Der Bau  der Gesamtanlage mit Kaskaden wurde nach Entwürfen des Italieners Giovanni Francesco Guerniero gebaut. Zunächst entstanden das Oktogon, die darunter liegenden Grottenanlagen und das nach seiner Form benannte Artischockenbecken. Es folgten das Riesenkopfbecken und die Kaskaden. Den Abschluss bildete das Neptunbecken. Die Wasserversorgung war für den Bauherrn eine besondere Herausforderung, denn Landgraf Karl träumte davon, dass das Wasser Tag und Nacht über die Kaskaden fließen sollte. Um dies zu verwirklichen, sollte die Eder, ein ganzer Fluss also, umgeleitet werden. Der Traum konnte aufgrund der schwierigen geographischen Gegebenheiten nicht verwirklicht werden und der Plan wurde schnell wieder verworfen. Schließlich wurde oberhalb des Herkules ein künstliches Becken geschaffen, das Sichelbachbecken. Dieses Becken hat ein Fassungsvermögen von 40 000 Litern und wurde allein durch Regen-, Quell- und Schmelzwasser gespeist. Das Interessante an diesemSystem ist, dass es bis zum heutigen Tag ohne jegliche Pumpen auskommt.