In Wilhelmsthal, 8 Kilometer von Wilhelmshöhe entfernt, entfaltete sich die ganze „fürstliche Pracht“ des Kasseler Hofes. Landgraf Wilhelm VIII. „ließ das landgräfliche Gut Amalienthal zu einem eigenen Schloss-und Parkkosmos umbauen (Schwarze 2007). So entstand 1747 ein aufwändig ausgestattetes  Rokokoschloss. Zu der als Sommerschloss der Landgrafen genutzten Anlage führt von Wilhelmshöhe aus eine Allee, die heutige Rasenallee. Der französische Architekt des Schlosses François de Cuvilliés entwarf anschließend die Umgestaltung des Gartens. Auch in Wilhelmsthal wurde die ursprünglich barocke Gartenarchitektur, die mit ihren symmetrisch ausgerichteten Achsen den Gesamteindruck bestimmten, später „im Sinn der englischen Parkarchitektur überformt“(Schwarze 2007). Es entstand u.a. ein neugotischer Aussichtsturm.  Beeindruckend im Park von Wilhelmsthal sind die Wasseranlagen, eine Grotte und ein Bassin, verziert mit Putten – die leider nicht mehr oder nur sehr beschädigt erhalten sind. Ein umgrenzter Tiergarten von 1772 ergänzte den Schlosspark. Der Anlage bietet immer überraschende, vielfältige Parkbilder. Zum Park Wilhelmsthal wird gerade ein Parkpflegewerk erarbeitet.

 

So stehen die drei Schlösser – Orangerie, Wilhelmsthal und Wilhelmshöhe – für drei Zeitalter zwischen Barock und Klassizismus. Die Gärten und Parks verstärken diesen Dreiklang und führen aufs Anschaulichste vor, wie sehr Innen und Außen, die Baukunst und die Gestaltung der Natur zusammen gehören“ (Schwarze 2007).