November 2019 Herkules Geburtstag

Der Verein „Bürger für das Welterbe“ hat anlässlich des Herkules-Geburtstages zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Mehr als 50 Mitglieder sind der Einladung in Fischers Restaurant  im Kurparkhotel gefolgt. 

Herr Prof. Dr. Eberle war an diesem Abend unser Gast. Anschaulich und lebendig gab er einen Überblick über aktuelle und künftige Vorhaben.

 

November 2019 Exkursion zur europäischen Kulturhauptstadt

Reisebericht - Vom „italienischen Schandfleck“ zur Kulturhauptstadt Europas

Eine Premiere der besonderen Art begingen zwei Kasseler Kulturvereine. Die Deutsch-Italienische Gesellschaft und der Verein „Bürger für das Welterbe“ starteten gemeinsam zu einer Kulturreise in den Hacken, den „tacco“ Italiens. Der Mezzogiorno galt einst als das Armenhaus Italiens. Es lockte

Matera, die europäische Kulturhauptstadt 2019 mit ihren „Sassi“, den Höhlenwohnungen, in denen bis 1952 Familien gemeinsam mit ihren Tieren unter erbärmlichsten Bedingungen lebten. Diese einzigartige steinerne Stadt wurde bereits 1991 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Über die entzückende Rokokostadt Martina Franca ging die Reise in das seit 1996 als

Welterbe gelistete Alberobello, die Stadt der „Trulli“ (der Zipfelmützenhäuser). Allein dieses Landstädtchen ist seit Jahren ein

Anziehungspunkt für Besucher aus dem In- und Ausland.

In der früheren apulischen Hauptstadt Trani tauchten die Kulturreisenden in die Staufervergangenheit ein und erinnerten an die ambivalente Herrscherpersönlichkeit Friedrich II und seine Bedeutung für diese Region und Sizilien.

Die große Hafenstadt Bari mit ihrem berühmten Heiligen San Nicola und das malerische Polignano vervollständigten die vielfältigen Eindrücke und ließen die Kurzreise zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Die Präsidentin der DIG, Andrea Boesken und die Vorsitzende des Welterbevereins, Brigitte Bergholter sind sich einig: Die Kooperation beider Vereine im Geist der Friedenssicherung und der Wertschätzung europäischer Kulturgüter sollte fortgeführt werden. Brigitte Bergholter

Oktober 2019 Exkursion Faguswerk/Alfeld und Herrenhausen/Hannover

 

Bauhaus- Weltkulturerbe- europäische Gärten

 

Ein ambitioniertes Programm, das die Exkursion am 17.10. versprach: die Erwartungen wurden mehr als erfüllt!

Die 1. Station, das „Fagus-Werk“ in Alfeld erinnert an den Bauhausgründer Walter Gropius, der im Alter von nur 28 Jahren im Jahr 1911 hier seinen ersten Beitrag zur Architektur der Moderne in die Tat umsetzte. Carl Berscheid, ein Fabrikant, der Schuhleisten herstellte (die seinerzeit aus Buchenholz gefertigt wurden, daher Fagus=lat. Buche) beauftragte den unbekannten Walter Gropius mit dem Bau dieser Industrieanlage. Die Stahl-Glaskonstruktion und die vollverglasten, stützenlosen Ecken stellen die Keimzelle des Bauhausstils dar, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiert. 100 Jahre nach Gropius’ revolutionierender Idee wurde 2011 das Fagus-Werk in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Das Alleinstellungsmerkmal dieses Industriedenkmals ist die Tatsache, dass noch heute dort Schuhleisten für hochwertige Schuhmarken  hergestellt werden, allerdings aus Kunststoff.Im Keller der Fabrik befindet sich ein Bauhaus-Museum, mit bekannten und sehenswerten Objekten. Die Fabrikhalle bietet nicht nur für die Arbeiter einen „Palast“ (W.Gropius), sie dient auch dank der fantastischen Akustik als Kulturzentrum, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden.

Nach einer professionellen, engagierten Führung eines ehemaligen Mitarbeiters durch dieses Kulturdenkmal wollten wir dann dem Vergnügen nachspüren „in den herrlichsten Gärten der Welt spazieren gegangen zu sein“. So schwärmte einst Sophie, Kurfürstin von Hannover, nach ihrer Italienreise 1665. Im Museum Schloss Herrenhausen eröffnete die Ausstellung „Herrenhausen und Europa“- ein Gartennetzwerk  wie Korrespondenzen und Reiseberichte aus den Gartenkulturen Italiens, Frankreichs und der Niederlande eine Ausstrahlungskraft auf ganz Europa hatten, natürlich auch auf die Ende des 17.Jhdts angelegte Sommerresidenz in Herrenhausen. Die Inspirationsquellen der schönsten europäischen Gärten (in denen auch der Karlsberg nicht fehlte) zeichnete der Kurator der Ausstellung, Dr.Urban an historischen Plänen nach.

