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Was will der Verein? / Die UNESCO-Forderungen an Welterbestätten
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Samstag, 17. Juli 2010, ab 19 Uhr
Neptunbassin unterhalb der Kaskade, Bergpark Wilhelmshöhe, Kassel

Herkulesgeburtstag 2010
Serenadenkonzert, Texte und barocke Wasserkunst 


(Foto: Nik Barlo jr.)

Die Bürger für das Welterbe zelebrieren es: Herkules feiert seinen 293. Geburtstag. Dem historischen Gartenkunstwerk in höchster Weise entsprechend, werden Musik und Illumination im barocken Sinne die Wirkung des Parks effektvoll steigern. Das potentielle Weltkulturerbe Bergpark und die festliche Inszenierung gehen eine eindrucksvolle Verbindung ein.

Am nach historischen Vorbild mit Fackeln beleuchteten Neptunbassin erwartet die Besucher eine stimmungsvolle Atmosphäre mit Blick auf das nächtliche Kassel. Die sorgfältig ausgewählte Musik aus der Entstehungszeit des Herkulesoktogons wird gespielt vom Bläserensemble KasselBrass. Als Höhepunkt erklingt Händels Wassermusik zum Lauf der Kaskade. 

Programm:
ab 19 Uhr Eintreffen der Besucher am historisch illuminierten Neptunbassin.
Getränke und kleine Speisen sind erhältlich an Ständen, bereitgestellt vom Kaskadenrestaurant.
Informationen zum Park, zur Wasserkunst und zur Welterbe-Bewerbung am Stand der Bürger für das Welterbe.

20:00 Eröffnungsmusik (Bläserensemble KasselBrass)

20:15 Begrüßung und Einführung Prof. Hardy Fischer, Bürger für das Welterbe e.V. sowie einem Grußwort von Prof. Dr. Peter Gercke, Sprecher des Runden Tisches der Kasseler Kulturgesellschaften. 
direkt anschließend  
Serenadenkonzert mit Musik des 18. und 19. Jahrhunderts (Bläserensemble KasselBrass)
und Lesung von Texten zum Herkules (Dr. Barbara Richarz-Riedl und Gerd Fenner)

21:00 Führung zur barocken Wasserkunst entlang der Kaskade (Yannick Philipp Schwarz)
21:30 Beginn der barocken Wasserkunst (Kaskade vom Herkules bis zum Neptunbassin) zu Händels Wassermusik (Bläserensemble KasselBrass)

22:00  Abschlussmusik  des Serenadenkonzerts (Bläserensemble KasselBrass)
danach 
nächtlicher Ausklang des Festes bei Fackelschein

Eintritt frei

Die Besucher werden dringend gebeten, zur eigenen Sicherheit auf Wegen und Stufen Taschenlampen mitzuführen. Für ein gastronomisches Angebot ist gesorgt. Für die Anfahrt empfiehlt sich, Tram und Bus zu benutzen, da der Bergpark auch an diesem Abend für PKWs gesperrt ist. 


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12.September 2010

Großes Gewächshaus im Schlosspark Wilhelmshöhe, 17.00 Uhr

»Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn ….?« -
Gartenreisen – Sehnsuchtsziele

Lesung mit der Autorin Eva Demski

Gartenkunst  und Gartenlust  der Landgrafen von Hessen-Kassel haben der Welt im Bergpark Wilhelmshöhe  ein traumhaftes  Gartenparadies hinterlassen. Immer wieder haben auch  Dichter und Literaten sich sehnsuchtsvoll  solche   Gärten erträumt.  Eva Demski - in Kassel seit langem bekannt als Autorin und Kolumnistin – liest eigene und fremde Texte über ihre Leidenschaft zu schönen Gärten.

Eine Veranstaltung des Vereins  »Bürger für das Welterbe« in Kooperation mit der mhk.

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Kinder der Reformschule tragen beim Kasseler Mini-Marathon Welterbe-Shirts

Laufen mit dem Logo

Kassel. Beide machen sich auf den Weg - nur brauchen sie unterschiedlich langen Atem: Für 4,2 Kilometer muss dieser bei den Kindern der Kasseler Reformschule reichen, für Jahre hingegen beim Verein Bürger für das Welterbe. Die Vorbereitungen dafür,dass der Bergpark Wilhelmshöhe 2013 zum Weltkulturerbe erklärt wird, laufen auf Hochtouren; bis zum Herbst muss der Kasseler Antrag fertig sein. Und für das Welterbe laufen werden auch 48 Reformschüler beim Mini-Marathon am kommenden Samstag. Zu erkennen sind sie an leuchtend roten T-Shirts, die das Welterbe-Logo ziert.

Initiatorin der Idee, Schule, Sport und Kultur zusammenzuführen, ist Manuela Hoß, deren Kinder die Reformschule besuchen. »Die T-Shirts sind eine gute Sache, um auf die Bewerbung zum Welterbe aufmerksam zu machen«, sagt die engagierte Mutter. Beim Verein Bürger für das Welterbe ist sie mit ihrer Idee auf offene Ohren gestoßen: »Der Welterbeprozess soll von jungen Menschen begleitet werden«, sagt Brigitte Noll, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, der die Kosten für T- Shirts und Startgebühr in Höhe von 1000 Euro übernimmt. Die Spende rekrutiert sich größtenteils aus dem Verkauf des Heftes »Den Bergpark entdecken«.

Das T-Shirt-Projekt sei besonders unterstützenswert, weil es ein Paradebeispiel für Engagement und Identifikation sei, lobt Noll: »Wir wollen, dass Kinder ihre Heimat kennen.«

Lernen im Bergpark

Die Kinder der Reformschule in Bad Wilhelmshöhe sind schon allein aufgrund der räumlichen Nähe mit dem Bergpark vertraut. »Für uns ist er ein außerschulischer Lernort«, sagt Schulleiterin Elke Hilliger. In vielen Projekten, wie jüngst einem Audioguide, haben sich die Schüler bereits mit den Park sowie seiner einzigartigen Garten- und Wasserarchitektur auseinandergesetzt. Keine Frage, dass die Kinder das Welterbe-Logo auf ihren Laufshirts identifizieren können: »Den Herkules und die Kaskaden haben wir sofort erkannt«, sagt die neunjährige Leandra Hardt. Mit ihr laufen 47 Schüler aus sechs verschiedenen Gruppen der Klassen drei bis fünf am Samstag um den Bugasee. Seit den Osterferien trainieren sie dafür mit Sportlehrerin Andrea Schmidt. »Es geht nicht um Leistung, sondern um Motivation und Freude am Laufen«, sagt sie.

Dass sogar alles drei zusammenpasst, demonstrierten die Reformschüler beim Mini-Marathon im Vorjahr: In ihren Altersklassen waren die beiden Zehnjährigen Jurin Hoffmann (18,10 Minuten) und Marie-Lisa Hoß (20 Minuten) die Schnellsten.

Den Artikel, der am 12.05.2010 in der HNA erschien, schrieb Anja Berens. Foto: Herzog/HNA

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Bergparkfest am Donnerstag, den 13. Mai 2010 (Himmelfahrt)
Auf dem Weg zum Welterbe

Die Kasseler Kulturgesellschaften und mit ihnen Bürger für das Welterbe beteiligen sich am Programm des Bergparkfestes, um so die Unterstützung der Welterbe-Bewerbung zu bekräftigen. Die Bürger für das Welterbe bieten vier Führungen zur ansonsten nicht zugänglichen Pagode an:
14.00 Führung: Pagode und Dorf Moulang Gerd Fenner, Bürger für das Welterbe Kassel e.V.
15.00 Führung: Pagode und Dorf Moulang Maren Brechmacher-Ihnen, Bürger für das Welterbe Kassel e.V.
16.00 Führung: Pagode und Dorf Moulang Gerd Fenner, Bürger für das Welterbe Kassel e.V.
17.00 Führung: Pagode und Dorf Moulang Maren Brechmacher-Ihnen, Bürger für das Welterbe Kassel e.V.

Weitere Führungen der Kulturgesellschaften
13.00 Führung: Die Roseninsel Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe e.V.
16.30 Führung: Die Roseninsel Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe e.V.
16.30 Führung: Parkarchitekturen Philosophenweg Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde e.V.
18.00 Führung: Die Roseninsel Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe e.V.
18.00 Führung: Der Philosophenweg Deutsch-Griechische Gesellschaft Kassel e.V.

Programm
11.00 Uhr Begrüßung mit Ministerin Eva Kühne-Hörmann, Prof. Bernd Küster (MHK) und Prof. Gerd Weiß (Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
11.30 Uhr Kassel Brass Blechbläserformation I Bühne
12.30 Uhr Spielraumtheater »Herkules« I Bühne
13.00 Uhr Märchenerzählerin I Sokrateshalle, Schlosswiese | Freundeskreis der Stadtbibliothek Kassel e.V./Verein Brüder-Grimm-Platz e.V.
13.00 Uhr Französische Chansons | Bühne | Gesellschaft für Deutsch-Französische Zusammenarbeit Kassel e.V./Cercle français Kassel e.V.
13.30 Uhr Die Trabers Hochseilartistik I Fontänenteich
14.00 Uhr Ritterspiele für Kinder I Löwenburg (bis 17.00 Uhr)
14.30 Uhr Start der Wasserspiele | Herkules
14.30 Uhr Griechische Volkstänze | Bühne | Deutsch-Griechische Gesellschaft Kassel e.V.
14.30 Uhr Märchenerzählerin | Sokrateshalle, Schlosswiese | Freundeskreis der Stadtbibliothek Kassel e.V./Verein Brüder-Grimm-Platz e.V.
15.30 Uhr Große Fontäne | Fontänenteich
16.00 Uhr Spielraumtheater »Herkules« | Bühne
16.30 Uhr Inner Urge Jazz | Bühne
16.30 Uhr Märchenerzählerin | Sokrateshalle, Schlosswiese | Freundeskreis der Stadtbibliothek Kassel e.V./Verein Brüder-Grimm-Platz e.V.
17.30 Uhr Die Trabers Hochseilartistik | Fontänenteich
18.30 Uhr Start der Wasserspiele | Herkules
18.30 Uhr Inner Urge Jazz | Bühne
18.30 Uhr Führung: Der Garten als Kunstwerk. Sinnlichkeit und Gefühl | Museum Schloss Wilhelmshöhe
19.30 Uhr Große Fontäne | Fontänenteich
20.00 Uhr Provocale Chor | Bühne

Mit Dank für die Unterstützung an:
Brüder-Grimm-Gesellschaft e.V. / Bürger für das Welterbe Kassel e.V. / Deutsch-Ägyptische Gesellschaft Kassel e.V. / Deutscher Werkbund Hessen e.V. / Deutsch-Griechische Gesellschaft Kassel e.V. / Deutsch-Israelische Gesellschaft Kassel e.V. / Deutsch-Italienische Gesellschaft Kassel e.V. / documenta forum Kassel e.V. / Evangelisches Forum Kassel / Franz-Rosenzweig-Gesellschaft Kassel e.V. / Freundeskreis der Stadtbibliothek Kassel e.V. / Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V. / Georg-Forster-Gesellschaft Kassel e.V. / Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel e.V. / Gesellschaft für Deutsch-Französische Zusammenarbeit Kassel e.V. / Goethe-Gesellschaft Kassel e.V. / Internationale Louis Spohr Gesellschaft e.V. / Kasseler Freunde der Antike e.V. / Kasseler Kultur Forum e.V. / Kulturnetz Kassel e.V. / Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft Kassel e.V. / Malwida-von-Meysenbug-Gesellschaft Kassel e.V. / Museumsverein Kassel e.V. / Nordhessische Gesellschaft für Naturkunde und Naturwissenschaften e.V. / Richard-Wagner-Verband Kassel e.V. / Samuel Beckett Gesellschaft Kassel e.V. / Förderverein Schauenburger Märchenwache e.V. / Stadt Kassel / Beauftragte für Städtepartnerschaften / Stadt Kassel / Kulturamt / Verein Brüder-Grimm-Platz e.V. / Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde e.V. / Verein Literaturhaus Nordhessen e.V. / Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe e.V.

Der Eintritt war frei!

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HNA vom 04.06.2009

Experten optimistisch über Kassels Welterbe-Pläne

Kassel. Hessens Bewerbung für das Weltkulturerbe der Unesco wird von Experten optimistisch gesehen. »Ich bin mir sicher, dass Kassel und Hessen es mit dem Bergpark Wilhelmshöhe schaffen können«, sagte der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Gerd Weiß, am Dienstag in Kassel.

»Der Bergpark ist einzigartig und kulturgeschichtlich von weltweiter Bedeutung«, sagte der Professor nach einer Tagung mit 180 Experten aus vier Ländern. »Die Unesco ist in diesem Punkt zwar immer etwas unberechenbar, aber der Wert des Parks spricht für sich.« Das sei einhellige Meinung des Kongresses gewesen.
Die Museumslandschaft Hessen-Kassel (mhk) will den Bergpark von der UN-Kulturorganisation Unesco zum Weltkulturerbe erklären lassen. Der entsprechende Antrag für das begehrte Prädikat läuft seit drei Jahren bei den deutschen Vorgremien. »Im Herbst nächsten Jahres soll es zu einer Vorprüfung kommen und im Februar 2011 könnten wir dann den Antrag in Paris einbringen«, sagte Weiß. »Im Juli 2012 wird es dann eine Entscheidung geben. Das ist ein langer und komplizierter Prozess, aber der Status des Weltkulturerbes wäre ein ganz besonderer Schmuck für Wilhelmshöhe, Kassel und Hessen.«

Der Kunsthistoriker sieht vor allem die Wasserspiele als einzigartiges Merkmal. »Parks gibt es viele, auch Bergparks. Aber in Kassel drückt sich ein landgräflicher Herrschaftsanspruch in der ganzen Anlage aus. Da ist das fließende Wasser und die Beherrschung der Natur durch die Gartenanalage. Und da ist die Statue des Herkules, die über allem schwebt als Zeichen der Tugendhaftigkeit des Herrschers.« Allein schon die Vielfalt der Kaskaden bei den Wasserspielen sei »sensationell«.

