Schloss Wilhelmshöhe

Anstelle des Jagdschlosses des Landgrafen Moritz entstand unter Wilhelm IX einer der letzten Großbauten des Absolutismus, die klassizistische Sommerresidenz Schloß Wilhelmshöhe (1786–98). Die ursprünglich im anmutigen Pavillonsystem nach englischem Vorbild gebaute Dreiflügelanlage des Architekten H. C. Jussow wurde zu Beginn des 19. Jh. durch den Oberhofbaumeister J. C. Bromeis blockartig geschlossen. Der im Krieg zerstörte und wieder aufgebaute Mittelteil beherbergt seit 1974 die weltberühmte Gemäldegalerie Alter Meister (Cranach, Dürer, Rembrandt, Hals, Rubens, van Dyck, Jordaens, Tizian) und die Antikensammlung (Kasseler Apollon). Im unzerstört gebliebenen südlichen Weißensteinflügel präsentieren sich Schlossräume mit historischer Einrichtung.

Löwenburg

Neben dem Sommerschloss entstand unter Wilhelm IX die Löwenburg (1793–1801), die zu den wichtigsten Beispielen der neogotischen Ruinenarchitekturen des Kontinents gehört und eine wertvolle mittelalterliche, frühneuzeitliche und romantische Ausstattung beherbergt. Der antikisierende Aquädukt (1788–92), überragt von der Ruine eines römischen Wachturms, bildet das klassische Gegenstück zur romantischen Burganlage.

Die Löwenburg wurde von Wilhelm IX als Sehnsuchts- und Zufluchtsort gebaut und bildete mit Tiergehege, Garten und Turnierplatz ein besonderes Ensemble im Bergpark. 

Ballhaus

Nördlich des Residenzschlosses liegt das unter König Jérôme als Theater (1808–09) erbaute spätere Ballhaus, ein Frühwerk von Leo v. Klenze. Es ist das einzige Bauwerk, das aus der Zeit des Königreichs Westphalen stammte, das Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte von Kassel aus regierte. 

Das Ballhaus wurde 2015/ 16 aufwendig saniert. Besonders die Restaurierung der über 900 Quadratmeter Decken- und Wandfläche war eine besondere Herausfoderung. Monatelang waren Experten damit beschäftigt, die Malereien wiederherzustellen. Eine Besonderheit ist der Fries mit Papageien-Motiven, der sich einmal um den ganzen Ballsaal zieht.

Heute ist das Ballhaus im Rahmen der wöchentlichen Konzertreihe »Kultur unterm Kronleuchter« zugänglich und es wird für Sonderveranstaltungen genutzt.

Gewächshaus

Das benachbarte Gewächshaus, 1822 von Bromeis erbaut, ist eine der ersten Glas-Eisen-Konstruktionen Europas. Es zeigt unter anderem eine sehenswerte Kameliensammlung, Palmen und andere tropische Gewächse.


 

Weitere ausführliche Beschreibungen zum Bergpark siehe Welterbe Beitrag von Fischer.

Siehe auch Becker/Humborg: Größter Bergpark Europas – Landschaftspark mit Herkules und barocker Kaskadenanlage, 2002 und Hoß: Park Wilhelmshöhe – Größter Bergpark Europas 2013