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Geschichte
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Kontakt:
Arbeitsgruppe »Herkuleswiege Messinghof«
Albert Gronau
Lerchenfeldstraße 49a
34130 Kassel
Telephon 0561.69491
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Die Geschichte des Messinghofs beginnt 1679: Landgraf
Karl läßt östlich des Dorfes Bettenhausen am Flüßchen
Losse ein Messingwerk erbauen, um hier die Kupferschätze seines Landes
zu verwerten. Die heutige Ortsbezeichnung ist Leipziger Straße 291. Schon
im Jahre 1407 hatte auf diesem Grundstück eine Wassermühle mit dem
Namen »Faustmühle« gestanden, die dem Landgrafen Philipp dem
Großmütigen (1504-1567) gehörte. Philipp hatte um 1560 in dieser
Wassermühle mit der Verarbeitung des am Meißner gewonnenen Kupfers
zu Messing begonnen.
Der historische Höhepunkt der jahrhundertelangen Geschichte: 1709
bis 1713 treibt der Goldschmied Johann Jakob Anthoni im Messinghof die Kupferplatten
für das berühmte Kasseler Herkules-Monument.
Mühlen in Bettenhausen (von der Website
von Peter Liebetrau):
»Schon früh fanden sich die Bewohner von Bettenhausen auf den engen
Bereich an der Losse beschränkt. Hier konnte man Initiativen entfalten,
hier ein Auskommen finden.
So entstanden sehr früh Mühlen an dem vergleichbar kleinen
Flüßchen. Aber reine Mahlmühlen kamen wegen der verhältnismäßig
geringen Landwirtschaft auch nicht in jedem Falle in Betracht: man nutzte frühzeitig
die Wasserkraft zur Herstellung einer Reihe von Produkten, Produkte, für
die die Menschen der Umgebung Verwendung hatten, und das waren vor allem die
Bewohner der Stadt Kassel und der Landgraf.
Vor der Reformation lagen die Mühlen noch in der Region von
Kaufungen. Danach fanden die Bestrebungen der Bettenhäuser Müller
ein Echo beim Landesherrn, ja, ihre Initiativen wurden geradezu befohlen, als
gemäß dem in Frankreich entwickelten Merkantilismus die Manufakturen
gefördert wurden, damit die Einfuhr wichtiger Dinge entfiel, damit man
Devisen sparte, um das Staatssäckel aufzufüllen. Dazu kam die Repräsentation,
die Konkurrenz in der Prachtentfaltung bei den Barockfürsten. Der 1679
an der Losse errichtete Kupfer- und Messinghof (auf den Mauern der bereits 1560
eingerichteten Faustmühle), war herrschaftlich: das Kupfer wurde aus dem
Richelsdorfer Bergwerk und das Zink aus Brilon bezogen. In diesem Messinghof
erblickte die Riesengestalt des Herkules unter den wuchtigen Schlägen des
Kupferhammers, zumindest in Einzelteilen, hier in Bettenhausen in den Jahren
1713 bis 1717 das Licht der Welt. Der Hammer selbst ist im Technik-Museum in
der Kasseler Orangerie zu besichtigen.
Folgen wir dem Lauf der Losse, so stoßen wir auf die Papiermühle
(auch Eisenhammer), später Rochollsche Stockfabrik, dann über
den schon erwähnten Messinghof (auch manchmal »Forstmühle«
genannt) auf die Drahtmühle (weitere Namen: Herwigsmühle, Faustmühle,
unterer Messinghof), die spätere Brotfabrik Möller; dann die alte
Lohmühle, später Kadruf. An weiteren längst von der Losse abgezweigten
Gräben geht es weiter über die Brückmannsche Mühle (an der
Pfarrstraße), über eine Mühle in der Nähe des Dorfplatzes
(Imgrundscher Besitz) und der Agatmühle (Agathof), später Diemar und