Weiß betonte, dass mit dem Status als Weltkulturerbe keine neuen Einschränkungen für die Besucher zu erwarten seien. »Aber es muss gewisse Spielregeln geben, egal ob Welterbe oder nicht.« So könne es Veranstaltungen im Bergpark geben, die müssten aber zur Umgebung passen. »Barockkonzert oder Gartenfest wären nicht nur möglich, sondern sind sogar gewünscht. Wenn es aber darum geht, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen, kann der Bergpark nicht zur Verfügung stehen.« Bei aller Offenheit müssten Kompromisse gefunden werden: »Wenn wir unsere 14-jährigen Kinder nicht im Wohnzimmer die wilden Partys feiern lassen, sondern sie in den Partykeller schicken, darf gleiches auch für den Schlosspark gelten.« (dpa)

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30.04.2009 / Aus der HNA:

Kassel. Im Bergpark Wilhelmshöhe gibt es viel zu entdecken. Dabei hilft ein Buch, das der Verein Bürger für das Welterbe jetzt in dritter Auflage herausgibt. Das Buch ist beliebt, zweimal war es bereits vergriffen. Das Besondere an der neuen Auflage: Alle Grundschulen in Kassel und im Landkreis bekommen einen Klassensatz dieses Buches.

»Wir machen das, weil wir wollen, dass die Kinder ihre Heimat kennenlernen«, sagt Brigitte Noll. Sie ist im Verein zuständig für die Jugendarbeit. Den ersten Klassensatz des Sach- und Mitmachbuches hat sie jetzt an die Schüler der Carl-Anton-Henschel-Schule übergeben. Alle anderen Schulen sollen nun in den kommenden Tagen folgen. Möglich geworden sei das nur durch eine Spende von 5000 Euro, die der Verein bekommen habe. Ein Besuch im Bergpark biete vor allem Kindern ein besonderes Erlebnis, ist sich Noll sicher.

Schule als Kulturvermittler

Das hat auch Christine Gerhold, Leiterin der Henschel-Schule, schon erfahren. »Wir wollen als Schule eine Art Kulturvermittler sein und über die Kinder auch den Eltern zeigen, was es in Kassel alles gibt«, sagt sie. Mit Herkules verbänden viele Kinder nur das Einkaufszentrum in Vellmar. Als großen Erfolg sehe sie es deshalb, wenn die Kinder berichten, dass sie nach einem Klassenausflug auch am Wochenende mit ihren Eltern im Bergpark waren.

Das Mitmachbuch sei auch für Eltern und Großeltern sehr gut geeignet, sagt Christa Gutsche. Die Leiterin der Grundschule Niedervellmar hat das Buch geschrieben. 2007 hatte das Werk in einem Wettbewerb des Vereins Bürger für das Welterbe den zweiten Preis gewonnen. Die Autorin hat das Buch so konzipiert, dass die einzelnen Seiten für die Arbeit im Unterricht kopiert werden können. Beim Lösen der verschiedenen Aufgaben lernen die Kinder spielerisch Geschichte und Natur des Parks kennen.

Ziel des Vereins ist es, dass der Bergpark in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wird. »Die Bewerbung ist nur ein Medium, um Kinder und Erwachsene für die Stadtgeschichte zu sensibilisieren«, sagt Brigitte Noll. Gleichzeitig schreiben die Richtlinien für den Welterbe-Status vor, dass die Bevölkerung bei der Bewerbung mitarbeitet.

Das Mitmachbuch hat laut Noll dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Für 5,50 Euro pro Exemplar ist es in mehreren Kasseler Buchhandlungen zu haben. Außerdem wird es im Museumsshop der Museumslandschaft Hessen Kassel und bei Kassel-Tourist verkauft.

Die 1500 Exemplare der dritten Auflage gehen jetzt fast komplett an die Grundschulen. »Aber eine vierte Auflage steht schon an«, sagt Brigitte Noll. (psd)

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Das Sach- und Mitmachbuch »Den Bergpark entdecken« ist wegen der großen Nachfrage bereits in der 2. Auflage erschienen!
Die HNA berichtete
(auf das Bild klicken zum Vergrößern):





Bezugsquellen für das aus dem Wettbewerb hervorgegangene Sach- und Mitmachbuch »Den Bergpark entdecken«:
mhk-Museumsshop im Schloss Wilhelmshöhe ; mhk-Besucherzentrum Wilhelmshöhe
Thalia - Buchhandlung im DEZ
Thalia- Buchhandlung Obere Königstraße
Buchhandlung Harleshausen
kassel-tourist im Bahnhof Wilhelmshöhe
Buchhandlung am Bebelplatz
Buchhandlung St.Elisabeth im Kolpinghaus
Buchhandlung Hühn an der Friedenskirche
Buchandlung Brencher, Wilhelmshöhe

Preis EUR 5,50. Jede Buchandlung und jede Einzelperson kann das Heft direkt bestellen oder nachbestellen unter Telefon 0561/38624

Im Kapitel »Arbeitsgruppen« finden Sie einen Bericht zum erfolgreichen Abschluß unseres Schüler-Wettbewerbs. Hier klicken für Bilder von der Preisverleihung am 30. Mai in der Kundenhalle der Kasseler Sparkasse, die wir von der Foto-AG der Herderschule erhalten haben.

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Die Creme der deutschen Gartendenkmalpfleger tagte in Wilhelmshöhe

Wie würden sie die Reisterrassen wohl finden? Für ihre Jahrestagung hatten sie einen besonderen Ort ausgewählt: den Bergpark Kassel–Wilhelmshöhe. Am 26. und 27. Juni versammelte sich der illustre Arbeitskreis Historische Gärten der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur DGGL im Schlosshotel Wilhelmshöhe. Mit ca. 90 Mitgliedern ist es der größte und bekannteste Arbeitskreis der DGGL. Er setzt sich für den Erhalt und den Schutz historischer Gärten, Parks und Kulturlandschaften ein, ein Aufgabengebiet, das die DGGL als eines ihrer zentralen Anliegen benennt.

Nicht zuletzt auf Drängen des Vereins Bürger für das Welterbe fand die Tagung der DGGL in Wilhelmshöhe statt. Der Arbeitskreis Historische Gärten ist ein Gremium von Gewicht, in dem die profiliertesten deutschen Gartendenkmalpfleger vertreten sind. Am Konferenztisch in Wilhelmshöhe sah man den Monitoring-Beauftragten Peter Jordan, vielen bekannt von seinem exzellenten Vortrag bei den Bürgern für das Welterbe, Dr. Michael Rohde, Leiter der Gartenabteilung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Welterbegärten von Sanssouci, Babelsberg u.a.) und Autor des Parkpflegewerkes Karlsaue, Dr. Ing Bernd Modrow, lange Jahre als Gartendenkmalpfleger zuständig für Wilhelmshöhe,  Karlsaue und Wilhelmsthal, Hubert Wertz, lange Jahre verantwortlich für den Welterbekandidaten Schlosspark Schwetzingen, und Rainer Herzog, Leiter der Gartenabteilung der Bayrischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (zuständig u.a. für das Welterbe Würzburger Residenz). Vorsitzender des Arbeitskreises ist Dr. Klaus-Henning von Krosigk,  Leiter der Gartendenkmalpflege und stellvertretender Landeskonservator in Berlin. Gleichzeitig ist er der Verbindungsmann zum Internationalen Komitee für historische Gärten ICOMOS-IFLA. Die ICOMOS-Experten, unter anderem Dr. Robert de Jong und der Präsident von ICOMOS International, Prof. Dr. Michael Petzet, waren anlässlich eines Workshops zu den Museumslandschaftsplanungen erst unlängst im Januar zu Gast in Kassel in Kassel. Sie werden Ende August wiederkommen, um weitere Themen, so den Verkehr im Bergpark zu diskutieren und Empfehlungen zu geben.

Der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und hessische Welterbe-Beauftragte Prof. Dr. Gerd Weiß ließ es sich nicht nehmen die Tagung zu nutzen, um das druckfrische Parkpflegewerk Wilhelmshöhe auf einem Kolloquium vorzustellen und die Verhältnisse in Kassels historischen Gärten zu diskutieren. Ihm zur Seite der Direktor der mhk, Dr. Michael Eissenhauer, und . Die Eingriffe der documenta, speziell die Ausstellungshallen vor der Orangerie und die Reisterrassen, hatten die Gartenexperten selbstverständlich gesehen. Dass diese schweren Eingriffe reversibel seien, wie Eissenhauer verteidigend postulierte, wurde von den Fachleuten vehement bestritten. Verlorene Originalsubstanz ist unwiederbringlich, nicht nur bei Zerstörungen sondern auch bei Restaurierungen. Der Begriff, als Feigenblatt verwendet, verschleiert in Wirklichkeit die Brisanz des Vorgangs. Nicht ohne Grund vermied es ICOMOS in der Charta von Venedig das Wort überhaupt zu verwenden. Wenn schon die Restaurierung nur als ausnahmsweise Maßnahme geduldet wird, wie kann dann ein in den Hang gebaggerter Eingriff in die Originalsubstanz verantwortet werden. Ob es einer zugebauten Karlswiese bedurfte um ein Bewusstsein vom Wert der Kasseler Gartendenkmäler zu bilden, kann bezweifelt werden. Es gibt eben nicht nur unwiderrufliche materielle Schäden, die Authentizität zerstören, sondern auch eine geistige Schädigung: Die Missachtung eines Garten als außergewöhnliches Kunstwerk.

Überhaupt ist das so eine Sache mit Ansprüchen an die historischen Gartenanlagen. Die einen wollen ihn als bloße Kulisse, um ihre Veranstaltung zu nobilitieren wie Berparkrennen-, Kunst- und Konzertveranstalter. Obwohl an sich schon einzigartig, behaupten manche, ihn verbessern zu müssen: Die Künstlernekropole sollte dereinst im Bergpark entstehen, immer wieder soll eine Seilbahn hinauf zum Herkules geführt werden, Rolltreppen sollten unterirdisch mit Aussichtsschächten den Schlossberg erschließen, auch Kurpark soll er sein. Wer käme auf die Idee, einen Rembrandt verbessern zu wollen? Ein historisches Gartenkunstwerk aber schon? 

Tatsache ist, dass sehr viel getan werden muss den Park und nicht allein seine Bauten in einen Zustand zu versetzen, der den ursprünglichen künstlerischen Absichten entspricht. Denn anders als eine Bronzeplastik etwa verändert sich ein Park ständig. Fehlende Eingriffe haben seit 100 Jahren bestimmte Areale der Verwaldung preisgegeben. Parkwege wie die Mulangstraße oder die Tulpenallee wurden zu Autotrassen. Parkpflegewerke bilden die Grundlage dafür, historische Gärten als Kunstwerke zu erhalten, und das über Jahrzehnte. Für den Schwetzinger Schlosspark verfasste Friedrich von Sckell bereits 1795 ein Erhaltenskonzept mit genauen Anweisungen für die Zukunft. Das heißt aber auch, dass die geforderte Kontinuität, der lange Atem, auch eine Kontinuität von Personen verlangt. Es bedarf intimer Kenntnisse des eigenen Parks, um ihn wirklich zu verstehen. Man erlangt sie nur durch lange Erfahrung. Bedeutende Parks haben immer über eine andauernde Pflegetradition verfügt mit jahrelang dort tätigen Gärtnern. Speziell in historischen Gärten werden lokales Wissen und Erfahrung von Generation zu Generation weitergegeben. Hinzu kommt die Forschung im internationalen Austausch.

Die Komplexität der Aufgabe verlangt hohen Einsatz und Leute bester Qualität. Unweigerlich tauchte die Frage auf, wie man mit einer jetzt als Halbtagsstelle (!) ausgeschrieben Leitungsposition die landgräflichen Gärten Kassels auf Weltniveau bringen und eine Persönlichkeit von Rang an den Park binden will? Mehr sei zur Zeit nicht möglich, heißt es. Mehr muss aber kommen, will die Gartenabteilung der mhk die hohe Qualität der anderen Abteilungen erreichen. Halbtags wird dort nicht gearbeitet.

Bei allen Bemühungen ist natürlich die Wertschätzung der Gartenkunstwerke durch die Besucher ein vorrangiges Ziel, auch um demVandalismus zu begegnen. Das ist in allen öffentlichen Parks ein Problem, wie deutlich wurde. In letzter Zeit erlebte Potsdam höchste Aufmerksamkeit, weil dort die Parkordnung konsequent durchgesetzt wird. Die Parkaufsicht wurde erhöht und Maßnahmen ergriffen, die bis hin zu Bußgeldern und Betretungsverbot reichen. Das Verständnis sei im Allgemeinen groß, wurde berichtet. Ob auch die Einführung von Eintrittsgeldern wie bei jedem Schloss- oder Museumsbesuch üblich, auf das gleiche Verständnis stoßen würde, ist eher fraglich. Vielleicht würde es die konkrete Wertschätzung erhöhen, ganz sicher aber die Einnahmen. In vielen historischen Gärten der Welt ist der Kauf einer Eintrittkarte längst üblich, bei uns ist es ein Politikum.

Die Tagung ging am ersten Tag mit der anfangs angesprochenen Debatte um die Reversibilität von Eingriffen in die historische Substanz zu Ende. Eine allerletzte Frage, ob den Künstlern bei der nächsten documenta auch die Bilder der Gemäldegalerie zum Übermalen zur Verfügung gestellt würden, blieb zunächst unbeantwortet. Dr. Michael Eissenhauer bekannte sich später in der HNA zur Verantwortung für die Gärten der mhk. Der Bergpark sei - im Unterschied zum Volks- oder Stadtpark - ein Kunstwerk, dessen Status quo zu bewahren sei: wie bei einem Gemälde!

Allein auf die Theorie wollten sich die Experten nicht verlassen. Am zweiten Tag führte der erfahrene Revierleiter des Bergparks, Dipl. Ing. Siegfried Hoss, äußerst kenntnisreich durch das historische Gartenkunstwerk, dessen Schönheit sich erst jetzt den Teilnehmer in natura darbot. Intensiv wurden Zustand und Wiederherstellungsmaßnahmen direkt an Ort und Stelle diskutiert, ausdauernd, viele Stunden lang. Das Finale war großes Theater: Die Wasserspiele warben rauschend für Kassel und seine Parks.

Hardy Fischer (Veröffentlicht im (k)-Magazin August 2007)

Weitere Informationen zur DGGL und dem Arbeitskreis Historische Gärten finden Sie im Internet unter www.dggl.org

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Buchtipps:

Historische Gärten in Deutschland – Denkmalgerechte Parkpflege – Aufgaben, Thesen und Instrumente zum Schutz, zur Erhaltung und zur Pflege des Gartenkulturerbes. Das DGGL-Buch wurde verfasst unter der Federführung von Dr. Ing Bernd Modrow. Das Buch ist unter anderem im Museumsshop im Schloss Wilhelmshöhe zu erwerben, leicht zugänglich für die hiesigen Verantwortlichen. Der Leser erhält einen umfassenden Überblick über die Aufgaben der Gartendenkmalpflege und deren praktische Umsetzung.

