Was es heißt, eine Welterbestätte zu sein

Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender

Kunst- und Welterbedidaktikerin,  Universität Paderborn

"Was heißt es, eine Welterbestätte zu sein?"

Das ist eine Kernfrage unseres Vereines. Frau Dr. Ströter-Bender von der „World Heritage Education“ und Professorin für Kunst und Didaktik in Paderborn konnte uns in Ihrem Vortrag am 19. Januar  Aspekte aufzeigen, die weit über das bloße Erhalten von Weltkulturerbeobjekten hinaus gehen. Für sie ist zentraler Auftrag die Bildungsarbeit an ihnen. An zahlreichen Beispielen aus ihrem Erfahrungsbereich zeigte sie, wie erschließende Arbeit der nachwachsenden Generation die reichhaltigen Bezüge, die  solchen Objekten innewohnen, sichtbar und verständlich werden, seien sie historischer, sozialer oder politischer neben der insbesondere kulturellen Bedeutung. Verständlich wird so erst, was eine Zerstörung bedeutet  - und unser Jahrhundert ist reich darin - und welche Fragen und Argumente bei einer Wiederherstellung zu diskutieren sind. Durch solche Bildungsarbeit wird der Blick auf andere Kulturkreise und ihre Bezüge über alle Grenzen hinweg möglich, ganz im Sinne der UNESCO zur Völkerverständigung.
In der anschließenden Diskussion konnten Vertreterinnen der Museumspädagogik der MHK zeigen, dass sie ganz in dem von Frau Dr. Ströter-Bender gewünschten Sinne arbeiten. Im Saal waren die von Kasseler Schülern erarbeiteten Museumskoffer zum Bergpark ausgestellt, eindrucksvolle Arbeiten, die aus einem von uns getragenen Wettbewerb entstanden waren. Ein sehr anschaulicher und anregender Abend, der auch gut besucht war. Walter Klonk

Lernen zum Welterbe Verständnis
Unter dem Titel „Was heißt es eine Welterbestätte zu sein – eine Bildungsoffensive für Generationen“ lud der Verein Bürger für das Welterbe zu einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender, Universität Paderborn ein. Trotz eisigen Wetters kamen viele Interessierte und folgten den Ausführungen der Referentin.  Diese erläuterte zunächst den Grundgedanken der UNESCO mit den mittlerweile über 1000 Auszeichnungen weltweit für den kulturellen Austausch, die Verständigung der Völker und damit auch für Toleranz und ein friedliches Miteinander einzutreten. Es geht bei diesen Prädikaten mitnichten nur um wirtschaftliche oder Tourismusförderung: Welterbestätten sind Lernorte, Erfahrungsstätten von Weltwissen.
Dazu müssen die Bürgerinnen und Bürger in ihrem Engagement für ihr kulturelles Erbe unterstützt werden und Menschen aller Altersgruppen über diese Bedeutung aufgeklärt werden. Die Vernetzung sowie der nationale und internationale Austausch der Welterbestätten sei unbedingt notwendig, so Ströter-Bender. Dies  könnte sich auch in einem Engagement für bedrohte oder zerstörte Welterbestätten wie im nahen Osten ausdrücken.
Ausdrücklich lobte sie den Verein für seine jahrelange Initiative und seine bisherige Bildungsarbeit. Der Verein nahm Anregungen zur weiteren Vernetzungsarbeit auf: z.B. sollten vor Ort auch die anderen historischen Parks besser gefördert und gewürdigt werden: Wilhelmsthal und die Karlsaue waren ursprünglich mit auf die Tentativliste der Unesco gemeldet worden. Dass die Grimmwelt das Weltdokumentenerbe beherbergt und Kassel somit zwei Welterbetitel besitzt, wird noch zu wenig nach außen getragen. Prof. Ströter-Bender ist im Rahmen der UNESCO Bildungsarbeit eine Beauftragte für die Weltdokumentenerbe.
Aber auch die Vernetzung mit den benachbarten Welterbestätten der Region soll wie bisher bisher durch die Aktivitäten des Vereins weiter gepflegt werden. Ebenso der internationale Austausch, der bereits durch die Ausstellungen des Kassler Kulturgesellschaften zu „ihren“ Welterbestätten im Foyer des Rathauses gezeigt wurde könnte intensiviert werden. Hierzu wäre auch die Unterstützung der kommunalen Kulturpolitik wünschneswert. Gisela Wiegand (Stellvertretende Vorsitzende)

Infos zur Arbeit von  Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender finden Sie unter:

http://groups.uni-paderborn.de/stroeter-bender/

 


Gartendenkmalpflege - Begriff und Aufgabenstellung und ihre Anwendung auf die Kasseler Parkanlagen, insbesondere der Wilhelmshöhe

Dipl.Ing. Peter Jordan Dipl.Ing. Landschaftsarchitekt bdla ö.b.u.v. Sachverständiger Monitoring-Beauftragter des AK Historische Gärten in der DGGLVortrag in Kassel im Juli 2006

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Vortrag zum Thema Gartendenkmalpflege.pd
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