Herkuleskantate

Konzert: Johann Sebastian Bach (1685-1750)

 „Lasst uns sorgen, lasst uns wachen“ (BWV 213)

 „Herkuleskantate“

Aufführung im Ballhaus des Schlosses Wilhelmshöhe  aus Anlass des 300. Jubiläums der Errichtung der Herkulesfigur über Kassel

 Leitung:Prof. Gregor Hollmann

Ausführende:  Studierende der Musikakademie der Stadt Kassel, Konzertmeisterin Sylvie Kraus

 

 

"Nicht nur die Landgrafen von Hessen-Kassel schätzten die Symbolkraft des antiken Helden, der als Inbegriff von Tugendhaftigkeit, Mut und Tapferkeit galt. Herkules nachzueifern war Messlatte und Imagepflege mit hoher Außenwirkung für die adeligen Würdenträger im Absolutismus. Auch die Angehörigen des Hauses Wettin, die Kurfürsten von Sachsen, sonnten sich zu gern im Herkules‘ Glanze. So bestellte der kursächsische Hof in Dresden 1733 aus Anlass des 11. Geburtstags des Kurprinzen bei ihrem Hofkomponisten Bach eben jenes Werks, das auch als „Herkules am Scheidewege“ bekannt wurde. Der akustische Genuss bietet unverhofft einen hohen Wiederkennungswert, denn nur ein Jahr später verwendete Bach die weltliche Kantate im sogenannten Parodieverfahren als musikalische Vorlage für sein wohl populärstes Werk, das Weihnachtsoratorium (Bachwerkeverzeichnis 248). Dafür beauftragte er seinen bevorzugten Dichterkollegen, Christian Friedrich Henrici, der unter dem Namen „Picander“ zu veröffentlichen pflegte, mit einer Neufassung des Textse unter nunmehr geistlichen Vorzeichen." FOCUS NWMI-OFF/presse-service.de

 

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2017

Herkules für alle Fälle

Ein Vortrag, der großen Anklang fand.

Ekkehard Jürgens

Imagewandel einer Heldenfigur in 2500 Jahren

Herkules für alle Fälle“ nannte der Kulturwissenschaftler Ekkehard Jürgens seinen Vortrag, mit dem die Veranstaltungsreihe des Vereins zum Herkulesjahr eröffnet wurde. Der große Saal der Volkshochschule war am 7. Februar bis auf den letzten Platz besetzt, die zahlreichen Gäste führten nach dem Vortrag noch interessante Diskussionen und hatten viele Nachfragen. Herr Jürgens zeigte auf, wie der griechische Held in anderen Städten und Ländern Europas gesehen wurde und welchen Image-Wandel er in den letzten 2500 Jahren erfahren hat. Der Vortrag wurde mit teilweise bizarren und wenig bekannten Bildern aus der europäischen Kunst- und Mediengeschichte illustriert. Für jede Zeitepoche wurden zwei oft sehr gegensätzliche Darstellungen des Helden ausgewählt. Der schillernde ambivalente Charakter des starken Mannes hat interessanterweise immer schon die Fantasie der Menschen beschäftigt und wirft ein Licht auf ihre Projektionen und Wünsche. Es ging bewusst nicht um den Kasseler Herkules, den Herkules Farnese, mit seiner ganz eigenen Ausstrahlung, die Landgraf Karl so inspirierte, dass er die Statue so 

 

monumental für sich und die Stadt präsentierte.Damit begann die Karriere des Herkules als Wahrzeichen für Kassel.

 

 

Einige Drachen & andere Ungeheuer - Chinoiserien in den Kasseler Gärten

Vortrag am 7. März 2017

Gerd Fenner

Im 18. Jahrhundert bestand in Europa ein großes Interesse an China und seiner Kultur. Das ferne Land stellte man sich als vorbildlich regierten, friedlichen und zivilisierten Staat vor. Im Bereich der Kunst drückte sich die Idealisierung des exotischen Reiches in den beliebten Chinoiserien aus. Sie finden sich in vielfältiger Form in der Architektur, in Raumausstattungen und im Kunsthandwerk. Auch in den fürstlichen Schlössern und Gartenanlagen in Kassel gab und gibt es vielerlei Beispiele für die Chinamode der Zeit. So entstanden schon vor der Erbauung des noch erhaltenen „chinesischen Dorfs“ Moulang mit der Pagode im Bergpark Wilhelmshöhe in Wilhelmsthal Baulichkeiten von hoher künstlerischer Qualität.
Gerd Fenner, Kunsthistoriker und Mitglied im Vorstand der Bürger für das Welterbe, hat sich mit der Geschichte
des chinesischen Dorfes intensiv befasst und kann über die Forschungsergebnisse berichten.

