Restaurierungsarbeiten an den Steinernen Globen vor Schloss Wilhelmshöhe

Die Restaurierungsarbeiten an den Steinernen Globen auf der Westseite vor dem Hauptportal von Schloss Wilhelmshöhe stehen kurz vor dem Abschluss. Bei den Arbeiten wurden die Oberflächen gereinigt, die Sockel und die Übergangsbereiche instandgesetzt und ein 3-D Datensatz der Globen erstellt. An der großen Freitreppe zum Haupteingang von Schloss Wilhelmshöhe befinden sich zwei Sockel mit Steingloben, die rechter Hand den Erdglobus und linker Hand den Himmelglobus mit Tierkreiszeichen tragen. Als deren Schöpfer gilt der Hofbildhauer Johann Christian Ruhl. Die beiden Globen aus rötlichem Sandstein haben einen Umfang

von ca. 3,20 Metern und einen Durchmesser von ca. einem Meter. Die Darstellungen auf beiden Globen waren aufgrund eines biogenen/biologischen Bewuchses nicht mehr deutlich zu erkennen. Beide Globen, insbesondere im oberen Bereich, sind stark abgenutzt, was zum einen auf Wettereinflüsse, andererseits aber auch auf die missbräuchliche Nutzung als Fotomotiv zum Draufsitzen zurückzuführen ist. Weitere Beschädigungen sind Einschusslöcher und frühere Ausbesserungsarbeiten.

 

Ihren heutigen Standort als schmückende Bau- und Gartenskulpturen habe sie ca. 1800 erhalten. Wo sie zuvor gestanden haben könnten, darüber gibt es verschiedene Theorien. Eine ist zum Beispiel, dass sie vor dem früheren Kunsthaus mit Observatorium (das heutige Ottoneum) gestanden haben könnten. Nach aktuellem Forschungsstand ist dies aber noch nicht abschließend geklärt. Bei den nun durchgeführten Arbeiten ging es zum einen darum, die Globen zu reinigen. Dies umfasste eine Feuchtreinigung mit

Heißwasser, Dampf und Bürsten. Mittels eines H2O2-Verfahrens wurde

der mikrobiologische Bewuchs abgetötet und mit einer partiellen Nachreinigung vollständig entfernt. Die Sockel wurden komplett steinrestauratorisch überarbeitet und die Fugen und die angrenzenden Übergangsbereiche zum Schutz des Objektes geschlossen. Zum Abschluss der Arbeiten werden die alten Verfüllungen rausgenommen und durch einen optisch unauffälligeren mineralischen Mörtel ersetzt und es werden teilweise die derzeit bereits vorhandenen Vierungen ausgetauscht. Neben den eigentlichen Arbeiten direkt an den Globen galt es, die Globen zu digitalisieren. Hierzu wurde ein 3-D Datensatz erstellt. Zur Finanzierung des Projekts gab es Unterstützung durch den Verein »Bürger für das Welterbe e.V.«, der mit der Durchführung von zwei Benefizkonzerten unter dem Motto »Erhaltung der Steingloben« jeweils zum Saisonbeginn der Wasserspiele 2018 und 2019 im Ballhaus Spenden für die Instandsetzung eingeworben hat. Weitere Unterstützung kam vom Lions Club Kassel-Herkules und der Sparda-Bank Hessen. Den Abschluss der Arbeiten möchte die Museumslandschaft Hessen

Kassel mit dem Aufruf verbinden für einen respektvolleren Umgang mit den historischen Globen zu werben, um deren Schönheit auch für nachfolgende Generationen zu bewahren: »Bitte betrachten Sie Himmels- und Erdglobus nur aus dem

entsprechenden Abstand und klettern Sie nicht selbst oder lassen Sie niemand auf Ihnen herumklettern. Vielen Dank!« Wir bitten um Berichterstattung!

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Natascha Callebaut, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museumslandschaft Hessen Kassel

Tel.: 05 61 – 3 16 80 134

E-Mail: n.callebaut@museum-kassel.de Museumslandschaft Hessen Kassel

Schloss Wilhelmshöhei m Bergpark Wilhelmshöhe 34131 Kassel  www.museum-kassel.de

 

Bilder: Andreas Fischer
Bilder: Andreas Fischer