Chronik

2016

 Welterbe bringt Geld und Gold: in 2016 fließen beträchtliche Mittel aus dem Programm der Städtbauförderung des Bundes sowie Landesmittel, in erheblichem Umfang können nun Restaurierungsarbeiten an den Gebäuden des Bergparks vorgenommen werden. Ebenso werden Mittel bewilligt der Wilhelmshöher Allee, die zur Pufferzone des Welterbes gehört, etwas vom alten Glanz des Alleecharakters zurückzugeben.

Kassel Tourist wirbt mit einer goldenen Broschüre: Weltkultur Kassel!

 

Ein neuer Vorstand wird im März gewählt. Nach 15 Jahren verlassen Prof. Hardy Fischer und Maren Brechmacher-Ihnen den Vorstand, ihr immenses ehrenamtliches Engagement hat Kassel letztendlich zum Welterbe Titel verholfen. Wir sind dankbar und wehmütig, freuen und sehr, dass mit Brigitte Bergholter eine neue erste Vorsitzende gefunden werden konnte, die voll Überzeugung die begonnene Arbeit weiterführt. Abschied und Willkommen wurde so in guter Stimmung am 29.4.16 gefeiert.

2015

nach den Mühen der Bergbesteigung -der Erlangung des Welterbetitels-, liegen nun die Mühen der Ebenen vor uns: und auf das, was uns gelungen ist können wir zufrieden und stolz zurückblicken. Unser halbjährliches Veranstaltungsprogramm z.B ist ein Erfolg wie die vielen Gäste zeigen.

  • Der Schülerwettbewerb setzt die Kasseler Öffentlichkeit in Staunen.
  • Das Welterbe wird zum Tourismusmagnet, wir setzen uns für denkmalvertraglichen Tourismus ein, was nicht immer bei allen unseren Gesprächspartnern auf Verständnis stößt.

Was bedeutet Qualitätsmangement für Welterbestätten?

Ehre für Ehrenamtler? Wir möchten mehr Menschen ermutigen sich zu engagieren: neben uns haben auch andere Vereine vielfältig ihr Engagement in den Bergpark gesteckt. Der Verein Roseninsel setzt sich unermüdlich für die Präsentation der historischen Rosen ein, die deutsch-italienische, die deutsch griechische Gesellschaft. Es lohnt sich mitzumachen,“Join in“ heiß es beim National Trust, doch wie kommuniziert man das? Leider wird unser Vorschlag auf das bürgerschaftliche Engagement in den Besucherzentren aufmerksam zu machen trotz Unterstützung des Ministers nicht umgesetzt..

 

Der Welterbe Verein hätte gern auch wie der Museumsverein freien Eintritt zu den Gebäuden im Park und der Insel Siebenbergen, auch das wird abgelehnt..

 

2014

Neue Ziele, neue Aufgaben ? Wir sind Welterbe... braucht man dann noch einen Verein? Im Herbst 2013 wurde ein neuer Vorstand gewählt, die Mitglieder des Vereins alte und neue Vorständler waren der Meinung: Nun erst Recht! Unser Welterbe Bergpark ist geadelt worden und auch der Wert der anderen historischen Parks in Kassel, die ja ursprünglich mit auf die Liste gesetzt der Anmeldung gesetzt worden sind, steigt im Bewusstsein der Bevölkerung.

Wir wollen weitermachen mit unseren Projekten:

der Restaurierung der Pagode, der Schüler- und Jugendarbeit, den Vorträgen, den Exkursionen... Auszeichnung und Verpflichtung... Der Verein versteht sich in einer Wächter- und Vermittlerfunktion: dieses Gartendenkmal muss bewahrt und geschützt werden für die nächsten Generationen, dazu sind bestimmte Bedingungen nötig für die wir uns weiterhin zusammen mit möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern Kassels einsetzen wollen...