Parkpflegewerk Park Wilhelmshöhe Kassel. Staatliche Schlösser und Gärten Hessen. Fachwissenschaftlich verantwortet von Bernd Modrow, bearbeitet von Horst Becker und Michael Karkosch unter fachlicher Mitarbeit von Siegfried Hoss u.a.

Parkpflegewerk Staatspark Karlsaue Kassel. Staatliche Schlösser und Gärten Hessen. Herausgeber Michael Modrow und Michael Rohde, Autoren  bearbeitet von Michael Rohde, Horst Becker, Michael Karkosch unter fachlicher Mitarbeit von Michael Boßdorf u.a.

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18.01.2007 - Bericht von Hardy Fischer

der Workshop zum Thema »Welterbeverträglichkeit der Baumaßnahmen für die Museumslandschaft Hessen-Kassel« hat ein großartiges Ergebnis gebracht. Warum? Die Gruppe der ICOMOS- und Denkmalpflege-Experten war hervorragend und hat, gesegnet mit langer Berufserfahrung, zur Sache geredet - und Vorschläge aus der Sicht des Gartendenkmals und der Baudenkmäler vorgelegt.

Themen, die nicht behandelt wurden, entweder aus Zeitgründen oder weil sie für die Welterbebewerbung zur Zeit keine wesentliche Rolle spielen: Erstens die Verkehrsfrage, zweitens der Documenta-Ausstellungspalast auf der Karlswiese. Er wurde als temporäres Problem bezeichnet und war deshalb nicht Gegenstand der Sitzung. Ob meiner Empfehlung entsprochen wurde, sich nach der Sitzung die neue Betonkaffeeterrasse vor dem Kirchflügel anzusehen, kann ich nicht sagen. Dort habe ich nur eines der Mitglieder der Kommission gesehen, kopfschüttelnd. Verkehr und Erschließung der Parks werden Thema der nächsten Sitzung Ende August sein.

Das ist überhaupt die frohe Botschaft: Das Gremium wird weiter tagen. Damit bekommt die Bewerbung endlich - nach vertanen Jahren - die richtige Arbeitsstruktur und nimmt Fahrt auf. Herr Prof. Dr. Weiß nimmt die Sache von Landesseite anscheinend gut in die Hand, die ICOMOS-Leute bringen geballten Sachverstand ein, der offensichtlich anerkannt wird. Die sonst Redenden hatten zuzuhören und machten sich zu den dringenden Empfehlungen eifrig Notizen.

Die Zwischenergebnisse, teilweise heute in der HNA veröffentlicht, sind sehr eindeutig und haben, im deutlichen Gegensatz zum Museumslandschaftsgutachten, den Vorteil, daß sie äußerst fundiert sind.

Für die inhaltliche Begründung wurde empfohlen, die drei Gärten als Kulturlandschaft mit ihren Einflüssen auf die Stadt- und Landesentwicklung anzumelden. Schwerpunkt: Herkules und Barockachse. Die späteren Überformungen und Erweiterungen wurden als hochstehend, aber nicht als Kern der Anmeldebegründung gesehen. Wichtig ist, für den Antragsprozeß einen treffenden Welterbe-Namen zu finden.

Die westliche Landschaft und das Wassereinzugsgebietes mit der Wassertechnik für die Wasserspiele auf der »Rückseite« des Herkules wurde ebenfalls als wesentlich betrachtet und soll in die Kernzone einbezogen werden. Die Pufferzone um die Karlsaue soll vergrößert werden. Pufferzonen sollen differenziert beschrieben und parzellengenau dargestellt werden.

Das geplante Besucherzentrum am Herkules wurde nur von Mitarbeitern der mhk verteidigt, ansonsten am geplanten Standort einhellig abgelehnt. Neue mögliche Orte: Entweder in bestehenden Bauten auf dem Plateau, wie Aufseherhaus oder Restaurant, oder abseits, versteckt, am Parkplatz. Daß dies unsere lange vergeblich vorgetragenen Vorschläge waren, habe ich nicht erwähnt. Man kam von selbst drauf.

Das Besucherzentrum an der Linie 1 soll nicht an das Stationsgebäude angebaut werden. Größenbedarf und Nutzung sollen überhaupt erst einmal geklärt werden. Möglich wäre auch eine unterirdische Anlage am Fußgängertunnel unter der Straße. Für Reisebusse, die ihre Passagiere in der Nähe des Schloßhotels aussetzen wollen, wäre diese Zentrum dort unten sowieso nicht sinnvoll. Dort kommen nur PKW- und Tramnutzer an.

Das Ballhaus soll ganzjährig genutzt und deshalb durch einen Pavillon von ca. 100 qm ergänzt werden, der das Raumklima im Ballhaus konstant halten wird. In einem denkbaren Untergeschoß diese Pavillon könnten Toiletten und Garderoben untergebracht werden, im Erdgeschoß eventuell Einrichtungen für zeitweilige Bewirtung unterkommen. Alles dies soll nicht in das historische Ballhaus eingebracht werden. Die Erhaltung hat absolute Priorität. Ein Monitoring soll strikt durchgeführt werden und die Nutzung, falls sich doch wieder Erwarten Schäden zeigen, wieder fallen gelassen werden. Fernseh-Scheinwerfer, Rauchen und derlei bleiben im Ballhaus untersagt.

Das Reithaus erhält keine neuen Einbauten (Heizung, Toiletten, Isolierung etc.) und kann deshalb nur im Sommer für Konzerte o.ä. genutzt werden. Die wertvolle historische Substanz läßt anderes nicht zu.

Die Museumsverwaltung mit den Werkstätten, Ausstellungsdepot, Graphische Sammlung, Bibliothek, soll entweder in den Marstall, in das historische Ökonomiegebäude oberhalb des Wasserfallgrabens, oder in einen Neubau hinter der Reithalle ziehen. Diese neue Architektur muß der Topographie angemessen ausgeführt werden und soll kein Zwilling des Ökonomiegebäudes werden. Die Dachlandschaft ist wichtig.

Die Großgeräte sollen entweder in der Nähe der Gärtnerei, also Nähe Marstall/Reithalle, oder in einem Teil des KVG-Betriebshofes, oder auf dem Gelände der Waldschule untergebracht werden, nicht aber auf dem Brandt-Stoph-Parkplatz, der zunächst als zusätzliche Parkplatzfläche vorgehalten werden soll.

Ein neuer Großparkplatz in der Straßenbahnschleife Linie 1 wird nicht gebaut.

Und was besonders wichtig ist: Die Bearbeitung des Anmeldeantrages soll umgehend beginnen, nicht erst 2009. Eine Stabsstelle wird dafür eingerichtet. Man könne durchaus »auf die Überholspur gehen«. Denn sollten Anträge anderer deutscher Kandidaten nicht rechtzeitig fertig sein, könnte Kassel einspringen, so ein Mitglied der ICOMOS.

Wir dürfen sehr zufrieden sein.

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In der Zeitschrift »stadt+grün«, Ausgabe 6, 2006, erschien ein kritischer Beitrag zur Museumslandschaft Kassel, verfaßt von Claudia Gröschel. Der Verein dankt Frau Gröschel und »stadt+grün« für die Erlaubnis, den Text auf seiner Internet-Site zu veröffentlichen und empfiehlt die Lektüre. Der letzte Absatz lautet: »Für eine Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste müssen u. a. Echtheit und Unversehrtheit des Objektes gewahrt sein sowie überzeugende Erhaltungsplanungen vorliegen. Angesichts der augenblicklichen Entwicklungen im Rahmen der Planungen zur »Museumslandschaft Kassel« erscheint eine Klassifizierung der Kasseler Schloss- und Parkanlagen als UNESCO-Welterbe eher unwahrscheinlich.«
Auf diese Zeile klicken für den vollständigen Beitrag.

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Am 12. Juli 2006 sprach Dipl.-Ing. Peter Jordan, Landschaftsarchitekt, ö.b.u.v. Sachverständiger und Monitoring-Beauftragter: »UNESCO-Welterbe-Gärten und deren Qualitätssicherung. Zur Überprüfung historischer Gärten und zeitgemäßer Gartendenkmalpflege.« Zu den Absichten der Museumsparkplaner und des von der Landesregierung angestrebten Kulturvertrages mit der Stadt Kassel trug dieser Vortrag einiges bei. Greifen doch neue Besucherzentren, Verkehrsführungen und Großparkplätze nach jetzigem Planungsstand zerstörend in das Gartendenkmal Bergpark ein und bringen ohne Not die Anerkennung als Weltkulturerbe leichtfertig in Gefahr, wie leider aus Herrn Jordans Mund bestätigt wurde. »Ein historischer Garten, vor allem dann, wenn er authentisch und nahezu unversehrt ist, ist ein großes Geschenk. Als Gartendenkmal ausgewiesen, ist es eine gesetzliche Verpflichtung von Verfassungsrang. Was ein solcher Garten nicht ist: Eine Freifläche für jede beliebige Nutzung und Planung.«
Auf diese Zeile klicken für den vollständigen Vortrag.

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4.8.2006: HNA-Beitrag und Antwort von Hardy Fischer:

HNA-Streifzug durch die Stadt
Mit Thomas Wessel

Kleine Freudenfeuer
[...] Mit den mediterranen Temperaturen [...] haben sich einige von uns neue Gewohnheiten antrainiert.
Zum Beispiel die, in Parks und Grünanlagen kleine Freudenfeuer zu entfachen. [...]
»Die Wege sind ausschließlich Fußgängern, Krankenstühlen und Betriebsfahrzeugen der Verwaltung vorbehalten. Das Betreten der übrigen Flächen ist nicht erlaubt.«
Was sich liest wie ein Verbot aus der Adenauer-Ära ist aktuell, wenn auch nicht unbedingt auf der Höhe der Zeit: ein Auszug aus der ellenlangen Gebrauchsanweisung für den Bergpark Wilhelmshöhe.
Wo Elton John seinerzeit zehntausende zu Standing Ovations hingerissen hat, wo Lichterfeste und Hochzeiten gefeiert werden, wo Oldtimer zum Schaulaufen antreten und Wein verkostet wird; wo Sie und ich sonnenbaden, wo Ihre und meine Kinder in die Kletterbäume steigen - da überall ist Betreten verboten.
Müssen wir uns jetzt Gedanken machen? Nein, das überlassen wir der Verwaltung mit ihrer spießigen Parkordnung.

Kassel, den 4.8.2006

Sehr geehrter Herr Wessel,

die Lektüre Ihrer Streifzüge ließ mich heute morgen einigermaßen konsterniert zurück. Sie erklären sich mit Ihren Lesern einig, sich keine Gedanken zu machen. Warum auch, ist doch die Parkordnung im Bergpark spießig und liest sich wie ein Verbot aus der Adenauerzeit. Auha! »Wanderer, achte Natur und Kunst und schone ihrer werke« heißt bereits auf dem 1800 errichteten »Warnungsaltar« des Gartenreichs Dessau-Wörlitz, nebenbei gesagt einer der bedeutendesten Landschaftsgärten Europas und UNESCO-Welterbe. Das muss schon damals seine Gründe gehabt haben, waren wohl damals wie heute Zerstörungen und Ignoranz gegenüber dem Gartenkunstwerk nicht unbekannt. Die Kasseler Residenzgärten scheinen auch nicht immer im Sinne ihrer Schöpfer genutzt worden zu sein, klagte man doch bereits 1743, dass Kutschen, Ross und Reiter die Karlsaue als Abkürzung nutzen, Reiter Wege und Hecken verderben, Schwäne und Enten aufscheuchen, böse Buben Nester ausnehmen oder die Jungvögel totmachen. Das soll »bey Straffe der Cassation eingelassen werden«. Außerdem »Sol niemand Hohe und Niedrige ohne Unterschied ... Hunde weder groß noch klein mit sich nehmen .. damit ... Unsere gehege und kleine Wildbahne nicht verstöhrt und verwüstet werde« (ich zitiere hier aus einem Aufsatz von Kerstin Merkel). Dies zu den, wie Sie es nennen, ellenlangen Gebrauchsanweisungen, die gerade mal eine DIN-A4-Seite füllen.

Musste nicht unsere Tageszeitung unlängst mehrmals über den Tod von Schwänen berichten? Waren es freilaufende Hunde oder »Besucher«? Natürlich ist das nicht in Ihrem Sinne, doch die kleinen Freudenfeuer und Sonnenbäder auf den »übrigen Flächen« jenseits der Wege und das Herumsteigen in Kletterbäumen müssen ja wohl erlaubt sein. Einmal davon abgesehen, dass die im Wilhelmshöher Park seit Generationen gepflegten seltenen Bäume dabei durchaus Schaden nehmen, als als Spielzeug und Turngerät sind sie nun mal nicht gedacht. Sie sind vielmehr Teil jener vielen wohl konzipierten Parkbilder, die es, von Wegen geführt, in diesem einmaligen Gartenkunstwerk mit allen Sinnen zu erfahren gilt. Es geht um die ursprüngliche Wirksamkeit, die originären Werke der Gartenkünstlers, die in einem denkmalgeschützen Garten selbstverständlich zu bewahren sind. Wie wollen Sie das plätschern eines Baches wahrnehmen, wenn der liebe Nachbar die mobile HIFI-Dröhnung aufdreht, wie den Geruch der Rosenblüten, wenn Grillfleischdünste die Luft durchwabern, wie nachts den Mondschein betrachten, wenn Voodoo-Trommler ihre Art der Mondanbetung unerbittlich allen Besuchern und Anwohnern einhämmern? (Dass die Herrschaften Ihre Trommeln per Automobil zur Plutogrotte transportieren, die von Freudenfeuerchen mehr und mehr verrußt wird, sei nur am Rande angemerkt). Von allerwärts ausgetretenen Wegerändern und Trampelpfaden, die nur in wochenlanger Arbeit und entsprechenden Kosten wieder zu beseitigen sind, möchte man schon gar nicht reden. Ich erinnere an den Artikel unserer Tageszeitung vom 1.5.06 zu mutwilligen Schäden und rücksichtslosem Verhalten in den Kasseler Grünanlagen. (Auch dazu sei ein Hinweis erlaubt: Die tagtäglichen Zerstörungen von Rasenflächen und Wegen durch die grobstolligen Reifen der schweren Maschinengärtnerei spottet der Schäden durch Besucher.)