Nach dem Mittagessen in der „Schlossküche“ hatten die 36 Exkursionsteilnehmer die Gelegenheit, bei strahlendem Sonnenschein den Großen Barockgarten, den Berggarten oder den Georgengarten zu besichtigen, um schließlich dankbar und voller interessanter Eindrücke die Heimfahrt anzutreten.

September 2019 Tag des Offenen Denkmals

Fachtagung der UNESCO Projektschulen

Im Rahmen der Fachtagung war der Verein in Kooperation mit der MHK an dem Workshop "Digital - kreativ - Mit Tablets im Bergpark" beteiligt. Eine zentrale Fragestellung des Workshops war, welche Bedeutung haben digitale Medien für eine zeitgemäße Vermittlung der Welterbestätte Bergpark? Welche Trends und Medienformate können sinnvoll genutzt werden. Es wurden Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit Tablets vorgestellt und Wege gezeigt, wie der Erwerb von Medienkompetenzen in die tägliche Unterrichtspraxis integriert werden kann.

Juni 2019 Cour de Cassel als Kulturtalent ausgezeichnet

Cour de Cassel hat sich intensiv mit der Geschichte und der Kunst und Kultur zu Zeiten der Landgrafen von Hessen-Kassel am Hessischen Hof im 18. Jahrhundert auseinandergesetzt. Die Gruppe vermittelt mit möglichst originalgetreuen Kostümen und Requisiten einen lebendigen Eindruck davon, wie im Bergpark gefeiert wurde. Cour de Cassel bietet Geschichte zum Anfassen und Erleben. Dafür hat der Verein Cour de Cassel mit einer Auszeichnung geehrt.

Mai 2019 Konzert im Ballhaus

Zur Eröffnung der Wasserspielsaison 2019  spielte am 1. Mai das Orchester der Musikakademie unter Leitung von Ulrich Moormann Werke von Händel, Haydn und Beethoven. Die zahlreichen Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus für einen gelungenen Nachmittag bei idealer Akustik und perfektem Ambiente.

April 2019 Exkursion nach Arolsen

Wir besuchten das ITS (Internationaler Suchdienst, International Tracing Service) Bad Arolsen. Es ist das Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung über die nationalsozialistische Verfolgung und wurde am 16.10 2013 von der UNESCO in die Liste der Weltdokumentenerbe aufgenommen. Wir wurden von der jungen Leiterin des ITS sehr herzlich begrüßt und erhielten einen Vortrag von einer Mitarbeiterin über die beeindruckende aber auch erschütternde Arbeit dieser Institution. 25 km Akten und 30 Millionen Dokumente hinter denen schreckliche Einzelschicksale stecken, gilt es zu erhalten und zu erforschen. Das ITS hat den Auftrag die Erinnerung wachzuhalten, also ebenso wie in unserer Arbeit wird der pädagogisch vermittelnde Auftrag sehr ernst genommen. 

Februar 2019 Diskussion Welterbe und Verkehr

Der Verein hatte zur Diskussion zum Verkehrskonzept im Weltkulturerbe in das Haus der Kirche eingeladen. Auf dem Podium saßen die zwei langjährigen Experten in Sachen "Verkehrskonzept Bergpark" Verkehrsplaner Prof. Meyfarth und Prof. Dr. Gerd Weiß, ehemaliger Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege. Außerdem waren Dirk Stochla, Verkehrsdezernent der Stadt Kassel und Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der MHK vertreten.  In der Diskussion ging es vor allem um die Erreichbarkeit des Schlossplateaus. Eine Verlängerung der Linie 1 könnte das Problem beheben. Die schlechte Erreichbarkeit des Schlosses, bzw. der Gemäldegalerie spiegelt sich den Besucherzahlen deutlich wieder, dabei handelt es sich um die viertgrößte Gemäldesammlung Deutschlands. Auch die Wiederbelebung der Herkulesbahn war ein Thema. Hier läuft gerade eine Machbarkeitsstudie bei der Stadt. Verworfen wurde der Vorschlag, die Tulpenalle zu schließen. Als Ergebnis der Veranstaltung ist festzuhalten, dass es Gespräche zwischen Stadt und MHK hinsichtlich der Erarbeitung eines Verkehrskonzepts im Weltkulturerbe gibt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wurde. 

