2017

Vortrag: Ansichtssache - Partie auf der Wilhelmshöhe (13.12.2017)

Referenten: Ursula Spielmann und Jürgen Fischer

Es ging am 13. Dezember 2017 um eine kleine Kulturgeschichte der Postkarte, die in der deutschen Kaiserzeit neu und sehr beliebt war.

Wer besuchte die Wilhelmshöhe?

Wer ging dort spazieren?

Wie kam man beispielsweise um 1900 dorthin?

Die „Ansichtssache“ folgte diesen Blickwinkeln.  Es wurden Ansichten auf Postkarten, Lithografien, Künstlerkarten und Fotos aus den letzten 150 Jahren vorgestellt. Haben sich die Motive im Laufe der Zeit verändert? Wer kauft und versendet heute Postkarten?

Ursula Spielmann und Jürgen Fischer haben in detektivischer Kleinarbeit viele Geheimnisse gelüftet. Sie erforschen die Geschichte der Postkarte. Dieser Vortrag in Kooperation mit dem Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde fand großen Anklang, was die zahlreichen Besucher und die aktive Beteiligung an der anschließenden Diskussion dokumentierten.


Führung: Scheingräber im Bergpark (25.11.2017)

Referent: Gerold Eppler (kommissarischer Leiter des Sepulkralmuseums und Vorsitzender des Stiftungsrates der Künstlernekropole)

Als in den 1980er Jahren der Kunstprofessor Harry Kramer nach einem Standort für seine Künstlernekropole suchte, zog man auch den Bergpark in Erwägung. Dieser Vorschlag war nicht abwegig: In der Parkanlage finden sich einige Bauwerke mit Bezügen zu antiken Grabbauten wie die Cestius-Pyramide oder das Grab des Virgil. Darüber hinaus kann der Besucher neben einer Grablege in mittelalterlichem Ambiente auch den Eingang in die römische Unterwelt inspizieren.

Bei dem Spaziergang bot sich die Gelegenheit, die „sepulkrale“ Seite des UNESCO-Weltkulturerbes kennenzulernen. Herr Eppler begeisterte die Teilnehmer mit interessanten Ausführungen zu antiken Grabbauten bei angenehmem Herbstwetter. 

Familienfest zum Start in den Bewerbungsprozess zur „Europäischen Kulturhauptstadt 2025 (28.10.2017)

Zu einem Familienfest unter dem Motto "REISEZIEL: EUROPA" waren am Samstag, 28. Oktober, ab 13 Uhr Menschen aller Generationen und Kulturen aus Kassel und der Region in den KulturBahnhof eingeladen. Das war unser Thema: „HERKULES IN EUROPA“Was hält Europa, was hält uns in Kassel zusammen? Man könnte sagen: Der Herkules! Wir haben „unseren“ Herkules auf der europäischen Landkarte positioniert und ihn mit Herkulesstatuen in anderen europäischen Städten wie u.a. Paris, Florenz, Prag oder Wien zusammengebracht. Es war der Versuch, die europäische Dimension unseres Wahrzeichens herauszuarbeiten und zu veranschaulichen.

 


Im Gespräch: Weltkulturerbe trifft  Weltdokumentenerbe - in Kooperation mit der Grimmwelt Kassel (26.10.2017)

 Susanne Völker

 Geschäfts- und Programmführerin,  GRIMMWELT KASSEL

 und  Prof.Dr.Jutta Ströter-Bender

 Kunst- und Welterbedidaktikerin,  Universität Paderborn

Kassel macht überregional von sich reden: Unsere Stadt wird weltweit als „Wunder“ mit „Weltkultur“ wahrgenommen. 2005 wurde das in Kassel beheimatete Handexemplar der Märchen der Brüder Grimm als „Memory oft the World“ unter besonderen Schutz gestellt, 2013 der „Bergpark, Herkules und Wasserspiele“ als herausragendes Zeugnis menschlicher Schaffenskraft mit der Eintragung in die UNESCO-Weltkulturerbeliste

geehrt. Welche Verpflichtungen, welche Möglichkeiten eröffnen sich den Verantwortlichen aus diesem Nebeneinander zweier weltweit - sozusagen „mit Blick von außen“ - höchst bewerteten Kulturgüter? Ist dies nicht ein Auftrag zur gemeinsamen Arbeit am Kulturprofil dieser Stadt und ein weiterer Impuls für eine Bildungsoffensive in die Stadtgesellschaft hinein? Darüber sprach Susanne Völker auf mit Jutta Ströter-Bender, in Kassel immer wieder zu Gast als kompetente Vertreterin der World Heritage Education. 