Dass Unkundige einen historischen englischen Landschaftspark von einem mit ähnlichen Stilmitteln angelegten Stadtpark nicht zu unterscheiden vermag, ist schade, aber wohl nicht zu verlangen. (Das spezielle Denkmalpfleger-Problem mit dem Englischen Garten in München, als Stadtpark angelegt und gleichzeitig ein bedeutendes historisches Gartenkunstwerk, möchte ich hier nicht erörtern.) Das Wenigste, die knappsten notwendigen Hinweise zu geben, kann eine Tafel am Eingang leisten. (Übrigens: Auch das Betreten der Rasenflächen englischer Landschaftsgärten in ihrem britischen Mutterland ist strikt untersagt, »No dogs« obligatorisch.)

Allein der robust angelegte Stadtpark bietet dem Freizeit- und Sportaktivitäten suchenden Bürger all das, was das Gartenkunstwerk nicht bieten kann und will. Würde man etwa verlangen, neben der Saskia Getränkeautomaten aufzustellen, weil Besucher Durst haben? Sollen Kinder zwischen den Antiken lustiges Fangen spielen, weil sie zufällig im Museum sind? Soll man Sportplätze außerhalb der Trainingszeiten als Grill- und Hundewiese zur Verfügung stellen? (Die Karlswiese aber sowieso, als Schul- und Freizeitsportplatz obendrein.) Kann und soll ein jeder seine persönlichen Gelüste ausleben, wo auch immer er sich befindet, und das in Massen?

Und deshalb ist Ihre Bemerkung zu den großen Veranstaltungen mit Popstars und anderen Oldtimern sehr berechtigt. Der prächtige Park soll alles nobilitieren, egal welches Ansinnen auch immer. Nur, welche Veranstaltungen einem historischen Garten angemessen sind, diese Frage zu beantworten haben sich die Hüter der Parks bisher nicht getraut. Dazu gibt es in Kassel kein Konzept. Die Initiative, den Herkulesgeburtstag als Nukleus für ein jährliches großes Gartentraumfest aufzunehmen, wurde bisher nicht aufgenommen. (2017 wird er dreihundert Jahre alt. Glauben Sie, dass man sich bis dahin in der Lage sähe?) Statt dessen untätiges Warten auf Veranstalter, wer auch immer. Geschweige, dass man sich in der Lage sähe, die wenigen gesetzten Regeln für den Parkbesuch durchzusetzen.

Apropos Herkulesgeburtstag:. Der Vorschlag, bei der jetzt anstehenden Oktogonsanierung das Gebäude gleichzeitig für sommerliche Veranstaltungen temporär wetterfest zu machen und entsprechende Einrichtungen zu planen: nicht aufgenommen, obwohl das Oktogon von allen Parkbauten die faszinierensten Räume bietet und am besten von allen Parkarchitekturen verkehrlich erschlossen ist. Die dank der Aktion unserer Tageszeitung gespendete halbe Million hätte so ein greifbares Ziel.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Hardy Fischer
Vorsitzender

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Brief an die HNA
/ 22. Juni 2006

Sehr geehrter Herr Ketteritzsch,

die Diskussion um die Tulpenallee, besser gesagt um den Verkehr auf der Tulpenallee, findet ohne die tatsächlich zuständigen Experten statt. Weder das Land Hessen noch die Stadt Kassel haben bisher darüber mit der UNESCO bzw. deren zuständigen Gutachtern und Beratern von ICOMOS-IFLA ein Wort gesprochen. Weder wurde ein Vorgutachten zur Welterbewerbung, deren Inhalte, Probleme und Chancen erbeten noch eine Beratung zu den anstehenden Problemen in Anspruch genommen.

Einzig zu zwei Jurysitzungen zum Besucherzentrum am Herkules wurde Herr Dr. Robert de Jong von ICOMOC-IFLA als Berater, nicht als Juror (!), hinzugezogen. Der widersprüchliche Ausschreibungstext allerdings wurde ohne ihn verfasst, was bekanntermaßen zu dem einigermaßen enttäuschenden Ergebnissen geführt hat. Die Büros wurden auf eine für sie kostspielige falsche Fährte gelenkt. Der Sieger zeigt eine Architektur von wohl guter innerer Funktionalität und gestalterischer Qualität, stellt sein Gebäude aber aufgrund der Ausschreibung nach wie vor an den falschen Standort bei problematischer, wohl nicht möglicher Bergparkbus-Anbindung. Soll das Besucherzentrum als Testfall nicht gleich der erste Sargnagel für die Welterbe-Bewerbung werden, wird die Juryentscheidung wohl revidiert werden. Viel Arbeit, Kosten und Mühen laufen ins Leere. Das könnte man sich ersparen.

Das Beispiel zeigt, das Planungsprozesse anders laufen müssen, um sich nicht in Alternativen, Bewertungsverfahren und Großdiskussionen zu verlieren, die gar nicht zur Debatte stehen. Vorab Aussagen der UNESCO einzuholen würde vieles klarer darstellen, einiges ausschließen, Unverhofftes möglich machen.

Für die Museumslandschaftsplaner spielte die Tulpenallee überhaupt keine Rolle, bis man auf die Idee kam, das Marstallgelände als weiteren Museumsstandort zu erschließen. Plötzlich störte die Straße, nicht wegen des Parks und dessen Unberührtheit, sondern wegen der Beeinträchtigung der Museumsbesucher beim queren der Trasse. Stereotyp hört man seitdem, mit dem Verkehr auf dem Schlossplateau (man spricht nicht Park) gäbe es keine Welterbeanerkennung. Woher wissen Herr Dr. Eissenhauer und seine Planer das? Jedenfalls nicht von den eigentlich zuständigen UNESCO-Gremien. Die hat er nicht befragt. (Herr Witte und Herr Junge übrigens auch nicht.)

Alle Lösungen, außer der nicht möglichen kompletten Sperrung der Tulpenallee, sind Kröten. Es kann nur darum gehen, die Lösung zu suchen, die die geringsten Zerstörungen im Park und dem inhaltlich zugehörigen landschaftlichen Umfeld vor dem Rammelsberg anrichtet. Vor allem muss dafür Sorge getragen werden, nicht noch mehr Verkehr in das Areal hineinzulocken, wie es durch Erweiterung der Orthopädischen Klinik geschehen wird oder durch die Anlage von Parkplätzen direkt am Park vor der Kurklinik (!) Habichtswald! Auch das ampelfreie Wohngebiet Mulang und die noch immer zu befahrende Mulangstraße lockt Durchgangs- und Schleichverkehre an. Bad Wilhelmshöhe zeichnet sich eben dadurch aus, der einzige Kurort Deutschlands ohne kurgemäße Verkehrsberuhigung zu sein.

Also, erst mal die UNESCO befragen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Hardy Fischer

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Pressemitteilung / 16. Juni 2006

Sperrung der Tulpenallee nicht die Alternative.

»Meistbefahrener Bergpark Europas«! Den außergewöhnlichen Titel verdient sich Kassel redlich. Autoverkehr und Touristenbusse durchqueren eine der schönsten Parkanlagen der Welt auf mehreren Straßenzügen. Bad Wilhelmshöhe zeichnet sich dadurch aus, der einzige Kurort Deutschlands ohne kurgemäße Verkehrsberuhigung zu sein. Pläne sehen vor, die den Landschaftspark ergänzenden Wiesen und Felder und das Kurgebiet durch eine weitere Straße zu zerschneiden!

Eine Vollsperrung der Tulpenallee auf Kosten der Bürger von Harleshausen, Kirchditmold und Wilhelmshöhe kann aus Sicht des Vereins Bürger für das Welterbe nicht die Lösung sein. Ob eine Sperrung in einem zukünftigen Welterbe überhaupt von der UNESCO gefordert würde, haben weder die Museumslandschaftsplaner noch die Stadt Kassel bisher angefragt. Der Berater Dr. Robert de Jong wartet seit längerem vergeblich darauf, eingeladen zu werden.

Ein erster Schritt kann nach Meinung des Vereins nur eine differenzierte Verkehrslenkung über die Tulpenallee sein: Langsamer Verkehr an den Stellen, wo Spaziergänger queren, temporäre Sperrung nachts, möglichst auch an Wochenenden und zu verkehrsarmen Zeiten tagsüber. Der morgendliche und abendliche Berufsverkehr muss aus den Wohngebieten ferngehalten werden und wegen fehlender Alternativen in Kirchditmold und Harleshausen die Tulpenallee angemessen passieren können.

Übrigens: Wirklich zu sperren ist die Mulangstraße, die niemand braucht! Sie liegt im Park und soll wieder werden, was sie war: Die Promenade durch das chinesische Parkdorf.

Prof. Hardy Fischer
Vorsitzender


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Presse, Aktuelles


22.03.2005
Hardy Fischer: Kassels neue Ziele
Kassel sucht nach der negativen Kulturhauptstadtentscheidung nach neuen Zielen. Ich möchte einige nennen, die neben den Brüdern Grimm und der documenta den Einsatz lohnen würden.

Die Bewerbung Kassels um das UNESCO-Welterbe als Kulturlandschaft - als solche werden die drei Gärten wohl kategorisiert werden - kann, da ein Welterbe in jedem Fall von außergewöhnlichem universellem Wert und einzigartig sein muß, nur vor dem Hintergrund des geistigen Kosmos der Kulturstadt Kassel zum Erfolg führen. Dazu gehören, kulminierend im Bau des Fridericianums, die Sammlungen, die Wissenschaften, Künste und Technik, wie sie über Jahrhunderte bis in die heutige Zeit das geistige Klima der Stadt bestimmt haben. Die Begründung für die UNESCO wird darauf aufbauen müssen. Es sind also damit verbunden die Museumsplanungen, die Grimms (und andere) und die documenta (mit Beuys, Christo, Oldenburg u.a.).

Projekte, die sich aus der Welterbe-Bewerbung ergeben und dauerhaft weit über Kassel hinausstrahlen werden:

1 Ein Netzwerk mit Menschen, Gruppen und Institutionen, die sich für diejenigen europäischen und außereuropäischen Gärten engagieren, die für die Entwicklung der Kasseler Gärten so entscheidend waren. Zu nennen sind Orte in Italien, Frankreich, Holland, England, Schweden und China, aber auch in Deutschland.

2 Wiederherstellung des einmaligen chinesischen Dorfes »Mou-lang« im Park Wilhelmshöhe ist zu beginnen, um den chinoisen Gartenteil, die Pagode und rekonstruierten Chinesenhäuser dem Publikum zu präsentieren. Mou-lang ist zudem der Anknüpfungspunkt für Kontakte mit China. Weitere Wiederherstellungen besonderer Attraktivität wären der Neue Wasserfall als größter Wasserfall im Bergpark und die Grotte in Wilhelmsthal.

3 Eine »Galerie der Gartenkunst«. Ein idealer Standort wäre die Orangerie in der Karlsaue. Gedacht ist an eine ständige Ausstellung sowie an Wechselausstellungen. Dauerhaft bereitzustellen und damit vom sporadischen Schulsport zu befreien ist die Hessenkampfbahn (an der Stelle von Kassels ältestem Residenzgarten) an der Orangerie. Hier können im Außenraum Ausstellungen der Galerie der Gartenkunst ihre Erweiterung finden, aber auch - im Herzen der Stadt - angemessene Veranstaltungen verschiedener Art stattfinden wie jährliche Gartenschauen oder evtl. Pferdesportveranstaltungen u.v.a.

4 Die Gründung der »Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Gartenkunst«. Von bedeutenden Künstlern entworfene Gärten werden angelegt und für einige Jahre erhalten. Die große Ausstellung wäre jeweils zwischen den documenten, die Gärten aber weitaus länger zu sehen. Eine solche Ausstellung auf internationalem Niveau wäre mindestens so erstrebenswert wie eine Bundes- oder Landesgartenschau.

5 »Gartenreich Nordhessen«. In die Präsentation und touristischen Vermarktung der Welterbegärten mit einbezogen werden: Park Schönfeld mit dem Botanischen Garten, der Henschelgarten am Weinberg, Park von Gut Windhausen in Niestetal-Heiligenrode, Park von Gut Freienhagen an der Fulda, Schlosspark Gut Escheberg in Zierenberg, Fürstenbad Gesundbrunnen Hofgeismar und Schloß und Park Arolsen, Tiergarten, Urwald und Burggarten Sababurg, Gut Beberbeck und das mehrtausendjährige »Waldgeschichtsbuch« Reinhardswald sowie der Klostergarten Heydau in Morschen.

6 Hessens ältestes technisches Denkmal, der Messinghof, die Wiege des Herkules, ist wiederherzustellen und in die Welterbestätte einzubeziehen. Der Herkules ist nicht nur die größte Herkulesstatue der Welt, sondern auch soweit bekannt die erste Kupferstatue mit innerem Eisenfachwerk, eine technische Innovation und Meisterleistung. Einmal ist zudem, das die Herstellungsstätte ebenfalls erhalten ist.

7 Die jährliche Feier des »Herkulesgeburtstages« im Sommer sollte Nukleus sein für eine großartiges, überregional bedeutendes Sommerfest(-ival) im Park, im Oktogon, in und an der Löwenburg und vor dem Schloss. Sehr schön, sehr groß, sehr populär. Theater, Musikveranstaltungen, Film, Ausstellungen etc. verschiedener Art in einem über den Sommer Regen- und windgeschützten Oktogon, das wär's doch. Das Oktogon wird demnächst restauriert. Man sollte weiter denken und das Oktogon zu einem besonderen Veranstaltungsort machen!

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Auf Einladung des Vereins Bürger für das Welterbe war Dr. Robert de Jong am 08.03.2005 nach Kassel gekommen. Der Eulensaal der Murhardschen Bibliothek war bis auf den letzten Platz besetzt. Unter den Gästen konnten die städtische Denkmalpflegerin Marlies Finis-Sauer, der Direktor der Staatlichen Museen Dr. Michael Eissenhauer, von der Verwaltung der Schlösser und Gärten Dr. Bernd Modrow und Michael Boßdorf, der ehemalige Leiter der Bergparks Hermann Mielke, Stadtmuseumsdirektor Karl-Hermann Wegner und, vom UNESCO-Office in Peking, Frau Hongjie, begrüßt werden. Bei seinem Vortrag berichtete Dr. de Jong vom Anmeldeverfahren, von Kriterien der UNESCO und hob die notwendige »Ernsthaftigkeit« beim Verfahren ebenso hervor wie die Hauptkriterien »Einzigartigkeit, Echtheit, Unversehrtheit«. Aus seinem Vortrag ging hervor, daß die Welterbe-Anmeldung der Kasseler Gärten keineswegs schon gesichert ist: Speziell der Nachweis der Einzigartigkeit der Stätten und ihr außergewöhnlicher universeller Wert seien Kriterien, die die UNESCO zunehmend interessiere. Im Diskussionsteil kamen vom Moderator der Veranstaltung, Prof. Hardy Fischer, und aus dem Saal zahlreiche Fragen. Daß eine Konsultation der UNESCO im Zuge von Planungen in und um die Welterbestätten bisher noch nie unternommen wurde, stieß bei Dr. de Jong auf Unverständnis. Für jeden, der Übereinstimmung von Planungen mit den UNESCO-Zielen prüfen wolle, gebe es Ansprechpartner. Für die Museumslandschaftsplaner sei jetzt der späteste Zeitpunkt, mit der UNESCO in Verbindung zu treten.

