Presse, Aktuelles



Vorankündigung

12.August 2012, 17:00 Uhr, Großes Gewächshaus im Bergpark:

Gartenlust - Literatur im Park:

„Die Wilhelmshöhe: Gefundenes und Erfundenes"

Karl Garff liest und spielt für die Welterbebewerbung.



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HNA 16. 12. 2011

Bergpark zum Mitnehmen: Kasseler Künstler entwerfen Kneipen-Postkarten


Kassel . Wie lässt sich die Bewerbung des Bergparks als Weltkulturerbe unterstützen? Das haben sich 13 Künstler gefragt. Ihre Antwort: So genannte Kneipenpostkarten, 140.000 Exemplare insgesamt, die jetzt überall in der Region auf Abnehmer warten.


Skopnik


Eines der Motive, mit denen die Künstler die Kneipenpostkarten bedruckt haben.

Es war genau vor einem Jahr, als die Idee zum ersten Mal auf den Tisch kam. „Der Herr Ostermann sagte, ich solle mir doch etwas einfallen lassen", erzählt Reinhold Weber, Zeichner und Illustrator aus Kassel. Es ging darum, die Bewerbung des Kasseler Bergparks als Weltkulturerbe zu unterstützen und dabei auch Zielgruppen anzusprechen, die nicht „im üblichen“ Alter waren. Da kamen Weber Postkarten in den Sinn. Postkarten, bemalt von heimischen Künstlern.

Weil Künstler von Natur aus auch andere Künstler kennen, ging Weber los und suchte Mitstreiter. Er fand sie in dreizehn Zeichnern, Grafikern und Fotografen. Gemeinsam nahm man an einer Führung von Maren Brechmachern-Ihnen durch den Bergpark teil. Man traf sich mehrmals und besprach Motive, tauschte sich aus. „Das war etwas Besonderes“, sagt Weber. Normalerweise würden sich Künstler nicht in ihre Arbeit reden lassen. Doch diesmal war vieles anders.

Über 5000 Euro kostete die Produktion der Karten den Verein Bürger für das Welterbe, erzählt Schatzmeisterin Gisela Wiegand. „Das ist ganz schön viel für einen kleinen Verein wie unseren.“ Da blieb kein Raum für große Künstlergagen. Von Anfang an stand fest: Eine Bezahlung würde es für die Mitarbeit nicht geben. Und Einnahmen durch den Verkauf der Postkarten ebenfalls nicht. Sie sollten kostenlos sein.

Ansichtssachen: De beteiligten Künstler mit Mitgliedern des Vereins Bürger für das Welterbe.An 90 Stellen in ganz Kassel wurden die 140.000 Karten verteilt. Hauptsächlich in Gaststätten, Clubs und Bars, erzählt Linus Borgolte von LoPo Media. Ab Donnerstag sollen die Motive auch als Plakate Toilettenrahmen zieren. Wasserspiele nannte das Ulrike Vater ironisch. Auch sie steuerte ein Motiv bei. „Wir haben alle auf Honorare verzichtet“, sagt Vater. „So konnten wir ganz persönlich rangehen und mussten nicht ständig im Hinterkopf haben, dass wir Werbung machen sollen.“ Die Illustratorin fertigte allein acht verschiedene Entwürfe ihres Geistes von der Teufelsbrücke an. Trotz allem Spaß sei es schließlich auch darum gegangen, „etwas Gutes abzuliefern“, sagt Weber.

Doch das war nicht die einzige Hürde. Christine Reinckens, auch durch ihre Zeichnungen von Gerichtsverhandlungen bekannt, tat sich bei der Ideenfindung schwer. „Oft hatte schon jemand anderes einen ähnlichen Weg gewählt“, erzählt sie. Und dann sei da noch das Problem mit dem Herkules gewesen. „Um den ins Querformat zu kriegen, musste ich sehr mit der Perspektive spielen.“

So hatte jeder der Künstler seine Geschichte zu erzählen. Was am Ende dabei herausgekommen ist, das gibt es noch bis Februar auf Postkarten und Toilettenplakaten in und um Kassel herum zu bestaunen. Und natürlich im Internet.

Jörgen Camrath



Kneipenpostkarten für den Bergpark siehe unter "Archiv/Kneipenpostkarten"


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HNA 12.12.2011

Städte-Ranking: Nur in Freiburg und Münster lebt sich's besser als in Kassel


Kassel. Die Autoren des Magazins "Wirtschaftswoche" ordnen Kassel als diejenige Stadt mit der dritthöchsten Lebensqualität in Deutschland ein.

Dieser bemerkenswerte Befund geriet beinahe in den Hintergrund als das Magazin jüngst "Ausgerechnet Kassel" titelte. Die Resultate des jüngsten Städte-Rankings der "Wirtschaftswoche" ergaben, dass Kassel unter 50 deutschen Städten
die höchste Wirtschaftsdynamik aufweist.

Jetzt hat es Kassel also auch in Sachen Lebensqualität geschafft: Nur in Freiburg und Münster ist demnach das Verhältnis von Wohn- und Erholungswert, Kultur- und Freizeitangeboten, Bildung, Gesundheit und Verkehrsinfrastruktur günstiger als in der Nordhessenmetropole. Um über die reine Wirtschaftsentwicklung hinaus auch die Lebensqualität in deutschen Städten zu bewerten, hat die Wirtschaftswoche ausgewählte Kennzahlen aus der Studie der Beratungsfirma IW Consult - einer Tochter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft - gegenübergestellt. Das Ergebnis: „Kassel ist eigentlich in keinem Bereich richtig schwach“, sagte Referent Christian Buchweitz von IW Consult.