Vortrag: Verlorene Gärten - Außenanlagen des Klosters Eberbach (27.09.2017)

Referent: Stefan Bernard

Das Kloster Eberbach im Rheingau ist beinahe tausend Jahre alt und wurde  von strengen Zisterziensern erbaut. Es wurde im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Heute stellt das Kloster ein beeindruckendes, dichtes Gesamtkunstwerk mit Zeugnissen aus Romanik, Gotik und Barock inmitten satter, grüner Wälder dar. Das Konzept für die Neugestaltung der Außenanlagen folgt schlichter Klarheit,  der Beschränkung auf das Wesentliche und dem Anspruch,  überlieferte Schriften von Bernhard von Clairvaux atmosphärisch zu übersetzen.

Stefan Bernard studierte Architektur in Venedig, bevor er sich in Wien und Berlin zum Landschaftsarchitekten

ausbilden ließ. Seit 2001 ist er freiberuflich tätig.


UNESCO-Welterbetag im Juni Dorffest -  Von der Pagode bis zur Roseninsel (4.06.2017)

Gleichzeitig mit dem Herkulesjubiläum fand am 4. Juni der UNESCO-Welterbetag statt. Der Verein Bürger für

das Welterbe feierte an diesem Pfingstsonntag beides gemeinsam mit dem Bürgerverein Wilhelmshöhe und dem

Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe. Im Chinesischen Dorf Mulang veranstalteten die Vereine von der Pagode bis zur Roseninsel ein Dorffest mit zahlreichen Aktivitäten. Die Pagode und das Küchenhäuschen waren geöffnet. Neben dem Verkauf von Postkarten, einem Plan vom Dörfchen Mulang, selbst gebundenen Blumensträußen und der Mitmachhefte "Herkules" und "Bergpark" wurden Führungen in der Pagode und durch das Dorf angeboten.  Besonders beliebt war auch ein Angebot junger Chinesen, beim Anfertigen chinesischer Schriftzeichen zu helfen. Eine Schmuckdesignerin stellte dekorativen Welterbeschmuck vor. 

 

Das Parkdörfchen wurde von 1782 bis 1785 unter Landgraf Friedrich II. von dem Architekten Simon Louis du Ry erbaut. Es legt Zeugnis ab für die Chinabegeisterung an den europäischen Fürstenhöfen des 18. Jahrhunderts als schwärmerische Vorstellung von einem exotischen, friedlichen Riesenreich.


Führung: Das Ballhaus - vom Theater zur Konzerthalle  (7.05.2017)

Referentin: Barbara RicharzRiedl 

König Jérome beauftragte den jungen, klassizistischen Architekten Leo von Klenze mit der Errichtung eines Theaterbaus neben der Sommerresidenz Napoleonshöhe. Nach kurzer Nutzung durch den westfälischen Hof 1810 – 13 ließ der zurückgekehrte Kurfürst Wilhelm I. das Theater schließen. Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm II. wollte den zierlichen Bau erneut beleben, indem er ihn 1828 – 30 durch seinen Hofarchitekten Johann Conrad Bromeis zu einem prachtvoll ausgestatteten Ballhaus umgestalten ließ. Dieses fiel danach bald in einen Dornröschenschlaf. Erst eine gründliche Sanierung in den letzten Jahren gab das Ballhaus kürzlich der Öffentlichkeit zurück.
B. Richarz-Riedl, Kunsthistorikerin und Mitglied im Verein Bürger für das Welterbe, ist seit vielen Jahren als Dozentin für Kunst- und Kulturgeschichte in der Erwachsenenbildung um das kulturelle Erbe in Kassel bemüht.


Gartenlust -Literatur im Park: Im Garten der Romantik (28.05.2017)

Lesung aus dem gleichnamigen Buch von Hans von Trotha

Wasserfälle, Stromschnellen und Katarakte haben aus der Natur an den Hängen des Habichtswaldes einen überwältigenden Erlebnisraum werden lassen - dazu das Gebirge der neuen Wasserfälle, die schaurige Stimmung der Ruinen und Grabmale! Ein Kunstkosmos der wildromantischen Epoche! So sieht es die Welterbekommission der UNESCO.