Zum Vortragenden: Dr. Robert de Jong war bis Februar 2005 seit 10 Jahren Präsident des Internationalen Komitees für historische Gärten und Landschaften (ICOMOS-IFLA). Er ist oberster Verantwortlicher für alle Welterbestätten in den Niederlanden. Seit 1995 bearbeitet er die dortigen Anträge. Im Rahmen des »Monitoring«, das ist die regelmäßige Überprüfung der bereits ernannten Welterbestätten hinsichtlich ihrer Erhaltungssituation, ist Dr. de Jong als Vertreter der Niederlande in der Unesco-Kommission tätig. Er ist Mitglied der UNESCO-Entscheidungskommission bei der Antragsbearbeitung. Auf Bitten des deutschen Vertreters der UNESCO und des polnischen Generalkonservators war Dr. de Jong seit 1997 beratend tätig bei der Erstellung des Antrages für die Aufnahme des Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau in die Liste der Welterbestätten. Diesem Antrag wurde im Juni 2004 stattgegeben. Seither ist Dr. de Jong Mitglied im Stiftungskuratorium der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau.

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Zwei Beiträge der F.A.Z., die sich kritisch mit der Museumslandschafts-Planung und ihren Auswirkungen auf den Bergpark auseinandersetzen:

1.
Aus der F.A.Z. vom 12.05.2005. www.faz.net.

Kasseleien
Herkulisch: Der Masterplan für die Museen der Documenta-Stadt
von Thomas Wagner

Siehe

Die Bewerbung Kassels zur Kulturhauptstadt Europas ist gescheitert. Weder der über die Stadt wachende Herkules konnte das verhindern noch der ambitionierte Masterplan (F.A.Z. vom 15.September 2004 und vom 9.März), der die »Kasseler Museumslandschaft« neu ordnen und den ebenso vielfältigen wie reichhaltigen Beständen endlich jene Aufmerksamkeit sichern sollte, die sie verdienen. Die »Visionen« für Kassel reichen indes weit in die Zukunft und bleiben deshalb vom Welken der Blütenträume einer europäischen Kulturhauptstadt weitgehend unberührt.

Allein, auch die »widersprüchlichen Eindrücke«, wie sie Udo Corts bei seinem ersten Besuch als Minister für Wissenschaft und Kunst in Kassel in sich hervorgerufen sah, bestehen fort. »Auf der einen Seite«, bekennt dieser in einer Broschüre zum Masterplan, »das Gefühl, einem gewaltigen kulturellen und kulturhistorischen Potential gegenüberzustehen, auf der anderen Seite der Eindruck, daß dessen einzelne Elemente sehr beziehungslos nebeneinanderstehen, daß sie kein Ganzes bilden und als solches auch kaum präsentiert werden können und daß vieles renovierungsbedürftig ist.« Wo man heute nur Teile sieht, soll ein Ganzes werden. Fraglich indes bleibt, wie dies erreicht werden kann. Schließlich ist das vorliegende Konzept nicht ohne Alternativen.

Der Masterplan formuliert eine auf die nächsten zehn Jahre angelegte Perspektive und sieht im wesentlichen drei Bereiche vor: erstens einen »Fürstlichen Kosmos«, der Schloß und Park Wilhelmshöhe umfaßt und in der Karlsaue seine Ergänzung findet. Zweitens einen »Geschichts- und Märchenpark« rund um den Brüder-Grimm-Platz, das Landesmuseum sowie den Murhard-Park. Und drittens einen etwas verlegen »Kassel modern« getauften Komplex mit der Documenta, der Neuen Galerie und dem Kulturbahnhof. Blumig spricht man von »thematisch homogenen« Kulturbezirken und erklärt das » Öffnen« - von Räumen, Blicken und Durchgängen, von Zusammenhängen, Themen, für neue Zielgruppen und wirtschaftliche Ziele - ausdrücklich zum obersten Planungsziel. Selbst wenn damit eine unterirdisch verlaufende Rolltreppe gemeint ist.

Schaut man genauer hin, was Albert Speer&Partner in Zusammenarbeit mit dem Museologen Dieter Bogner und »in einem ständigen Diskussionsprozeß mit dem Auftraggeber« (Corts) - also mit dem Land Hessen, der Stadt und dem Landkreis Kassel - skizziert haben, so läßt sich dessen Untauglichkeit schon jetzt erkennen. Denn propagiert wird für den Bergpark und Schloß Wilhelmshöhe eine »Wunderwelt«, die sich vor allem durch Wunderlichkeiten auszeichnet. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich die postmodern aufgeblasenen und mit allerlei museologischem Trallala auftrumpfende Collage der Fürstenwelt vorzustellen, die das Schloß angeblich aus seinem Schlaf wecken und touristisch aufpeppen soll. Auch wenn an den Details noch gefeilt wird: Diese »Vision« ersetzt historische Wahrheit durch zweifelhafte szenographische Effekte und ist obendrein finanziell äußerst riskant.

Weitgehend unproblematisch erscheinen lediglich die ersten, zum Teil schon beschlossenen Maßnahmen: die Sanierung des Herkules und der Löwenburg sowie der Bau zweier Besucherzentren. Schon mit der Sanierung und Erweiterung der Neuen Galerie und des Landesmuseums werden Vorentscheidungen für eine künftige Gesamtstruktur getroffen, die in ihren weitreichenden Konsequenzen für die Umschichtung einzelner Bestände bislang keineswegs ausreichend diskutiert wurden.

Mit dem Bergpark Wilhelmshöhe und den Sammlungen Alter Meister besitzt Kassel in der Tat ein einmaliges Ensemble, in dem das ästhetische Empfinden mehrerer Epochen Ausdruck findet. Daraus folgt freilich nicht, daß man daraus eine Mischung aus Neuschwanstein und Expo machen muß, um die herum der Halbgott Herkules als Geist der Stärke seine Keule schwingt. Statt sich durch ein kulturhistorisches Konzept, das Geschichte postmodern zu einem »fürstlichen Kosmos« arrangieren will und die historische Wahrheit ins Unverbindliche sich verflüchtigen läßt, aus dem Kreis der großen europäischen Pinakotheken und deren Ausstellungsbetrieb abzukoppeln, sollte hier eher Anschluß gesucht werden. Touristisch erschließbar und aktivierbar sind Herkules, Bergpark und Löwenburg, aber nicht im gleichen Maß die Gemäldegalerie Alter Meister. Würde man die - vor allem im Sommer zu erwartenden - Besuchermassen, die Bergpark, Herkules und Löwenburg locken, mit einer Klientel verbinden, die sich für Ausstellungen im Netzwerk der internationalen Museen von Rang begeistert, so könnten zwei Chancen zugleich genutzt werden. Das Interesse an Kunstausstellung ist in Deutschland derzeit enorm - nicht nur, wenn das MoMA lockt.

Wer Teile des Bergparks nur gegen Eintritt zugänglich machen möchte, dem wäre mit einem - nicht ganz ernst gemeinten - Vorschlag womöglich besser gedient: Weshalb nicht aus dem Bergpark - um des Kontrastes zu der permanenten Festkultur willen - einen exklusiven Golfplatz machen, den japanische oder arabische Konsortien sicher gern mit einem Nobelhotel ausstatten und für regen Spielbetrieb sorgen würden? Daß nicht weit von Kassel über ein Freizeit-Resort "Sababurg/Beberbeck" nachgedacht wird, das für geschätzte vierhundert Millionen Euro eine Kombination aus Golf-, Wellness- und Reitangeboten in mehreren Hotels bieten soll, angereichert mit Märchen, Mythen und Wald, macht die Aussichten für eine inszenierte Vergangenheit in Kassel so oder so nicht rosig. All das läßt deutlich werden: Der Bergpark rund um Schloß Wilhelmshöhe taugt nicht zum Freizeitpark nach dem Muster eines gehobenen Phantasialandes. Das Scherzwort vom »Herkuland« könnte schon bald bittere Realität werden, mit allen Enttäuschungen und mit unabsehbaren Folgekosten.

Deshalb ist es höchste Zeit, in Kassel lange gepflegte Tabus fallenzulassen und über ein ganz anderes Konzept nachzudenken. In groben Zügen könnte dies so aussehen: Herkules und Löwenburg werden saniert, und die beiden ohnehin bescheidenen Besucherzentren gebaut. Der freie Zugang zum Park bleibt erhalten, und der Eintrag in die Liste des Weltkulturerbes wird nicht durch problematische Eingriffe gefährdet. In Schloß Wilhelmshöhe aber läßt man das ahistorische Konzept eines »Fürstlichen Kosmos« mit all seinen Collagen zugunsten eines konsequenten Ausbaus der Pinakothek Alter Meister - durchaus ergänzt um den Weißensteinflügel - fallen. Diesseits aller szenographischen Zurichtung der in Wilhelmshöhe zusammengezogenen Bestände konzentriert man sich auf eine Gemäldegalerie europäischen Rangs, der mit entsprechender Ausstattung innerhalb von fünf Jahren der Anschluß an den internationalen Ausstellungsbetrieb gelingen sollte.

Das hätte den Vorteil, zusätzlich zu dem Publikum im Park ein besonders an Kunst interessiertes nach Kassel locken zu können. Überdies ließe sich eine solche Pinakothek wesentlich schneller und kostengünstiger verwirklichen, zumal zu befürchten ist, daß die aufwendige szenographische Inszenierung der mutwillig zusammengebastelten fürstlichen Welt schon im Moment ihrer Eröffnung ästhetisch veraltet erscheinen könnte, da auch in der Präsentation die Moden schnell wechseln. Überschlägt man die Investitionen für den abermaligen Umbau des Schlosses (neuerdings vielleicht wieder mit Kuppel oder gar mit einem Planetarium obenauf, obgleich der Umbau ja gerade erst fünf Jahre zurückliegt), den Zugang über eine unterirdische Rolltreppe und für die Inszenierungen nur grob, so wären dafür sicher abermals wenigstens 100 Millionen Euro aufzuwenden - mit mehr als zweifelhaften Aussichten auf Erfolg. Gerade wenn Kassel sich mit Städten wie Dresden messen will, ist eine Synthese aus Museumsschloß und Schloßmuseum, die mit Rekonstruktionen und ahistorischen Installationen auftrumpfen möchte, keine überzeugende Option.

Neben der Debatte über Bergpark und Schloß Wilhelmshöhe muß sodann endlich über eine Belebung des Stadtzentrums nachgedacht werden. Der vorgesehene »Geschichts- und Märchenpark« rund um die Brüder Grimm samt Hotel, Landesmuseum und Museum für Sepulkralkultur mischt in der bislang erkennbaren Form offenbar all das, was nur schwer zueinanderfindet und deshalb zusammengezwungen werden soll. Vollends hilflos erscheinen die Pläne innerhalb des »Kassel modern« getauften Dreiecks. Hier bleibt es unverständlich, weshalb das Museum Fridericianum zwar als »Mittelpunkt« erkannt, aber beharrlich aus allen Überlegungen ausgeschlossen wird. Immerhin trat Kassel mit der Eröffnung des vom Hofarchitekten Simon Louis du Ry entworfenen Museums Fridericianum durch Landgraf FriedrichII. im Jahre 1779 an die Spitze der kontinentalen Museumsentwicklung. Wo in anderen Residenzstädten wie Stuttgart oder Potsdam ein Schloß gebaut wurde, entstand in Kassel ein Museum, ein »Tempel der Bildung«.

Was läge also näher, als das Fridericianum in einer solchen Funktion im Zentrum der Stadt zurückzugewinnen und dort ein »Museum der Aufklärung« einzurichten, das Teile der kapitalen Sammlungen zusammenführen und zu einem geistesgeschichtlichen wie kunsthistorischen Panorama integrieren könnte? Das wäre weit weniger »szenographisch« gezwungen zu realisieren als der geplante »Fürstenkosmos« in Schloß Wilhelmshöhe. Eine Rücksichtnahme auf die alle fünf Jahre stattfindende Documenta ist dabei überflüssig. Die Weltkunstschau ist längst erwachsen und selbständig genug, um auf eigenen Füßen zu stehen. Zumal die Hinzunahme des gleich hinter dem Fridericianum gelegenen »Dock 4« durchaus die Möglichkeit bietet, auf diesem Areal endlich ein »Documenta-Museum« zu bauen, in dem neben exemplarischen Werken und Ausstellungen zur Geschichte der Documenta auch der Kunstverein untergebracht werden könnte. Alle fünf Jahre könnte das Haus dann - wie bislang das Fridericianum - als zentrales Gebäude für die Documenta-Ausstellung im Stadtzentrum genutzt werden. Das Documenta-Archiv würde in die für Ausstellungszwecke nur bedingt geeignete Documenta-Halle umziehen.

Womöglich könnte die ersehnte Strahlkraft der in ihrer Substanz so vorzüglichen Kasseler Museen auf diese Weise besser wiedergewonnen werden als durch einen Masterplan voll ästhetischer und ökonomischer Unwägbarkeiten. Natürlich wäre eine solche Lösung radikal. Im Hinblick auf die Stärken Kassels birgt sie indes mehr Zukunft und weniger Fiktion.


2. Aus der F.A.Z. vom 09.03.2005. www.faz.net.

Auf der Rolltreppe ins Herculand
Barockes Fest im Bergpark: In Kassel soll die gesamte Museumslandschaft umgekrempelt werden
von Tilman Spreckelsen

Manchmal reichen ein paar Karpfen aus, um den Touristen zu begeistern: »Äußerlich etwas ausgefranzt, abgewetzt / Scheinen sie inwendig / Doch recht lebendig«, beschreibt Joachim Ringelnatz in seinem schönen Gedicht »Cassel« die Fische, die in einem Glasbassin ein Schaufenster der Wilhelmstraße 15 schmücken. Das war vor der großen Zerstörung, der 1943 der überwiegende Teil der hinreißenden Altstadt zum Opfer fiel, und wer Kassel seitdem wie Ringelnatz auf der Durchreise besuchte, konnte versucht sein, das Bild von den abgewetzten Karpfen auf die von Nachkriegsbauten geprägte Innenstadt anzuwenden.