 

2013

Das Ziel unserer langjährigen Vereinsarbeit ist erreicht: im Juni 2013 wird der Bergpark Wilhelmshöhe als UNESCO Welterbe anerkannt. Zur 37. Sitzung der UNESCO Welterbe Kommitees in Phom Phen am 23.6.reisen der Chef der Landesdenkmalpflege Hessen Prof Weiß und Frau Verhoeven. Sie halten uns über die Prozedur des Entscheidungsprozesses per mail und Telefon auf dem Laufenden. Am Sonntag morgen ist es so weit: vor dem Schloss Wilhelmshöhe steht ein kleines Grüppchen, die Aufrechten des Vereins, viele Freunde und Interessierte und die hessische Staatsministerin Kühne-Hörmann in banger Erwartung. Auch den Mitarbeitern des Fernsehens und der mhk.steht die Spannung ins Gesicht geschrieben. Sektflaschen sind kalt gestellt... Endlich die erlösende Nachricht: Wir sind Welterbe!!!...Man fällt sich in die Arme, die Handys stehen nicht mehr still, jeder bekommt ein Dutzend Gratulationen gleichzeitig.. Wir können es kaum glauben..

Nur der Kasseläner auf der Postkarte von Glück sagt: Ich hab s ja gleich gesagt..

Es darf gefeiert werden: im Herkulesrestaurant findet im Juli großes Fest statt..

Auch Antje Vollmer kommt wieder aus Berlin: ihr Anstoß hat einen Stein ins Rollen gebracht, der Verein eine Herkulestat hinter sich...

Und unsere Begeisterung wird von unendlich vielen, zu vielen Besucherinnen und Besuchern geteilt: es kommen bis zu 8000 Menschen an Wasserspieltagen, nur allzu oft bricht ein Verkehrschaos aus.

 

Ehrenamtspreis der Denkmalpflege des Landes Hessen, Kulturförderpreis der St6adt Kassel, gemeinsam mit dem Runden Tisch der Kasseler Kulturgesellschaften

 

Stadtmedallie der Stadt Kassel für die Verdienste um den Welterbetitel

2012
Am 18. Januar übergibt die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Unesco in Paris den Kasseler Welterbe-Antrag "Wasserkünste und Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe". Kernstück der Bewerbung ist ein 280 Seiten starkes Dossier zum "außergewöhnlichen universellen Wert" der Wasserkünste und des Herkules. Hinzu kommt der Managementplan, der auf 190 Seiten den zukünftigen Umgang mit dem Ensemble darstellt. Eine Dokumentation mit 200 Fotos ergänzt den Antrag. Mit einer Entscheidung des Welterbekomitees der Unesco ist voraussichtlich im Sommer 2013 zu rechnen.

2011
Am 21. Oktober feiert der Verein im Haus der Kirche sein zehnjähriges Bestehen in Anwesenheit der früheren Bundestagsvizepräsidentin und Initiatorin zur Gründung des Vereins, Dr. Antje Vollmer. Zu Gast waren auch neben zahlreichen Vereinsmitgliedern der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerd Weiß, und Ministerialrat Ernst Wegener mit seinen Mitarbeiterinnen. Sie hatten den Welterbeantrag für den Bergpark formuliert und zusammengestellt.

Am 31. August unterzeichnet Staatsministerin Kühne-Hörmann den Welterbeantrag, der daraufhin vom UNESCO-Welterbezentrum, Paris, auf formale Korrektheit geprüft wird. Dabei nimmt das Dokument den offiziellen Weg über die Kultusministerkonferenz, das Auswärtige Amt und die Ständige Vertretung Deutschlands bei der UNESCO.

Prof. Hardy Fischer wird in das Nachfolge-Gremium der ICOMOS-Beratergruppe – jetzt ‚Advisory Board Welterbe’ genannt – berufen, die über alle baulichen Maßnahmen der mhk im Bergpark beraten soll.

September: Wiedereröffnung der sanierten Herkulesfigur und Eröffnung des neuen Besucherzentrums am Herkules.