Der Gartenschriftsteller Hans von Trotha  forderte

seine Leser heraus mit der Behauptung: Nein – einen „romantischen“ Garten – oder Park – gibt es nicht, hat es nie gegeben. Das alles geschieht so kundig und souverän, dass der Leser immer wieder innehält und sich verwundert fragt: Aber gibt es ihn nicht doch, den Garten der Romantik ? Wo aber finde ich ihn, wenn nicht im Bergpark Wilhelmshöhe


Führung: Dichterblüten im Abendschein (12.07.2017)

Referent: Gärtnermeister K.H. Freudenstein

Wenn die Sonne sich neigt und in die Geschäftigkeit des Tages Ruhe einkehrt, dann beginnt auf der Insel Siebenbergen ein besonderes Schauspiel. An diesem lyrischen Abend fiel der Blick auf jene Pflanzen, die den Schatten am Fuße der Bäume mit der Vielgestalt ihrer Blätter und Blüten erhellten. Begleitet von Gedichten und Zitaten gewann die Vegetation unter den Bäumen eine eigene Art der Betrachtung.

Auszubildende der Museumlandschaft Hessen Kassel rezitierten an verträumten Stellen der Insel Gedichte. An einem einladenden Ort wurde anschließend ein Imbiss bereitgestellt. 


Konzert: Herkuleskantate (21.05.2017)

Konzert: Johann Sebastian Bach (1685-1750)

 „Lasst uns sorgen, lasst uns wachen“ (BWV 213)

 „Herkuleskantate“

Aufführung im Ballhaus des Schlosses Wilhelmshöhe  aus Anlass des 300. Jubiläums der Errichtung der Herkulesfigur über Kassel

 Leitung:Prof. Gregor Hollmann

Ausführende:  Studierende der Musikakademie der Stadt Kassel, Konzertmeisterin Sylvie Kraus

 


Vortrag: Einige Drachen & andere Ungeheuer - Chinoiserien in den Kasseler Gärten (7.03.2017)

Referent: Gerd Fenner

Im 18. Jahrhundert bestand in Europa ein großes Interesse an China und seiner Kultur. Das ferne Land stellte man sich als vorbildlich regierten, friedlichen und zivilisierten Staat vor. Im Bereich der Kunst drückte sich die Idealisierung des exotischen Reiches in den beliebten Chinoiserien aus. Sie finden sich in vielfältiger Form in der Architektur, in Raumausstattungen und im Kunsthandwerk. Auch in den fürstlichen Schlössern und Gartenanlagen in Kassel gab und gibt es vielerlei Beispiele für die Chinamode der Zeit. So entstanden schon vor der Erbauung des noch erhaltenen „chinesischen Dorfs“ Moulang mit der Pagode im Bergpark Wilhelmshöhe in Wilhelmsthal Baulichkeiten von hoher künstlerischer Qualität.
Gerd Fenner, Kunsthistoriker und Mitglied im Vorstand der Bürger für das Welterbe, hat sich mit der Geschichte des chinesischen Dorfes intensiv befasst und kann über die Forschungsergebnisse berichten.


Vortrag: Herkules für alle Fälle (7.02.1017)

Ein Vortrag, der großen Anklang fand.

Ekkehard Jürgens

Imagewandel einer Heldenfigur in 2500 Jahren

Herkules für alle Fälle“ nannte der Kulturwissenschaftler Ekkehard Jürgens seinen Vortrag, mit dem die Veranstaltungsreihe des Vereins zum Herkulesjahr eröffnet wurde. Der große Saal der Volkshochschule war am 7. Februar bis auf den letzten Platz besetzt, die zahlreichen Gäste führten nach dem Vortrag noch interessante Diskussionen und hatten viele Nachfragen. Herr Jürgens zeigte auf, wie der griechische Held in anderen Städten und Ländern Europas gesehen wurde und welchen Image-Wandel er in den letzten 2500 Jahren erfahren hat. Der Vortrag wurde mit teilweise bizarren und wenig bekannten Bildern aus der europäischen Kunst- und Mediengeschichte illustriert. Für jede Zeitepoche wurden zwei oft sehr gegensätzliche Darstellungen des Helden ausgewählt. Der schillernde ambivalente Charakter des starken Mannes hat interessanterweise immer schon die Fantasie der Menschen beschäftigt und wirft ein Licht auf ihre Projektionen und Wünsche. Es ging bewusst nicht um den Kasseler Herkules, den Herkules Farnese, mit seiner ganz eigenen Ausstrahlung, die Landgraf Karl so inspirierte, dass er die Statue so  

monumental für sich und die Stadt präsentierte.Damit begann die Karriere des Herkules als Wahrzeichen für Kassel.