Damit ist es allerdings für gewöhnlich vorbei, wenn der Fremde die wenigen Reste verschonter oder rekonstruierter Bausubstanz besichtigt, wenn er beispielsweise die zentral gelegene Orangerie mit der prächtigen Karlsaue besucht oder den einzigartigen Bergpark hoch über der Stadt mit der Trias von Schloß, Löwenburg und Herkules, wenn er die großen landgräflichen Sammlungen anschaut und kleine Preziosen wie das Tapetenmuseum oder das Museum für Sepulkralkultur. Davon sieht, wer mit dem ICE durch Kassel kommt, so gut wie nichts - mag sein, daß er einen Blick auf die Silhouette des Herkules erhascht, bevor der Zug in einem der trostlosesten Fernbahnhöfe der Republik hält, und wer nur den kennt, fährt auch gern wieder weiter.

Wegen soviel Schönheit in einer so unspektakulären Fassung gilt Kassel vielen als kulturell gründlich unterschätzt, wenigstens in den Pausen zwischen den Documenta-Ausstellungen. So steckt in dem Aufbruch, den die Stadt jetzt unternimmt (F.A.Z. vom 15.September 2004), auch ein wenig Trotz, der Wille, der unverständigen Welt zu zeigen, was Kassel alles zu bieten hat - und warum die Stadt in fünf Jahren eine würdige europäische Kulturhauptstadt sein könnte. Eine Shortlist der deutschen Bewerberstädte wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

Doch Kassels Pläne reichen weit über dieses Datum hinaus. Als im Zuge der Kulturhauptstadt-Bewerbung das Auswahlgremium für den deutschen Kandidaten am 20. Februar die Stadt besuchte, hatten kurz zuvor Mitarbeiter des Frankfurter Architekturbüros Albert Speer&Partner (AS&P) in Berlin einen »Masterplan« für Kassels Kultur vorgestellt: Ausgehend von drei thematischen wie räumlichen Zentren, sollen die vorhandenen Museen mit ihren Sammlungen umfassend neu geordnet und dabei notwendige Sanierungen - etwa der Neuen Galerie, der Löwenburg oder des Herkules - durchgeführt werden (www.hmwk.hessen.de/kultur/politik/museumslandschaft_kassel.html). Am Ende sieht der Plan einen »Geschichts- und Märchenpark« rund um das Hessische Landesmuseum, ein »Kassel modern« getauftes Areal um das Fridericianum und schließlich, so heißt es in einer jüngst publizierten Broschüre, den Ausbau des »Gesamtkunstwerks Bergpark Wilhelmshöhe« zu einer »einzigartigen Attraktion für ein regionales und internationales Publikum« vor. Es ist dieser letzte Punkt, der in Kassel einige Nervosität verursacht.

Denn der Masterplan, für dessen Umsetzung das Land Hessen in den nächsten Jahren bis zu 200 Millionen Euro bereitstellen könnte (knapp 100 Millionen sind bereits bewilligt), hat sich »einer neuen Wahrnehmung des Parks« verschrieben, sagt Michael Eissenhauer, der Direktor der Staatlichen Museen Kassel. Und das heißt: Für die Besucher von Park und Museen, deren Zahl sich, geht es nach den Planern, langfristig mehr als verdoppeln soll, werden gleich zwei Besucherzentren eingerichtet (eines davon, am Herkules, soll ganz neu gebaut werden), durch den Park sollen Busse rollen, um die immer älteren Gäste zu transportieren (»Denken Sie an den demographischen Wandel!« mahnt der Museumsdirektor), hinzu kommen Gastronomie und Gästebetten in bequemer Nähe. Und weil die Sammlung in Schloß Wilhelmshöhe ein »zentrales Entree« brauche, findet Eissenhauer einen besonders umstrittenen Vorschlag der Frankfurter Masterplaner zumindest »spannend«: einen Tunnel mitten durch den Schloßberg, der die Gäste mit einer Art Rolltreppe geradewegs ins Untergeschoß des Museums bringen soll. Wessen Bedürfnissen dieses aktionistisch anmutende, völlig ahistorische Vorhaben gerecht werden will, ist sehr unklar.

Auch Jens Jakob Happ von AS&P, einer der Autoren des Masterplans, spricht von der »Schwellenangst« potentieller Besucher, die es zu überwinden gelte, etwa indem man für deren Bequemlichkeit sorge und ihnen für ihr Geld auch etwas biete.

Dies vor allem markiert die neue Perspektive, mit der hier auf den Park geblickt wird. Denn natürlich ist es Teil des Konzepts, neue Einnahmequellen zu erschließen. So könnten, sagt Happ, beispielsweise die Kosten für die traditionellen Wasserspiele auf den Kaskaden, die vom Herkules bergab führen, von den Gästen erhoben werden - dabei müßte freilich ein Teil des bislang offenen Parks jeweils für zahlende Besucher reserviert werden. Der Anmutung und Tradition der Anlage widerspricht ein solches Vorhaben gründlich, aber es hat den Anschein, daß dieser Traditionsbruch von den Planern nicht nur in Kauf genommen, sondern im Sinne einer Neubewertung des Parks auch gewollt wird. Jedenfalls wollen Happ und seine Kollegen hier an Stelle des bisherigen »Volksparkcharakters« den »Eindruck eines barocken Festes« vermitteln, verbunden mit einer »größeren Betreuung der Besucher«. Was immer das konkret bedeuten wird, unter den Gegnern dieser Pläne geht jetzt schon das böse Wort vom »Herculand« um.

Denn natürlich stellt sich die Frage, mit welchen Besucherzahlen - und mit welchen Einnahmen - die Masterplaner intern fest rechnen, was passieren wird, wenn die erwarteten Massen eben nicht nach Kassel strömen, wenn sich nicht genügend zahlende Liebhaber barocker Festlichkeit finden und die Rolltreppe unter dem aufgebohrten Schloßberg verwaist, die Besucherzentren veröden und der neue, große Parkplatz im Gelände der bisherigen Wendeschleife der Straßenbahnlinie 1 leer steht. Andere Kritiker bemängeln, daß im Zuge der Planungen Sammlungen aus Museen der Innenstadt in Richtung Wilhelmshöhe abwandern sollen, etwa das Tapetenmuseum.

Es gibt allerdings noch einen anderen Plan für den Park, der um etliches älter ist als der neue Masterplan. Denn das Areal steht seit 1986 auf der deutschen Auswahlliste für das Unesco-Welterbe. Kasseler Bürger befürchten nun, daß einige der im Masterplan vorgesehenen Maßnahmen die endgültige Einstufung des Parks als Welterbe verhindern könnten - denn die Unesco-Kriterien verlangen, völlig zu Recht, »Echtheit« und »Unversehrtheit« der Anlage, während der neue Plan Neubauten in der Pufferzone um den eigentlichen Park und am Herkules vorsieht.

So kritisiert der Verein »Bürger für das Welterbe« (www.kassel-welterbe.de), daß die geplanten Veränderungen nicht organisch aus dem Park heraus entwickelt würden: Er vermisse, sagt Hardy Fischer, der Vorsitzende des Vereins, »einen Ansprechpartner, der für den Schutz des Parks zuständig ist. Denn das Gartenkunstwerk hat keinen starken Anwalt - es wird immer nur so mitbehandelt.« Was »die Planer da so machen«, stuft Fischer als »ein bißchen autistisch« ein. Und da gegenwärtig ein »Parkpflegewerk für Wilhelmshöhe in Arbeit« sei, das noch einmal ganz eigene Richtlinien für den Umgang mit dem Park entwickeln werde, stehe der Masterplan »sowieso auf tönernen Füßen«.

Umgekehrt will Happs Kollege Gerhard Brand von AS&P beim Verein »eine Art Fundamentalismus gespürt« haben, und Happ warnt im Zusammenhang mit dem Weltkulturerbe vor »Gutachterstreit und Stillstand«. Deshalb - und weil es auch »keine einheitlichen Kriterien« für den Zustand der verschiedenen Weltkulturstätten gebe - wäre es sinnvoller, erst zu planen und dann möglicherweise die Entwürfe eventuellen Einwänden gemäß zu modifizieren, als diese schon von vornherein miteinzubeziehen.

Bei allem Streit: Daß jetzt in einer Reihe von ersten Maßnahmen der Herkules, die Löwenburg und der Weißenstein-Flügel in Schloß Wilhelmshöhe saniert werden, begrüßen alle, und wer wie die meisten Kasseler Bürger die einst als Teilruine angelegte Löwenburg, die dann später im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, noch nie mit ihrem Bergfried gesehen hat, wird den Wiederaufbau kaum erwarten können. Wenn im Zuge dieser Rekonstruktion dann auch der Rittersaal des mittelaltersüchtigen Landgrafen Wilhelm IX. wiederhergestellt werden wird, darf man das Jahr, in dem diese Rekonstruktion beschlossen wurde, getrost schätzen.

Zudem enthält der Masterplan neben den bereits beschlossenen Maßnahmen eine Reihe von Vorschlägen, über die noch entschieden werden muß. Wie sich dabei der gerade neugewählte Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen verhalten wird, ist ebenso ungewiß wie die Rolle, die ein Scheitern oder Gelingen der Kulturhauptstadt-Bewerbung für die weiteren Pläne spielen wird.

Vor allem aber wird man sich fragen müssen, ob denn der Preis, der für Eissenhauers »neue Wahrnehmung des Parks« entrichtet werden soll, nicht zu hoch ausfällt. Eigenwillige Touristen vom Schlage eines Ringelnatz jedenfalls wird man so oder so nicht ködern können: Den Dichter, der immerhin auch die Wilhelmshöhe besuchte, bezauberten einzig die Karpfen im Schaufenster: »Und ich denke mir ihre Seele / Wie eine Kellerassel, / Die Kniebeuge übt. - / Ja und sonst hat mich in Cassel/Nichts weiter erregt oder betrübt.«

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24.10.2004:
Der Stadtverordnetenbeschluß der Stadt Kassel bezüglich der Abgrenzung von Kern- und Pufferzonen ist auf der Seite »Arbeitsgruppen« im Wortlaut nachzulesen.
15.11.2004:
Nun ist auf der Seite »Arbeitsgruppen« auch die von der Stadt Kassel erarbeitete Karte der Kern- und Pufferzonen zu finden.

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10.10.2004:
Für die Liebhaber der historischen Gartenkunst Kassels von höchstem Interesse: Der neue Online-Bestandskatalog der Architekturzeichnungen des 17. bis 20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung der Staatlichen Museen Kassel. Es werden die großen fürstlichen Bauvorhaben in der Stadt Kassel, in Wilhelmshöhe und in Wilhelmsthal sowie zahlreiche staatliche und private Bauvorhaben in Originalzeichnungen dokumentiert und beschrieben. Bearbeitet wurde der Online-Katalog von Gerd Fenner (Vorstandsmitglied des Vereins Bürger für das Welterbe), Maren Christine Härtel, die gemeinsam mit Christiane Lukatis die Konzeption entwickelte, und Ulrike Hanschke. Der Bestandskatalog ist kostenlos über die Website der Staatlichen Museen Kassel zu nutzen: www.museum-kassel.de/OnlineKataloge.html

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Für ein Positionspapier des Vereins zum »Museumslandschaft« bitte auf das Bild klicken:



Die FDP Kassel lud am 29.04.2004 ins Restaurant Bootshaus am Auedamm zu einer Veranstaltung: »Welterbe und Museumspark« (der Arbeitstitel wurde übrigens von »Museumspark« zu »Museumslandschaft Kassel« verändert, um zum Ausdruck zu bringen, daß die gesamte Stadt in die Planungen einbezogen ist). Auf dem Podium waren Dr. Michael Eissenhauer (Leiter der Staatlichen Museen Kassel), Karl-Hermann Wegner (Leiter des Stadtmuseums) und unser Vorstandsmitglied Friedrich Forssman. Zum jetzigen Zeitpunkt wird über die Museumspark-Planungen noch nichts an die Öffentlichkeit gelassen, aber Dr. Eissenhauer unterstrich auf das Energischste, daß die Planungen in keiner Weise mit dem Schutz der Welterbestätten kollidieren werden. Entsprechendes hatte auch Herr Jens Jakob Happ vom Büro AS&P, das die Machbarkeitsstudie der »Museumslandschaft« erstellt, dem Vorstand bei einem Treffen glaubhaft gemacht. Wir freuen uns, daß durch diese Vorgänge zum ersten Male Dynamik auch in die Welterbe-Anmeldung kommt: Fragen wie Verkehr, Tourismus, Publikumslenkung etc. sind gemeinsame Fragen der beiden Initiativen, auf die es gemeinsame Antworten geben wird. Also stehen wir der »Museumslandschaft«-Planung zunächst sehr wohlwollend gegenüber. Andererseits kann es durchaus Meinungsverschiedenheiten in der Frage geben, was für die Parks verträglich ist, weswegen wir unser Positionspapier nach wie vor für wichtig halten. Weitere Kompromisse und Schädigungen der Parks kommen unter keinen Umständen in Frage.

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Rettet das Chinesische Dorf Mou-lang!
Informationen und Spendenkonto: Hier klicken.

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22.10.2004: Leserbrief von Friedrich Forssman in der HNA zum Thema einer Seilbahnplanung vom Parkvorfeld zum Herkules:

Wie bitte? Ein Bauprojekt, das sogar in den nicht eben skrupulösen 60er Jahren für das Landschaftsbild am Herkules nicht zumutbar war, soll jetzt, 40 Jahre später Wirklichkeit werden, kurz vor der Nominierung des Bergparks zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Hemdsärmeligkeit des  Seilbahnbauers, der Naturschutzbedenken damit wegwischt, daß »heute der Herkules und das Schloß auch nicht mehr gebaut« werden dürften, ist leicht erklärbar. Unverständlich dagegen die Zustimmung des Kasseler Park-Chefs Boßdorf, der per Seilbahn den durchfließenden Individualverkehr aus dem Park heraushalten will. Und die 25 störenden Bäume erledigen seine 20 neuen Forstarbeiter sicher gleich mit. Was wir endlich brauchen, ist ein Verkehrskonzept, das vor allem den Bergpark weiträumig entlastet und dabei den Planungen der Museumslandschaft und dem Kurort Bad Wilhelmshöhe gerecht wird. Was wir nicht brauchen sind 60er- und 70er-Jahre-Rummelplatz-Planungen, wie sie uns auch in Zukunft gewiß noch häufiger angetragen werden. Wann bekommen wir einen Welterbe-Verantwortlichen, der den Bewerbungsprozeß mit Weitsicht, Kenntnis und Überblick vorantreibt? Eine Forderung, deren Notwendigkeit sich an diesem besonders grotesken Fall einmal öfter zeigt.

