Welterbe trifft documenta... (4.10.2016)

90 Gäste verfolgten gespannt das Gespräch zwischen Herrn Prof. Gerd Weiß und Frau Anette Kulenkampff in der "Alten Wache ", geschickt moderiert von Angela Makowski. Eine ausführliche Besprechung lesen Sie hier >>>


Die Pagode (14.09.2016)

Am Tag des offenen Denkmals, war es wieder soweit:  Die Pagode wurde geöffnet. Herr Fenner, Kunsthistoriker und Mitglied im Verein „Bürger für das Welterbe“  lud zu einem Streifzug in die Vergangenheit ein. "Geschichte zum Anfassen", das bietet der Denkmaltag allen Gästen in wohl einmaliger Weise. In einer fachkundigen Führung erläuterte Herr Fenner mit zahlreichen Abbildungen Hintergründe und wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Neuausmalung von 1933, die 2007 von der Museumslandschaft Hessen Kassel mit Unterstützung des Vereins Bürger für das Welterbe und in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen restauriert wurde. Dies gilt auch für die zurückgekehrte aber kopflose Buddhafigur.


Was es wohl  heißt eine Welterbstätte zu sein ?

Wieder einmal konnten Schülerinnen und Schüler des Engelsburggymnasiums mit ihrer Lehrerin Cordula Finke-Hölzl inspirierende Antworten auf diese Frage finden : Vor den Augen der am 7.Juli zahlreich erschienen Zuschauer entfalteten sie auf ihre Weise sprachlich, musikalisch und tänzerisch das ganze Spektrum des mit der Plutogrotte verbundenen Sagenschatzes.

Alle traten sie auf: die Olympier, unter ihnen natürlich Jupiter, der Herrscher des Olymps, dann Pluto und seine Frau Proserpina, die Beherrscher der Unterwelt. Tantalos und Sisyphos demonstrierten die Schrecken der von der Göttergemeinschaft am Ort der Unterwelt verhängten Strafen und die vergebliche Hoffnung auf ein Ende ihrer Qualen. Aus dem Dunkel des Grotteneingangs trat die Schreckgestalt des Höllenhundes und tanzten die Schatten der in die Unterwelt Verbannten.

Dies alles gab den Schülern Gelegenheit, ihre vielfältigen darstellerischen Fähigkeiten einzusetzen – ja zuletzt anschaulich zu machen, wie unendlich traurig der Sänger Orpheus gewesen sein musste , als er seine geliebte Eurydike unwiderruflich in dieser dunklen Welt zurücklassen musste.

Die Erinnerung an so viel traurige, unheimliche, erschreckende, aber auch anmutige und dazu musikalisch peppige Szenen wird die Schüler weiter begleiten und vielleicht wieder mal an diesen Ort zurückführen an dem sie als Kinder gespürt haben , wieviel sagenhaft Interessantes und Anrührendes in diesem unserem Welterbe zu entdecken ist .


Gartenlust -Literatur im Park (26.06.2016)

Referent: Michael Kaiser

„Pfaueninsel“ – „nichts als die abgewandte Seite der Großstadt“

 Lesung aus dem gleichnamigen preisgekrönten Roman von Thomas Hettche

 Zum zweiten Mal in Folge entrückte die „Gartenlust“ – Reihe ihre Zuhörer auf die Pfaueninsel in der Havel bei Potsdam, diesmal führte der Kasseler Rezitator Michael Kaiser die ( trotz Fußballspiel ) in großer Zahl erschienenen Zuhörer durch die märchenhaft erscheinende Welt der preußischen Königin Luise und ihrer Königskinder: ein vom pflanzenkundigen Hofgärtner Ferdinand Fintelmann geschaffenes Paradies – nach 1815 nochmals „verschönert“ vom rheinischen Preußen Peter J. Lenné.

Kaiser konnte mit seinem Vortrag eindrücklich vermitteln, wie dieses Paradies für die dort beheimateten Menschen – so das von der zeitgenössischen Schönheitsnorm abweichende zwergenhaft verkrüppelte „Schlossfräulein“ – unter den voyeuristischen Blicken der wachsenden Besucherzahl zur Fremde wird und doch zugleich Ort der Erinnerung und Freiheit bleibt.

 Die Musik des Ensembles Flügelschlag konnte diesen zwischen sommerlicher „Gartenlust“ und Melancholie schwankenden Text stimmungsvoll verstärken.

Lang anhaltender Applaus und Dankesworte unserer Vorsitzenden Brigitte Bergholter beschlossen einen gelungenen Abend.


Impressionen einer Führung: Die Insel Siebenbergen im Frühling

Karl-Heinz Freudenstein

 Die Führung fand bei den 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Anklang.

Karl-Heinz Freudenstein, Gärtnermeister und verantwortlich für die Insel Siebenbergen, führte über die Anlage.
Die Insel Siebenbergen im südlichen Teil der Karlsaue gelegen, weist eine große Pflanzenvielfalt auf. Die Anpflanzung lehnt sich an die Vorstellung des großen Botanikers Wilhelm Hentze (1793 – 1874), Gartendirektor des Kurfürsten Wilhelm I. (1777 – 1847) an, wobei den Pflanzen ein Standort gegeben wird, der möglichst ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Schon damals zur Zeit Hentzes hatte dies botanische Kleinod eine besondere Aufmerksamkeit über die Grenzen Kassels hinaus. Die Insel begeistert noch heute den Besucher durch einen beispielhaften Pflegezustand.