2010
Im Februar präsentieren Staatsministerin Kühne-Hörmann, mhk und lfdh in einer öffentlichen Veranstaltung »Kassel auf dem Weg zum Welterbe«, die Bedeutung des Welterbetitels, Zeitplan und Inhalt der Anmeldung, aktuelle Baumaßnahmen und das Engagement der Kasseler Kulturgesellschaften.

Im Oktober reicht das Land Hessen bei der Kultusministerkonferenz alle Bewerbungs-Unterlagen (190 S. Antragstext, 150 S. Managementplan, 200 Fotos) zur Vorprüfung ein und präsentiert am 2. Dezember im Staatstheater Kassel den Welterbeantrag vor der Bürgerschaft.

Die Broschüre „Kassel auf dem Weg zum Welterbe – Anstiftung zur Bürgerbeteiligung“ erscheint in hoher Auflage mit besonderen Bildern des Fotographen Nik Barlo jr. eine zweite Auflage ist bald notwendig.

2009
lädt der Runde Tisch der Kulturgesellschaften zur Auftaktveranstaltung »Welterbe – die Bedeutung der Bürgerbeteiligung« ein und demonstriert seine Bereitschaft, die Welterbe-Bewerbung zu unterstützen. Es sollen seitens der einzelnen Gesellschaften Patenschaften für einzelne Objekte des Bergparks übernommen, die Öffentlichkeitsarbeit vorangetrieben und Spenden gesammelt werden.

Die vom lfdh zusammen mit der mhk veranstaltete icomos-Tagung »hortus ex machina« widmet sich dem Thema Bergpark Wilhelmshöhe im Dreiklang von Kunst, Natur und Technik.
Am Parkplatz nordwestlich des Herkules, außerhalb der Hauptsichtachse, beginnt der Bau des neuen Besucherzentrums. Die Eröffnung ist für Frühsommer 2010 vorgesehen.
Einige zu schützende Fernsichten auf Park und Habichtswald und Sichtachsen aus dem Park werden definiert und sollen in der Stadt- und Landesplanung einen besonderen Schutz erhalten.

Der Wettbewerb zur Umgestaltung der Tulpenallee als »Parkstraße«, verbunden mit einem landschaftsgerechten Umbau des Parkplatzes an der Ochsenallee und den neu zu gestaltenden Übergangsbereichen im Bereich Schlossplateau und am Besucherzentrum Stationsgebäude Linie 1 wird entschieden.

Die Sanierung der Löwenburg beginnt, nachdem bereits einige Außenanlagen restauriert wurden: Nicht nur der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Bergfried, sondern auch dessen Innenräume sollen wieder entstehen. Das lfdh stellt für die offizielle wie bürgerschaftliche Unterstützung der Welterbe-Bewerbung ein Logo vor mit dem Slogan „welt kultur kassel“.

2008
Nach einer umfangreiche Analyse der icomos-Studie »Filling the Gap – an Action Plan for the Future« wird festgestellt, dass europäische Garten- und Parkanlagen sowie absolutistische Monumente nicht zu den unterrepräsentierten Objekten der Welterbe- und Tentativlisten der UNESCO zählen. Frühneuzeitliche technische Denkmale dagegen sind kaum vertreten. Eine Arbeitsgruppe der mhk und des lfdh begibt sich auf die Suche nach Alleinstellungsmerkmalen. Forschungsergebnisse zu den unter Landgraf Karl um 1700 durchgeführten Versuchen zu Wasserkraft und Dampfpumpen, zeigen deren Bedeutung für die in Kassel entstehenden Gärten, sollte doch u.a. die höchste Fontäne der Welt geschaffen werden.

Der Fokus der Anmeldung richtet sich wieder wie ursprünglich allein auf den Bergpark mit Herkules und Wasserspielen samt ihrer technischen Errungenschaften. Die zukünftige Welterbestätte soll den Bergpark Wilhelmshöhe, den ihn umgebenden Bergrücken und das Wassereinzugsgebiet westlich des Herkules bis zum Essigberg sowie die Wasserzuleitung für die romantischen Wasserkünste umfassen. Einschließlich der architektonischen baulichen Anlagen (Schloss, Löwenburg, Ballhaus, Gewächshaus, Moulang usw.) genießt sie als denkmalpflegerische Sachgesamtheit den gesetzlichen Schutz durch das hessische Denkmalschutzgesetz und ist in die Denkmaltopographie Stadt Kassel iii eingetragen.