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18.11.2003: Messinghof. – Auf einer Sitzung des Ortsbeirats Bettenhausen kam der schändliche Zustand des Messinghofes, Kassels wertvollstem Industriedenkmal, in dem einst die Herkules-Statue geschmiedet worden war, zur Sprache. Die Rettung des Messinghofs wurde als Projekt genannt, das für die Kulturhauptstadt-Bewerbung und für das Welterbe von Belang ist. »Mit großem Interesse«, so eine Meldung in der HNA, »hörten die Bürgervertreter die Ausführungen Albert Gronaus vom Verein Weltkulturerbe über die offensichtlich recht problematische vermessungstechnische Seite des Messinghof-Areals und mögliche Lösungen.« Albert Gronau ist Gründungsmitglied unseres Vereins »Bürger für das Welterbe« und setzt sich für die Kern- und Pufferzonendefinition ein; in diesem Zusammenhang besonders für den Erhalt des Messinghofes, der nach Überzeugung des Vereins eine Exklave der Wilhelmshöher Kernzone bilden muß. Albert Gronau hat auch innerhalb des Vereins eine Arbeitsgruppe »Messinghof« gegründet. Über die Menüleiste oben auf dieser Internetsite, Rubrik »Arbeitsgruppen«, kommt man auf die Seite »Messinghof« – oder einfach, indem man hier klickt.

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16.11.2003: »SPD: Bergpark nur unzulänglich versorgt«. – In einer Presse-Erklärung fordert Monika Junker-John, die kulturpolitische Sprecherin der Kasseler SPD-Fraktion einen »gartenhistorischen Fachmann vor Ort«. Hier klicken für den Beitrag in der HNA.

Der Verein begrüßt diese Forderung, die er schon seit langem bei verschiedenen Stellen als Grundsatz-Anforderung vorgetragen hat. Nur eine Fachkraft mit höchster Reputation, deren Stelle deutschlandweit oder sogar international ausgeschrieben werden muß, kann die zahlreichen Probleme mit Aussicht auf Erfolg angehen. Es ist ein verbreiteter, aber fataler Irrtum, daß der jetzige Zustand der drei Parks nur noch über ein paar Jahre gehalten werden müsse, und schon winkt das Prädikat »Unesco-Welterbe«.

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01.11.2003: Aus einer Verlagssonderseite in der HNA: »Der Bergpark Wilhelmshöhe ist derzeit herbstlich geschmückt. Autofahrer können sich in Richtung Rasenallee an der gelb-grünen Vielfalt erfreuen«. Achtung, Hinweis: »Park« kommt nicht von »parken«, »Rasenallee« kommt nicht von »rasen«.

Der (veröffentlichte) Leserbrief unseres 1. Vorsitzenden Hardy Fischer an die HNA:
  Kassel, den 07.11.2003
Sehr geehrter Herr Pézsa,
  es ist sicherlich erfreulich, Bad Wilhelmshöhe mit, wie könnte es anders sein, Bildern des Bergparks an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in der HNA zu erleben.
  Jedesmal schmerzt es natürlich den Liebhaber der Gartenkunst, die Tulpenallee noch immer als gut ausgebaute und beschilderte Landstraße statt als Parkweg zum Schloss zu sehen. Fassungslos jedoch erstarrt er beim Lesen der Bildunterschrift, die da sagt: »Der Bergpark Wilhelmshöhe ist derzeit herbstlich geschmückt. Autofahrer können sich in Richtung Rasenallee an der gelb-grünen Vielfalt erfreuen.«
  Wird der Schlosspark Wilhelmshöhe von uns zuweilen sarkastisch als »verkehrsreichster Bergpark Europas« bezeichnet, so liegt uns eigentlich nichts daran, den zweifelhaften Titel als Lockruf zu verstehen. Offensichtlich im Gegensatz zur HNA. Oder ist das ein Anliegen des neuen Schlosshotel-Betreibers Deigendesch und der Interessengemeinschaft Bad Wilhelmshöhe e.V.? Sind 8.000 bis 12.000 täglich den Park querende Fahrzeuge Musik in den Ohren der Park und Museumsbesucher, der Hotelgäste, der teils schwerkranken Kurgäste?
  Mit freundlichen Grüßen
  Prof. Hardy Fischer

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23.10.2003:
Eine Stellenanzeige der Stadt Kassel in der »ZEIT« enthält Folgendes: »In Kassel ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines hauptamtlichen Beigeordneten zu besetzen. [...] Die Stadt ist durch die documenta weltbekannt. Sie befindet sich auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2010 und bewirbt sich um die Aufnahme in die Welterbe-Liste 2014.« Dieses offizielle Bekenntnis zum Welterbe freut uns ungemein – zumal die Stadt Kassel (im Gegensatz zum Landkreis) diese Zielsetzung noch nicht offiziell bekundet hat.

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10.10.2003: Presseerklärung zur Beleuchtung in der Karlsaue.
Hier klicken für den HNA-Beitrag

Die Elektrifizierung der Karlsaue und des Bergparks scheint ein dringendes Thema zu sein. »Jegliche Art von Freizeitbeschäftigung zu allen Jahreszeiten« (HNA vom 25.09.2003) muß auch nächtens ungehindert möglich sein. Beleuchtung soll her. Schon um 23:00 Uhr wird Radfahrern und Skatern »An der Karlsaue« schwarz vor Augen. Das Licht geht aus, Dunkelheit umfängt ihn. Davon abgesehen: Radfahren und anderes ist im Park gar nicht gestattet, weil’s ein historisches Garten ist! Für Aktivitäten dieser Art gibt’s gleich nebenan den BUGA-Park, ein ausgesprochener Freizeitpark und dafür angelegt.
   Für ein Gartendenkmal und zukünftiges UNESCO-Welterbe, und darum geht es bei der Karlsaue, gilt das ungehemmte Verlangen der Gib-Gas-ich will-Spaß-Gesellschaft ausnahmsweise nicht. »Historische Echtheit und Unversehrtheit«, die mit »überzeugenden Erhaltungsplanungen« sicherzustellen sind, nur dazu sind wir gemäß der »Internationalen UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt« verpflichtet. Die Bundesrepublik hat sie unterschrieben, die Verwaltung der Schlösser und Gärten versucht ihr Möglichstes zu tun, sie umzusetzen. Deshalb ist die behutsame Herangehensweise, die der Leiter der Karlsaue, Herr Boßdorf anmahnt, in jeder Hinsicht gerechtfertigt. Das gilt auch für die Frage, welche Nutzungen in einer Zeit der galoppierenden »Mega-Events« einem historischen Gartenkunstwerk zuzumuten sind.
   »Das Kulturerbe und das Naturerbe sind zunehmend von Zerstörung bedroht, nicht nur durch die herkömmlichen Verfallsursachen, sondern auch durch den Wandel der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse, der durch noch verhängnisvollere Formen der Beschädigung oder Zerstörung die Lage verschlimmert«, sagt die UNESCO und verlangt unmißverständlich, den originalen, ursprünglichen Zustand in seiner »Einzigartigkeit und Authentizität« vor entstellenden Eingriffen zu schützen. Das kann man offenbar für »eine fadenscheinige Begründung« halten und erfährt betroffen, daß fehlende Lampen im Park »Veränderungen« und »Fortschritt« verhindern: Für das Weltkulturerbe? Soll man die Mona Lisa umpinseln, weil die Frisur nicht up to date ist?
   Aber vielleicht reicht dem nächtlichen Spaziergänger ja auch seine Taschenlampe – oder der Mond.


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16.09.03: Straßenneubau im Park Wilhelmshöhe?
In der HNA vom 12.09.03 findet sich ein Beitrag, in dem doch tatsächlich der Neubau von Straßen innerhalb der engsten Parkgrenzen als »Entlastung für den Park« dargestellt wird. Hier klicken für ein Link auf die Wilhelmshöhe-Website unseres Vorstandsmitglieds Friedrich Forssman, wo die Sache ausführlich dargestellt wird: Eine Karte und eine Stellungnahme von Prof. Hardy Fischer, dem Vorsitzenden des Vereins »Bürger für das Welterbe« fordern wieder einmal die längst überfällige sinnvolle Verkehrsplanung für Welterbe und Kurbezirk und Museumspark.

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13.09.03: »Der lange Kampf um einen Listen-Platz«, Frankfurter Rundschau
Der Beitrag in voller Länge: Hier klicken. – Auszüge (Hervorhebungen von der Website-Redaktion):
   [...] So langsam mahlen die Mühlen von Bürokratie und Verwaltung wohl nur selten: Seit 17 Jahren schon wartet der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinem Residenzschloss, dem Herkules-Standbild und den Wasserspielen auf seine Aufnahme in das Unesco-Weltkulturerbe. [...]
   Doch bis Kassel zum Zuge kommen kann, muss einiges getan werden - trotz des hohen Alters des Projekts steckt die konkrete Vorbereitung noch in den Kinderschuhen. Da der Aufnahmetermin nach wie vor in ferner Zukunft liege, erklärte das Kunstministerium in Wiesbaden, achte man zurzeit im Wesentlichen nur darauf, dass nichts passiert, was die Anmeldung gefährden könnte. Erst seit kurzer Zeit tagt regelmäßig eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Stadt, der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens und des Ministeriums, die bislang aber noch nicht über die Frage der Grenzen der Welterbe-Gebiete hinausgekommen ist. Als Kulturstadtrat Thomas-Erik Junge (CDU) jetzt einen ersten Plan mit geschützten »Kernzonen« und sie umgebenden »Pufferzonen« vorstellte, ging es ihm vor allem um die Beruhigung der Bevölkerung: »Niemand muss Angst haben, dass wir die ganze Stadt unter eine Käseglocke stellen und keine Entwicklung mehr zulassen.« Obwohl eine Ausweisung als Pufferzone kaum materielle Auswirkungen hat - Bauvorhaben dort müssten eine »bestimmte Qualität« haben, hieß es -, wurden die Grenzen eher eng als weit gezogen. Die Kerngebiete orientieren sich der Einfachheit halber an dem, was bereits heute unter Denkmalschutz steht. Dem Verein »Bürger für das Welterbe«, der sich vor zwei Jahren gründete, um das schleppende Bewerbungsverfahren zu forcieren, erscheint das viel zu defensiv. »Es ist leichter, später einzuschränken als auszuweiten«, sagte die Vizevorsitzende Maren Brechmacher-Ihnen. Zudem entbehrten die Festlegungen einer wissenschaftlichen Grundlage, beklagte die Landschaftsarchitektin. Sie hätte sich gewünscht, dass die Ergebnisse eines von ihr geleiteten Studienprojekts an der Universität Kassel zu diesem Thema abgewartet worden wären. Konfliktstoff gibt es also genug - und das nicht nur in diesem Punkt, sondern auch bei den vielen anderen Fragen, die die Arbeitsgruppe noch beantworten muss. Etwa: Was geschieht mit Gebäuden in den Kernzonen, die nicht die strengen Bedingungen der Unesco erfüllen? [...]
   Wie steht es mit der Verkehrsführung durch den Park? Verträgt sich die geplante Multifunktionshalle unmittelbar an der Karlsaue mit den Kulturerbe-Plänen? Und nicht zuletzt: Inwiefern könnte der angestrebte Ausbau des Flugplatzes Kassel-Calden die Unesco-Auszeichung für Schloss Wilhelmsthal verhindern? Fluglärm, so befürchten nicht nur die »Bürger für das Welterbe«, würde sich schließlich nicht recht mit einem kontemplativen Garten vertragen.

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08.07.2003: Pressemeldung in der HNA zu einem Stadtteilspaziergang durch Bad Wilhelmshöhe mit anschließenden »Impulsreferaten« von Prof.Dr. Gerd-Michael Hellstern und unserem Vorstandsmitglied Friedrich Forssman im Anthroposophischen Zentrum. Die Meldung zu dieser Veranstaltung von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN finden Sie hier:
Hier klicken für den HNA-Beitrag

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15.06.2003: Pressemitteilung zu »Junge (CDU): ›Welterbe spielt eine große Rolle‹«, HNA vom 13.06.2003
Hier klicken für den HNA-Beitrag

»Bei der Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt im Jahre 2010 spiele das Thema eine große Rolle«, so Kulturdezernent Junge. Das freut alle Freunde der Parks. Soll das heißen, daß die Stadt alles daran setzen will, bis 2010 auch Unesco-Welterbestadt zu werden? Dann muß aber auch viel intensiver daran gearbeitet werden als bisher. Oder hofft der Kulturdezernent, daß eine ewige Kandidatur für das Welterbe ein Pluspunkt für die Kulturhauptstadtbewerbung sein wird? Also ein Verfahren, das jetzt schon seit 17 Jahren läuft?
   »Die Federführung liege allerdings bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten«. Die Stadt betrachtet sich also gar nicht für zuständig. Und mit den Zuständigen redet man nicht, wie die Planung der Mehrzweckhalle deutlich gezeigt hat.
  »Die Stadt arbeitet zurzeit an Vorschlägen für die so genannten Pufferzonen. Diese dürften die Entwicklung Kassels jedoch nicht lähmen.« Diese Pufferzonen müßten seit Jahren in intensiver Diskussion sein. Der Antrag läuft ja schon seit 1986! Schon für letzten Herbst hat die Stadt Pufferzonenüberlegungen angekündigt, die aber nie erschienen sind. Außerdem ist die Definition der Kernzonen im Grunde noch wichtiger. Die Annahme, diese deckten sich automatisch mit dem Grundbesitz der Staatlichen Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen, ist naiv. Aus diesem Grunde hat der Verein »Bürger für das Welterbe« Kern- und Pufferzonenvorschläge unter Hinzuziehung von Experten, auch aus anderen Welterbestätten, erstellt und unter http://www.welterbe-kassel.de veröffentlicht.
  Schließlich und hauptsächlich: Wie kommt die Stadtverwaltung Kassels dazu, Ängste zu wecken, das UNESCO-Verfahren könne, so wörtlich, »die Entwicklung Kassels lähmen«? Ist doch der Verein »Bürger für das Welterbe« der Meinung, daß das UNESCO-Prädikat als ein überaus wichtiger Beitrag die dringend nötige Aufbruchsstimmung in Kassel nur fördern kann.