Heller, die Ölmühle und schließlich auf dem heutigen Brauereigelände
an der Hafenstraße die Pulvermühle. Noch im 2.Weltkrieg konnte man
im Inselweg das Mühlrad der Maschinenfabrik Richter bewundern.«
Technisches (zitiert aus Scholz, Th. Hans-Dieter, »Wasser- und
Windmühlen in der Stadt Kassel«, herausgegeben vom Regierungspräsidium
Kassel, Kassel 1997. Der ganze Text ist hier
als PDF-Veröffentlichung des RP im Internet zu finden.):
»Der Messinghof liegt in Bettenhausen, Leipziger Straße 291. Das
zum Betrieb erforderliche Wasser wurde der Losse entnommen. Der Antrieb des
Werkes erfolgte durch ein Wasserrad von 3,00 m Durchmesser und 1,00 m Breite
sowie durch eine Turbine, deren nutzbare Kraft ungefähr 60 PS = 44,16 kW
betragen hat. Betrieben wurden durch das Wasserrad zwei Hämmer und durch
die Turbine ein Dynamo und eine Metallverarbeitungsmaschine. Das Niederschlagsgebiet
beträgt für die Anlage ~ 114 km2. Das Eichpfahlprotokoll wurde am
25. August 1826 gefertigt. Der Betriebsobergraben (= Untergraben des Eisenhammers)
ist 680 m und der -untergraben ist 40 m lang gewesen. Die Wasserkraftanlage
des Messinghofes wird seit 1940 nicht mehr genutzt. Das Wasserrecht ist erloschen,
weil der Berechtigte 1963 auf es verzichtet hat. Eigentümer in neuerer
Zeit waren die Fa. Moritz Lieberg & Co. GmbH sowie das Hessische Metallwerk
Imfeld & Co.«
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Ziele
Mit dem Messinghof sind wir in der besonderen Lage, daß wir nicht
nur eine einzigartige Kolossalfigur besitzen, sondern auch den historischen
Ort ihrer Herstellung. Der Kasseler Herkules war nicht nur Symbol fürstlicher
Macht, sondern auch Zeuge der technischen Leistungskraft der Landgrafschaft
Hessen Kassel, ein Werbeträger ersten Ranges.
Der Verein »Bürger für das Welterbe e.V.«
schlägt darum vor, den Messinghof als Bestandteil des künftigen UNESCO-Welterbes
zu begreifen.
Wir wollen den Messinghof vor dem weiteren Verfall bewahren und
für die Zukunft erhalten. Er zählt zu den wichtigsten Zeugnissen der
Industrialisierung Hessens und ist ein national bedeutendes Industriedenkmal,
welches wir teilweise wieder herstellen wollen. Ein Konzept dazu liegt vor und
wird auf Anfrage gerne vorgestellt.
Zur Zeit schreitet der Verfall des Gebäudekomplexes ständig
fort. Das kann so nicht weitergehen. Die »Bürger für das Welterbe«
treten deshalb dafür ein, wenn es keine andere Lösung gibt dem jetzigen
Eigentümer das komplette Objekt abzukaufen und gemäß dem Konzept
schrittweise zu sanieren. Ein letzter Schritt wäre dann die äußerliche
Wiederherstellung des nur noch als Fundament mit zugeschüttetem Wassergraben
vorhandenen Hammerflügels.
Der Verein hat ein Spendenkonto für die Widerherstellung dieses
Denkmals eingerichtet: Kontonummer 1115143, Kasseler Sparkasse, BLZ 52050353.
* * *
Fotos von Albert Gronau (2003), auf denen die historische
Substanz und die große Schönheit der Gebäudegruppe zu erkennen
ist:

Eingang mit Wappen

Blick auf den Gießereiflügel

Stirnwand des Gießereiflügels

Dachgaube mit der Jahreszahl 1679

Der Gießereiflügel vom Hof aus

Das Torhaus vom Hof aus

Die Außenseite des Torhauses

Das Kutscherhaus
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