Die Pufferzone zum Schutz der Welterbestätte (Stand Oktober 2009) wird festgelegt.
Karlsaue und Wilhelmsthal fällt bei der Anmeldung die Rolle »didaktischer Satelliten« zu.
Der neu gegründete »Runde Tisch der Kasseler Kulturgesellschaften« beschließt, die Welterbe-Bewerbung nun ebenfalls zu unterstützen und die Kasseler Bevölkerung für den Antrag zu gewinnen. Der Runde Tisch repräsentiert 36 Vereine (Stand Okt. 2011) mit ca. 5.000 Mitgliedern

2007
lädt der Hessische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Udo Corts ein internationales Expertengremium zum ersten »Workshop Welterbe« nach Kassel ein, um ergebnisoffen zu diskutieren. (Die Expertenrunde besteht aus dem Präsidenten von icomos-International, Prof. Dr. Michael Petzet und dem Sprecher der icomos-Monitoringgruppe Giulio Marano, den ranghöchsten Denkmalpflegern Österreichs und der Schweiz, Dr. Eva-Maria Höhle und Prof. Dr. Bernhard Furrer, den Präsidenten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam und der Klassik Stiftung Weimar, Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh und Hellmut Seemann, Dr. Robert de Jong, ehem. Präsident von icomos-ifla, dem Landschaftsarchitekten Prof. Heinz Hallmann, dem Vorsitzenden der Bürger für das Welterbe Prof. Hardy Fischer (bzw. seiner Stellvertreterin Maren Brechmacher-Ihnen), dem ehemaligen Kulturredakteur der HNA Dirk Schwarze und dem Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, ehemals Dr. Eissenhauer, jetzt Prof. Dr. Bernd Küster. Den Vorsitz hat Prof. Dr. Gerd Weiß.)

Die umfangreichen Vorarbeiten leisten die Gruppe der Fachberater des Landes Hessen, der mhk, der Stadt Kassel, des Projektmanagements und andere. Zur Debatte stehen die Inhalte der Anmeldung, die Größe von Kern- und Pufferzonen, das Besucherzentrum Stationsgebäude, die Nutzung von Ballhaus und Reithalle, Neubauten von Großgerätehalle, Museumsdepot und Schlosshotel. Den als Sieger prämierten Entwurf des Besucherzentrums am Herkules stufen die icomos-Experten als welterbegefährdend ein. Das Land Hessen zieht den Entwurf zurück.
Damit haben endlich die fundierten Vorbereitungen des Welterbe-Antrages begonnen. Mit der Restaurierung von Herkules und Oktogon wird begonnen. Der Museumsverein Kassel beschließt wegen des erweiterten Aufgabenbereichs der mhk eine Satzungsänderung, um die Gärten und Parkbauten in die Förderung einzubeziehen.

Zur documenta 12 dürfen in der denkmalgeschützten Karlsaue Ausstellungshallen errichtet und am denkmalgeschützten Schlossberg Wilhelmshöhe »Reisterrassen« ausgebaggert werden. Der Reis gedeiht im nordhessischen Klima nicht.

Ein Wettbewerb soll klären, wie das Ballhaus durch einen neuen als Klimaschleuse dienenden Zugangsbereich (Garderoben, Sanitär- und Cateringräume) ganzjährig nutzbar zu machen ist.

Die Industrie- und Handelskammer Kassel verabschiedet eine Resolution zur Förderung, Entwicklung und Nutzung des beantragten Weltkulturerbes Bergpark Wilhelmshöhe, Karlsaue und Schlosspark Wilhelmsthal sowie des Weltdokumentenerbes Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Die »IHK-Initiative UNESCO-Welterbe« stellt zur Unterstützung zahlreicher Projekte 150.000 Euro bereit.