Februar 2019 Kulturtalent Herkulesschule

Zum 125jährigen Bestehen ihrer Schule haben sich die 200 Schüler der Herkulesschule intensiv mit dem Kasseler Wahrzeichen beschäftigt. Für ihr besonderes Engagement wurde die Klasse 4a durch den Verein „Bürger für das Welterbe Kassel“ nun als Kulturtalent ausgezeichnet. Die Vorsitzende Brigitte Bergholter überreichte den Schülern eine Urkunde und 250 Euro für die Klassenklasse sowie weitere 250 Euro für das neue Spielgerüst auf dem Schulhof.

Januar 2019 Ausstellung im Gewächshaus - Bergpark Visionen

 

Mit Bergparkvisionen- dreidimensional eingefangen in Boxen - begeisterten Schüler und Schülerinnen  der Wilhelm Filchner Schule aus Wolfhagen Besucher des Gewächshauses. Verblüffende, verspielte Modelle überraschen den Betrachter inmitten der Blütenpracht. Filigrane Bleistiftzeichnungen der winterlichen Bäume vermitteln magische Eindrücke. Mit einer Urkunde und einem Preis von 250€ wertschätzte der Verein "Bürger für das Welterbe" die Gesamtschüler und bedankte sich bei ihrer Lehrerin, Barbara von Lucadou, für das Engagement. Wie wichtig die musisch-ästhetische Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen ist, betonte auch der Schulleiter, Ludger Brinkmann.

Januar 2019 Klingende Wasser im Weltkulturerbe

Großes Interesse an den „Klingenden Wassern“ im UNESCO-Weltkulturerbe

Modern gesprochen ein absolutes „Highlight“ , ein weiterer 0utstanding Universal Value in der Begrifflichkeit der UNESCO , in der Sprache des Fachmanns waren es „Hydropneumatische Musik- und Geräuschautomaten“ , die am Freitagabend , den 25.1., eine große Zahl von interessierten und diskussionsfreudigen Zuhörern in den Hörsaal der Universität an der Wilhelmshöher Allee gelockt hatten. Eingeladen hatte die KGKW mit ihren Kooperationspartnern; wir als Verein hatten die Ehre, den Abend einleitend und abschließend zu moderieren. Als Referent war Dr. Alexander Ditsche gewonnen worden. Dr. Ditsche arbeitet nach umfassenden kunsthistorischen Studien und Promotion in Bonn (2015) heute als Gebietsreferent im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Die veröffentlichte Dissertation findet sich im Bestand der MHK-Bibliothek im Kirchflügel des Schlosses und ist dort für jedermann einsehbar. Die Dissertation setzt wie auch der Vortrag am Abend Schwerpunkte zunächst auf der „Technischen Funktionsweise“ der Hydropneumatik, dann der Musik der Wasserautomaten und der Bedeutung der Automatophone für die Konzeption und Nutzung der Gartenanlagen: Über diese zeitgemäß „modernen“ Apparate regelten Fürsten, Adelige oder reiche Stadtbürger wie in Florenz unter anderem ihr zeitgenössisches Konkurrenzverhalten. Seit der Renaissance vergrößerte sich „paneuropäisch“ deren Zahl auf über sechzig und erweiterte sich der Radius der Aufstellungsorte enorm. Hier erscheinen die Automatophone in Kassel in hervorragender Gesellschaft gleichberechtigt neben denen der Villa d’Este in Tivoli, der Villa Medicea in Pratolino oder der Parkanlagen in Saint-Germain-en-Laye, um nur einige zu nennen. Heute sind die Wilhelmshöher Vexierwassergrotte mit ihrer hinter der Figur des Polyphem versteckt aufgestellten Wasserorgel und das Riesenkopfplateau mit seinen beiden zu Beginn der Wasserspiele tönenden Hörnern 2 von insgesamt nur noch 7 (!) Orten in Europa, an denen der authentische Mechanismus noch funktioniert. Umso unverständlicher sei es für ihn, so der Referent, dass in der abschließenden Begründung der ICOMOS für die Nominierung des Bergparks der Aspekt der wasserbetriebenen Klangerzeugung (nach einer kurzen Nennung im Bewerbungsdossier) hinsichtlich des OUV „völlig unberücksichtigt“ geblieben sei. Bei den „offenen Fragen“ zur aktuellen Situation der Automaten innerhalb der Wasserspiele des Herkules äußerten die Zuhörer - darunter auch viele Vereinsmitglieder - die Bitte an die MHK , die authentische Musik baldmöglichst in den Park zurückzubringen; eine unumgänglich gewordenen Rekonstruktion der Wasserorgel stehe ja seit einiger Zeit im Magazin bereit. Auch dem „Original“ mit Eingriffen von 1938 sollte in Zukunft wieder mehr Beachtung geschenkt werden. (Brigitte Noll)