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05.06.2003: Pressemitteilung zu »Ab in die Giesewiesen - hier könnte die Halle stehen«
, HNA vom 04.06.2003
Hier klicken für den HNA-Beitrag vom 04.06.2003
Hier klicken für einen späteren HNA-Beitrag zum Thema vom 25.09.2003

Zunächst das Anschreiben an die HNA:
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, in Sachen Multifunktionshalle, Ausbau des Auestadions und weiterer geplanter Bauten direkt an der Grenze des zukünftigen UNESCO-Welterbes Karlsaue würde ich Sie bitten, diese Pressemitteilung zu veröffentlichen, da die Diskussion in Politik und Verwaltung in Sachen Kern- und Pufferzonen ab jetzt in die entscheidende Phase geht. Hier ist teilweise gravierenden Irrtümern vorzubeugen, um nicht vollkommen unberechtigte Ängste zu schüren, andererseits aber an den entscheidenden Stellen mit höchster Sensibilität vorzugehen, um die Bewerbung nicht von vornherein zu untergraben.
  Die Welterbe-Bewerbung ist nicht isoliert, sondern eng verknüpft mit der Kulturhauptstadt-Bewerbung zu sehen und wird auch vom zuständigen Kulturdezernenten Thomas-Erik Junge so beurteilt. Im Rahmen einiger Kulturstadtprojekte wie der Neuen Kasseler Baukultur, Stadt am Fluß und anderer werden die Parkanlagen selbst und der Umgang mit der Pufferzonenfrage eine Rolle spielen. Diese schützenden Areale sind keine angstauslösenden musealen Käseglocken, sondern Bereiche qualitätvoller Stadtentwicklung. Und danach müßte Kassel eigentlich süchtig sein nach den Verlusten des Krieges und der anschließenden Spitzhackenplanung.
Unten füge ich eine Pressemitteilung, die zu dem in Ihrem Beitrag ja schon angesprochenen Giesewiesen-Thema gehört.
  Mit freundlichen Grüßen, Prof. Hardy Fischer

Die Pressemitteilung:
Eine Multifunktionshalle ist für Kassel wichtig, auch im Hinblick auf die Kulturhauptstadtbewerbung und die zentrale Lage der Stadt in Deutschland und den sich daraus ergebenden Chancen. Es ist aber zumindest bedenklich, wenn als Standort ausschließlich die Giesewiesen in Erwägung gezogen werden. Diese Fläche grenzt unmittelbar an die Karlsaue und dient ihr als optische und akustische Schutzzone, aber auch als Wasser-Einzugsgebiet; der historische Zufluß führt das Fuldawasser von der Neuen Mühle über die Giesewiesen in die Bassins und Kanäle der Karlsaue. Das Grundstück gehört also zwangsläufig zur von der UNESCO geforderten Pufferzone des Parks, womöglich sogar zur Kernzone. Der Beitrag in der HNA erwähnt nicht einmal die Karlsaue, obwohl man auf dem abgebildeten Luftbild erkennen kann, daß das Kleinod Siebenbergen nur einen Steinwurf vom geplanten Standort der Halle entfernt liegt.
  Um so erstaunlicher ist es, wenn zur Standortfrage bisher keinerlei Austausch mit den Kasseler Mitarbeitern der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten gesucht wurde, die von den Bebauungsplänen aus der Zeitung erfahren mußten. Der Verein »Bürger für das Welterbe« fordert hiermit ein weiteres Mal das eigentlich Selbstverständliche ein: Bei Planungen im Umkreis der Welterbestätten, zumal in unmittelbarer Nähe, müssen die Auswirkungen auf diese Stätten frühzeitig und sorgfältig bedacht werden. Der Vorgang bestätigt einmal mehr unser Anliegen, ein zentrales Management für die Welterbebewerbung zu schaffen.
  Hier geht es nicht darum, den Bau der Halle zu verhindern. Allerdings verhindert eine fortgesetzte planerische Ignoranz von vornherein die großartigen Chance für Kassel und die Region, »UNESCO-Welterbe« zu werden.

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Neu auf der Website


18.04.2004:
Auf einer Extraseite dieser Internet-Site wird der Messinghof vorgestellt, dessen Verfall seit Jahrzehnten in schändlicher Weise fortschreitet. »Mit dem Messinghof sind wir in der besonderen Lage, daß wir nicht nur eine einzigartige Kolossalfigur besitzen, sondern auch den historischen Ort ihrer Herstellung. Der Kasseler Herkules war nicht nur Symbol fürstlicher Macht, sondern auch Zeuge der technischen Leistungskraft der Landgrafschaft Hessen Kassel, ein Werbeträger ersten Ranges«, so Albert Gronau, der Leiter der Arbeitsgruppe »Messinghof«. Auf das Bild klicken für die neue Seite:



  15.04.2004:
Ein Nachtrag zum Archiv: Die Antworten von Uwe Frankenberger auf die sechs Fragen des Vereins vom Dezember 2002. Diese Antworten waren bei der Archivierung untergegangen - eine gute Gelegenheit, die Fragen und Antworten noch einmal durchzulesen.

  26.09.2003: Einige kommentierte Bilder des Mou-lang-Festes stehen auf der »Archiv«-Seite.
Dieses Fest, das ein voller Erfolg war, hat auch zu einem größeren Interesse am einzigartigen »Chinesischen« Parkdorf Mou-lang geführt und zur Initiative »Rettet Mou-lang« (siehe oben auf dieser Seite). Auch im (k)-Magazin-Beitrag Nr.10, ebenfalls auf der Archiv-Seite zu finden, wird das Mou-lang-Fest kurz kommentiert.

  
  18.09.2003:
Rettung des »Chinesischen Dorfes« Mou-lang: Als erste Aktion dieser Initiative startet unser Verein die Spendenaktion für die Rekonstruktion der Buddhastatue im chinesischen Tempel. Initiiert wurde diese Aktion von Frau Anneliese Hartleb, langjährige Geschäftsführerin der Kasseler Goethe-Gesellschaft (sie hat die ersten 200 Euro bereits übergeben), unterstützt durch Dr. Barbara Richarz-Riedl und Klaus Beckenbach. Der Buddha, zwei seitwärts stehende Statuen und der Tempel im Parkdorf Mou-lang des Wilhelmshöher Schloßparks bedürfen dringend der Renovierung. Ähnlich schlecht steht es um weitere Bauten des Dörfchens. Dieser historisch sehr wertvolle Parkteil verlangt dringend nach einer grundlegenden Wiederherstellung im Sinne der Gartendenkmalpflege, denn das Dorf Mou-lang ist weltweit einmalig. Die Spendenaktion soll als Initialzündung für die Gesamtrekonstruktion dienen. Zur Geschichte des Dorfes Mou-lang: hier klicken, um zur ausführlichen Website zur Mou-lang-Geschichte zu kommen (Achtung: das Laden dauert einen Moment).
  Spendenkonto: 3 002 222 210, Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53, Stichwort »Buddha«.
  Hier eine Meldung zur Aktion in der HNA vom 09.09.2003 (durch Klicken auf untenstehende Schlagzeile erscheint der Beitrag):
  

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  18.06.2003:
Magazin »Fritz« vom Juli 2002. Ein Mitglied schickt uns dankenswerterweise eine Ausgabe des Kasseler Stadtmagazins »Fritz«, in der junge Leute sich über Kassel geäußert haben. Einhellige Meinung: Die Parks sind der große Pluspunkt (unser Mitglied hatte die entsprechenden Passagen grün markiert; durch Klicken auf das Bildchen unten öffnet sich ein Fenster mit größerem Bild). Nur eines macht uns traurig: Die Äußerung von Anna (22), Studentin: »Natürlich die Documenta 11, sonst gibt es außer dem Museum für Sepulkralkultur nicht viel zu sehen. Vielleicht noch die ein oder andere Bar, aber dann ist auch schon Schluss.« Anna (22), Studentin! Sie haben eine kostenlose kompetente Führung für zwei Personen durch eine der drei künftigen Welterbestätten gewonnen! Bitte melden Sie sich beim Verein »Bürger für das Welterbe«.


  11.06.2003: Rubrik »Arbeitsgruppen«. Wer selbst eine Arbeitsgruppe gründen möchte oder sich in einer vorhandenen engagieren, ist dazu herzlich aufgefordert. – Die Rubrik »Beitritt« wurde überarbeitet; die Vereinssatzung steht jetzt auch in HTML-Form zur Verfügung.

  19.05.2003: Unsere Site ist wieder online. Wegen eines Providerwechsels gab es vom 12.05. bis zum 19.05.2003 oft Probleme beim Besuch der Site. Wir bitten um Nachsicht.

  11.03.2003:
Die Park-Texte sind bebildert. Einige Photographien von Prof.Hardy Fischer und Friedrich Forssman zeigen die Besonderheiten der drei Parkanlagen (© 2002 Verein Bürger für das Welterbe e.V.). Weitere Bilder sollen folgen. Über E-Mail-Zusendungen von besonderen Photographien, die wir auf dieser Website veröffentlichen dürfen, würden wir uns sehr freuen.

  28.02.2003:
Neue Texte zu den drei Parks, verfaßt von der Arbeitsgruppe »Gartenkunstwerke«: Dipl.-Ing. Maren Brechmacher-Ihnen, Dr. Hans-Walter Bumm, Gerd Fenner, Konrad Haevernick, Siegfried Hoß, Brigitte Noll, Dr. Barbara Richarz-Riedl (© 2003 Verein Bürger für das Welterbe e.V.)

  28.02.2003: Das Archiv ist aufgefüllt. Auf der Archiv-Seite finden Sie die letzten vier Artikel, die in Zusammenarbeit mit dem (k)-Magazin entstanden sind, als PDFs zum Download. Den fünften Artikel finden Sie im aktuellen Heft, das Sie als Mitglied kostenlos zugesandt bekommen.

  27.02.2003:
Rubrik »Links«. Eine kommentierte Liste von Verweisen auf Sites, die mit unseren Zielen im Zusammenhang stehen: UNESCO, Geschichtliches, Herkulesbahn ... Über kommentierte Hinweise auf interessante Links freuen wir uns immer.

  15.01.2003:
Was meinen unsere Kandidaten zur hessischen Landtagswahl zu den Welterbe-Chancen und was wollen sie dafür tun? Unter der Rubrik »Archiv« finden Sie die vollständigen Antworten von Ruth Fürsch, Christoph René Holler, Ilka Müller-Jastrzembowski, Dr. Andreas Jürgens, Eva Kühne-Hörmann, Günter Meise und Helmut von Zech. - Am 29.01.2003 wurden die Antworten von Tarek Al-Wasir und Roland Koch hinzugefügt.

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Was will der Verein? (Siehe auch unter der Rubrik »Archiv«/»Kulturmagazin« das PDF Nr.1)

12.09.2003: Zur Verdeutlichung der UNESCO-Forderungen an Welterbestätten hat Prof. Hardy Fischer einige Zitate zusammengetragen und kommentiert: Hier klicken.

20.08.2001: Stellungnahme zur Gründung des Vereins
:
»Das Kulturerbe und das Naturerbe zählen zu den unersetzlichen Besitztümern nicht nur jedes Volkes, sondern der ganzen Menschheit.« »Sie können wegen ihres außergewöhnlichen universellen Wertes als des besonderen Schutzes gegen die ihnen immer stärker drohenden Gefahren würdig betrachtet werden.« (aus den UNESCO-»Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt«)
  Kassel besitzt mit Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal bemerkenswerterweise gleich drei Anlagen, die würdig sind, auf die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen zu werden. Sie sind Meisterwerke der menschlichen Schöpferkraft, außergewöhnliche Zeugnisse einer kulturellen Tradition und hervorragende Beispiele architektonischer Ensembles und Landschaften, die mehrere Epochen versinnbildlichen.
  Der Verein setzt sich zum Ziel, nicht nur den Wert der historischen Gärten Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal selbst, sondern ebenso deren bedeutungsvolle Beziehungen zu Stadt und Landschaft der Öffentlichkeit zu vermitteln. Durch Veranstaltungen, Vorträge und Öffentlichkeitsarbeit, dazu intensiven Austausch und Exkursionen zu anderen Welterbestätten will der Verein das Engagement der Bürgerschaft für die historischen Garten erhöhen, denn die Beteiligung der örtlichen Bevölkerung am Anmeldeverfahren ist unerlässlich, damit sie sich gemeinsam mit dem Vertragsstaat für die Erhaltung der Stätte verantwortlich fühlt.
  Der Aufnahmeantrag läuft bereits. Zur endgültigen Aufnahme der Parkanlagen auf die Welterbe-Liste fordert die UNESCO als unabdingbar die Beteiligung einer möglichst breiten Bürgerschaft am Aufnahmeverfahren und darüber hinaus. Wir bitten Sie darum herzlich, den Verein »Bürger für das Welterbe - Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal durch Mitarbeit, Beitritt oder Spenden zu unterstützen.
  Gerne geben wir Ihnen weitere Informationen, wir freuen uns über Ihre Anregungen und aktive Mitwirkung

  Prof. Hardy Fischer Vorsitzender

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Der Vorstand des Vereins:

Prof. Hardy Fischer
Vorsitzender
Dipl.-Ing. Maren Brechmacher-Ihnen
2. Vorsitzende
Brigitte Noll 3. Vorsitzende

Dr. Rainer Olten Schriftführer
N.N. (z. Zt. Dr. Klaus Ostermann) Schatzmeister
Gerd Fenner, M.A. Beisitzer
Friedrich Forssman Beisitzer
Hermann Mielke
Beisitzer
Dr. Barbara Richarz-Riedl
Beisitzerin
Yannick Philipp Schwarz
Beisitzer

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Kontakt
Bürger für das Welterbe - Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal e.V.
Schloßteichstraße 3
34131 Kassel
Telefon 0170.2202946
Telefax 0561.3105780
mail@welterbe-kassel.de
http://www.kassel-welterbe.de

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Wir danken herzlich unseren Sponsoren
für ihre ideelle und materielle Unterstützung:
Grunewald Satz & Repro
Hayn Druckwerkstatt
Dr.Hans-Wilhelm Hess
Café Nenninger
Kurparkhotel

Druckerei Hans Meister KG
PE color studio Photowerbung GmbH
plate&friends
Weingut »Prinz von Hessen«

Schlosshotel Wilhelmshöhe


Die Arbeit des Vereins, speziell die Wiederherstellung der Pagode im Parkdörfchen Moulang unterstützt die Sparda-Bank Hessen.

Den Druck des Sach- und Mitmachbuches »Den Bergpark entdecken« haben ermöglicht:
K+S AG
Kasseler Sparkasse
Hessisches Kultusministerium
Ortsbeirat Kassel Wilhelmshöhe

Unser Spendenkonto: Nummer 1096848
Kasseler Sparkasse, BLZ 52050353
Spendenquittungen schicken wir Ihnen gerne zu.

Herzlichen Dank an Georg Seifert, Berlin, für die Programmierung der Site.
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