Der zweite Welterbe-Workshop sich mit weiteren Themen wie einem neuen Standort für den Betriebshof der Parkpflege, der Verkehrserschließung, den Instandsetzungsmaßnahmen Löwenburg, Weißensteinflügel, Parkarchitekturen und Wasserwege. Von nun an trifft sich Expertengruppe mit den Fachbehörden aus Land, Stadt und Kreis im Halbjahresrhythmus.

Das Landesamt für Denkmalpflege (lfdh) richtet eine Stabstelle für die Welterbe-Bewerbung ein. Ihre Hauptaufgabe wird sein, die Welterbebegründung und den Managementplan zu verfassen, den Kern der Anmeldung.

2006
vereint das Land Hessen die historischen Gärten Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal (bis dahin der Verwaltung Schlösser und Gärten zugeordnet) organisatorisch mit den Staatlichen Museen zur Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk).

Die Bürger für das Welterbe loben den Schülerwettbewerb »Welterbe – Weltklasse« aus.
Der Minister für Wissenschaft und Kunst ernennt den Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege Prof. Dr. Gerd Weiß zum hessischen Welterbekoordinator.

Der mehrgeschossige Siegerentwurf der zweiten Wettbewerbsstufe zum Besucherzentrum am Herkules versperrt nach wie vor die Sicht in der barocken Achse. Der Dissens zwischen Juryentscheidung und den Anforderungen an ein potentielles Welterbe ist unüberbrückbar.

Mai: Exkursion zur Welterbestätte Schloß Brühl, wieder führte Maren Brechmacher-Ihnen.
September: Exkursion Schloß und Schloßpark Altenstein in Thüringen

2005
betont der UNESCO-Berater und ehem. Präsident von icomos-ifla, Dr. Robert de Jong, in einem Vortrag zum Bewerbungsverfahren den unabdingbaren Nachweis des außergewöhnlichen universellen Wertes, der Echtheit und Unversehrtheit der Anlage. Für die Museumslandschaftsplaner sei jetzt der späteste Zeitpunkt, mit der UNESCO in Verbindung zu treten.

Das Land lobt einen Architekturwettbewerb für das Besucherzentrum am Herkules aus. Dr. de Jong, den die Bürger für das Welterbe vorgeschlagen hatten, berät die Jury, allerdings ohne Stimmrecht. Das erste Ergebnis entspricht nicht den Welterbe-Bedingungen und die vier Preisträger sollen Ihre Entwürfe überarbeiten.

Die UNESCO nimmt die Kasseler Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm in das Weltdokumentenerbe auf.

März: Vortrag von Dr. Robert de Jong im Eulensaal der MurhardschenBibliothek über Anmeldeverfahren, und Kriterien der UNESCO; er hob die notwendige »Ernsthaftigkeit« beim Verfahren ebenso hervor wie die Hauptkriterien »Einzigartigkeit, Echtheit, Unversehrtheit«. Dr. Robert de Jong war bis Februar 2005 10 Jahre Präsident des Internationalen Komitees für historische Gärten und Landschaften (ICOMOS-IFLA). Er ist oberster Verantwortlicher für alle Welterbestätten in den Niederlanden. Seit 1995 bearbeitet er die dortigen Anträge.

Juni: Exkursion nach Hannover durch die Herrenhäuser Gärten.

2004
entsteht ein umfangreiches Gutachten, das die strategische Entwicklungs- und Optimierungsplanung der Museumslandschaft Kassels zum Ziel hat. Sanierungsmaßnahmen werden geplant für das Oktogon mit dem Herkules, die Löwenburg, den Weißensteinflügel, das Ballhaus und das Stationsgebäude, später auch für den Steinhöfer Wasserfall, die Kaskade, weitere Wasserwege und Parkarchitekturen. 200 Millionen Euro sollen für das auf zehn Jahre angelegte Projekt »Museumslandschaft Kassel« bereitgestellt werden.

