Vom Barockgarten zum englischen Landschaftsgarten

 

Die Barockanlage in Wilhelmshöhe beginnt nicht wie in anderen berühmten Parks um das Schloss herum, ihr Ausgangspunkt ist das Riesenschloss Oktogon mit der Herkulesstatue und die Anlage der Wasserspiele. Die barocke Figur und ihr antiker Mythos, sollen als Symbol des Herrscher weithin sichtbar sein, so kann im Herkules ein Vorläufer von Kolossalstatuen des 19.Jahrhunderts gesehen werden. (vgl. Fischer 2007 S.11) Der Bau Wasserspiele zeigt auch die technische Beherrschung großer Wassermassen, die „über ein Gefälle von 240 Meter 1500 Meter weit zu Tal stürzen, beginnend unterhalb des oktogonalen Grottenbauwerks. Die Anlage nutzt den bis auf 400 Meter über dem Kasseler Talgrund aufsteigenden Berghang in großartiger Weise.“ (Fischer 2007) Der Kieler Professor für Philosophie und erst Gartentheoretiker Christian Hirschfeld nannte den Weißensteiner Park „einen der schönsten Gärten in Europa“ (Brechmacher-Ihnen 2014), viele Staffagebauten, die Friedrich II. errichten ließ bildeten Philosophenwege.

 

Berühmte Hofgärtner, wie der in England ausbildete August Daniel Schwarzkopf und später Hentze und Vetter, trugen dazu bei, dass der Park einen gekonnten Übergang von der barocken Anlage zu englischen Park fand, in dem die Landschaft als Bild verstanden wurde. Die  Ruinenromantik, die in der Löwenburg ein grandiosen Höhepunkt findet, vervollkommnenden die Parkanlage. Gärtnerische Besonderheiten wie Teppichbeete, eine außergewöhnliche Sammlung von Bäumen und Gewächsen (Arboretum siehe Mielke/Hoffmann 1994) sind ebenso zu erwähnen, wie in diesem Zusammenhang ursprünglich auch die Rolle des Parks als Darstellungsforum für naturwissenschaftliche Forschungen und Sammlungen (vgl. Waitz v. Eschen 2012).