2016


Vortrag am 19.Januar 2016

Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender 

"Was heißt es, eine Welterbestätte zu sein?"

"Was heißt es, eine Welterbestätte zu sein?"

Das ist eine Kernfrage unseres Vereines. Frau Dr. Ströter-Bender von der „World Heritage Education“ und Professorin für Kunst und Didaktik in Paderborn konnte uns in Ihrem Vortrag am 19. Januar  Aspekte aufzeigen, die weit über das bloße Erhalten von Weltkulturerbeobjekten hinaus gehen. Für sie ist zentraler Auftrag die Bildungsarbeit an ihnen. An zahlreichen Beispielen aus ihrem Erfahrungsbereich zeigte sie, wie erschließende Arbeit der nachwachsenden Generation die reichhaltigen Bezüge, die  solchen Objekten innewohnen, sichtbar und verständlich werden, seien sie historischer, sozialer oder politischer neben der insbesondere kulturellen Bedeutung. Verständlich wird so erst, was eine Zerstörung bedeutet  - und unser Jahrhundert ist reich darin - und welche Fragen und Argumente bei einer Wiederherstellung zu diskutieren sind. Durch solche Bildungsarbeit wird der Blick auf andere Kulturkreise und ihre Bezüge über alle Grenzen hinweg möglich, ganz im Sinne der UNESCO zur Völkerverständigung.
In der anschließenden Diskussion konnten Vertreterinnen der Museumspädagogik der MHK zeigen, dass sie ganz in dem von Frau Dr. Ströter-Bender gewünschten Sinne arbeiten. Im Saal waren die von Kasseler Schülern erarbeiteten Museumskoffer zum Bergpark ausgestellt, eindrucksvolle Arbeiten, die aus einem von uns getragenen Wettbewerb entstanden waren. Ein sehr anschaulicher und anregender Abend, der auch gut besucht war. Walter Klonk

Lernen zum Welterbe Verständnis
Unter dem Titel „Was heißt es eine Welterbestätte zu sein – eine Bildungsoffensive für Generationen“ lud der Verein Bürger für das Welterbe zu einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender, Universität Paderborn ein. Trotz eisigen Wetters kamen viele Interessierte und folgten den Ausführungen der Referentin.  Diese erläuterte zunächst den Grundgedanken der UNESCO mit den mittlerweile über 1000 Auszeichnungen weltweit für den kulturellen Austausch, die Verständigung der Völker und damit auch für Toleranz und ein friedliches Miteinander einzutreten. Es geht bei diesen Prädikaten mitnichten nur um wirtschaftliche oder Tourismusförderung: Welterbestätten sind Lernorte, Erfahrungsstätten von Weltwissen.
Dazu müssen die Bürgerinnen und Bürger in ihrem Engagement für ihr kulturelles Erbe unterstützt werden und Menschen aller Altersgruppen über diese Bedeutung aufgeklärt werden. Die Vernetzung sowie der nationale und internationale Austausch der Welterbestätten sei unbedingt notwendig, so Ströter-Bender. Dies  könnte sich auch in einem Engagement für bedrohte oder zerstörte Welterbestätten wie im nahen Osten ausdrücken.
Ausdrücklich lobte sie den Verein für seine jahrelange Initiative und seine bisherige Bildungsarbeit. Der Verein nahm Anregungen zur weiteren Vernetzungsarbeit auf: z.B. sollten vor Ort auch die anderen historischen Parks besser gefördert und gewürdigt werden: Wilhelmsthal und die Karlsaue waren ursprünglich mit auf die Tentativliste der Unesco gemeldet worden. Dass die Grimmwelt das Weltdokumentenerbe beherbergt und Kassel somit zwei Welterbetitel besitzt, wird noch zu wenig nach außen getragen. Prof. Ströter-Bender ist im Rahmen der UNESCO Bildungsarbeit eine Beauftragte für die Weltdokumentenerbe.
Aber auch die Vernetzung mit den benachbarten Welterbestätten der Region soll wie bisher bisher durch die Aktivitäten des Vereins weiter gepflegt werden. Ebenso der internationale Austausch, der bereits durch die Ausstellungen des Kassler Kulturgesellschaften zu „ihren“ Welterbestätten im Foyer des Rathauses gezeigt wurde könnte intensiviert werden. Hierzu wäre auch die Unterstützung der kommunalen Kulturpolitik wünschneswert. Gisela Wiegand (Stellvertretende Vorsitzende)

Infos zur Arbeit von  Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender finden Sie unter:

http://groups.uni-paderborn.de/stroeter-bender/