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, die bei Welterbestätten erforderlichen Pufferzonen für den Bergpark und die Karlsaue zu definieren, als Richtschnur für ein rücksichtsvolles stadtplanerisches Handeln im Hinblick auf die denkmalgeschützten historischen Gärten.

Die Kasseler Tageszeitung HNA startet die Aktion »Wir retten unseren Herkules«. Kasseler Bürger spenden nahezu 500.000 Euro.

Das Ende des Jahres vorgestellte Gutachten zur Museumslandschaft löst, was den Park angeht, größte Besorgnis aus: Der Neubau eines Besucherzentrums am Herkules soll in der Hauptsichtachse entstehen, eine Rolltreppe unterirdisch den Schlossberg hinaufführen, im Landschaftsschutzgebiet ein riesiger Parkplatz gebaut und die historischen Wasserspiele, um sie ständig vorzuführen, mit Pumpwerken versehen werden. Die »Bürger für das Welterbe« wenden sich gegen diese Vorschläge und fordern Politik und Administration auf, Museumslandschaftsplanung und Welterbe-Bewerbung in Einklang zu bringen, mit Sachverständigen der UNESCO abzustimmen und einen Welterbe-Manager zu bestellen.

Juni: Exkursion zum Staatspark Wilhelmsbad, zum Benediktiner-Barockgarten in Seligenstadt und zum Schloßpark in Schwetzingen

2003
wirbt Kassel Tourist auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin für Kassel mit dem Slogan »Drei Parks, drei Schlösser« und der Welterbekandidatur.

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt Kassels Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt 2010.
Der Minister für Wissenschaft und Kunst kündigt Planungen für einen »Museumspark Wilhelmshöhe« an. Die Attraktivität der Museen soll erhöht und die Kulturhauptstadtbewerbung unterstützt werden. Das Welterbe spielt zunächst keine Rolle.

Exkursion: zum Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz.

2002
findet die Podiumsdiskussion zur Welterbe-Bewerbung einige Beachtung. Beteiligt sind der Geschäftsführer des Forum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, des Vertreter der Stadt Kassel, des Landkreises, des Regionalmanagement Nordhessen und der Bürger für das Welterbe als Veranstalter.

2001
beginnen die Bürger für das Welterbe, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit für die Welterbe-Bewerbung zu motivieren. Themen sind Schönheit und Schutz der drei historischen Gärten, das Ausweisen von Kern- und Puff¬erzonen, Gefahren durch Bauten, Verkehr und Großveranstaltungen.

Das Welterbe wird in Kassel zum öff¬entlichen Thema. Der Kreistag des Landkreises Kassel spricht sich dafür aus, den Schlosspark Wilhelmsthal gemeinsam mit Bergpark und Karlsaue zum Weltkulturerbe anzumelden.
Der Magistrat der Stadt Kassel setzt im Herbst eine »Arbeitsgruppe Welterbe Stadt & Landkreis Kassel, Land Hessen« ein. Sie soll notwendige Planungen zu Baulichkeiten, Verkehr und anderes mehr koordinieren und Interessenkonflikte ausgleichen.

2000
gründet sich die Initiative Bürger für das Welterbe – Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal (eingetragen als Verein 2001) während eines ö¬ffentlichen Salongesprächs der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Dr. Antje Vollmer, zur Welterbe-Bewerbung; denn »die Beteiligung der örtlichen Bevölkerung am Anmeldeverfahren ist unerlässlich, damit sie sich gemeinsam mit dem Vertragsstaat für die Erhaltung der Stätte verantwortlich fühlt« (UNESCO-Richtlinien).

1999
trägt die UNESCO den Bergpark als Mountain Garden of Wilhelmshoehe in die deutsche Tentativliste ein, als Ensemble ergänzt um die Karlsaue und Wilhelmsthal.

1998

1997
empfiehlt die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen (VSG), den Bergpark in die deutsche Welterbe-Tentativliste (Vorschlagsliste) aufzunehmen.
Die Kasseler Bürgerinitiative für Wiederaufbau der Schlosskuppel sieht ohne deren Rekonstruktion u. a. die Welterbefähigkeit gefährdet.