Nach seinen Angaben kommt das gute Zeugnis für Kassels Lebensqualität „überwiegend aus messbaren Werten“ zustande. Die Wissenschaftler hätten vorliegende Statistikzahlen etwa zur Zahl der Kinderbetreuungsplätze, zur Ärzteversorgung, zur Wohnbautätigkeit und zur Dichte der Grünflächen im Stadtgebiet ausgewertert.

Aber auch die gefühlte Lebensqualität sei in die Betrachtung eingegangen. Dazu hätten die Forscher in jeder Stadt 80 Unternehmen befragt, wie das Kulturangebot, die Verkehrs- und die Bildungs-Infrastuktur am Standort bewertet wird.

Dabei konnten sich laut Buchweitz nicht nur Platzhirsche wie VW, SMA und Wintershall äußern: „Wir haben nach dem Zufallsprinzip quer durchs gesamte Wirtschaftsspektrum der Städte gefragt.“

Gerade bei solchen subjektiven Bewertungen habe Kassel gepunktet: Die Verkehrsanbindungen, das Kulturangebot und der Freizeitwert würden in Kassel von den Befragten deutlich besser benotet als in anderen Städten.

Sehr gut steht Kassel laut IW Consult auch bei einigen messbaren Größen da - so beim Verhältnis von Siedlungs- und Grünflächen sowie bei der Quote von Ärzten und Krankenhausbetten je Einwohner. Auch stehe jedem Kasseler mit durchschnittlich 39,7 Quadratmetern mehr Wohnfläche zur Verfügung als den Einwohnern der meisten anderen deutschen Großstädte.

Nachholbedarf gebe es allerdings noch bei der Kinderbetreuungsquote, einem wichtigen Standortfaktor für berufstätige Eltern: Mit einem Krippenplatz-Angebot für derzeit 18,9 Prozent aller Unter-Dreijährigen liegt Kassel deutlich hinter Freiburg (28,8) und Münster (24,4 Prozent). Die ostdeutschen Kommunen im Städte-Ranking sind - historisch bedingt - noch wesentlich besser mit Kinderbetreuungsplätzen ausgestattet.

Von Axel Schwarz


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HNA 07.09.2011

Sanierter Herkules begeistert Besucher


Tausende bei den Wasserspielen „Es ist einfach wunderbar“

Kassel. Es war die Premiere: Gestern konnte man zum ersten Mal die Kombination neues Besucherzentrum, sanierter Herkules und die Wasserspiele erleben. Tausende von Besuchern waren im Bergpark. Viele waren zum ersten Mal überhaupt oder seit mehreren Jahren wieder einmal in der Pyramide des Herkules. Wir haben uns umgehört, wie die neuen Panoramafenster auf mehreren Ebenen ankommen. Um es vorwegzunehmen: Die Besucher sind begeistert.
Publikumsmagnet: Zu den Wasserspielen kamen gestern Tausende von Besuchern. Viele nutzten die Gelegenheit, sich den sanierten Herkules aus der Nähe anzusehen.

Publikumsmagnet: Zu den Wasserspielen kamen gestern Tausende von Besuchern. Viele nutzten die Gelegenheit, sich den sanierten Herkules aus der Nähe anzusehen. „Der Blick über Kassel ist beeindruckend“, sagt Doris Dolle (74) aus Melsungen. Durch die großen Fenster sei der Herkules-Besuch jetzt noch interessanter als früher. „Jetzt fehlt nur noch die Anerkennung als Welterbe, verdient wäre es“, sagt sie.

Sebastian Weber (36) aus Bad Arolsen ist mit einer Schulklasse da. „Ich komme auf jeden Fall wieder, die Sanierung hat sich wirklich gelohnt“, sagt der Lehrer. „Es ist einfach wunderbar“, sagt Christine Albiez (64). Sie kommt aus Landshut und besucht Freunde in Nordhessen. Von dem Ausflug in den Bergpark werde sie daheim erzählen. Dort sei der Herkules für die meisten kein Begriff. Matthias Richter (31) studiert in Kassel und kannte den Herkules bisher nur aus der Distanz. „Wenn man hier oben steht, ist das wirklich beeindruckend“, sagt er. Im Freundeskreis will er jetzt Werbung für den Herkules machen.

Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, kostet der Herkules-Besuch keinen Eintritt. Ab 10 Uhr ist das Kasseler Wahrzeichen geöffnet. Um 17 Uhr schließen die Tore, bis 16.30 Uhr kann man noch mit der Tour beginnen. Ab 10.30 Uhr gibt es im Halbstundentakt kunst- und bauhistorische Führungen. Treffpunkt ist am Bauschild neben dem Zugang zum Oktogon.

Öffnungszeiten Herkules und Besucherzentrum: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Eintritt Herkules: drei Euro, ermäßigt 2,25 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei.

Mehr zum Herkules und der Welterbe-Bewerbung auch unter www.hna.de/weltkulturerbe

Von Thomas Siemon


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HNA 28.05.2010

Prof. Hardy Fischer im Interview über die Welterbe-Bewerbung

„Rückhalt ist wichtig“


Seit 1986 gibt es in Kassel Bestrebungen, den Bergpark als Welterbe anerkennen zu lassen. Der 2001 gegründete Verein Bürger für das Welterbe hat sich zum Ziel gesetzt, der Öffentlichkeit den Wert der historischen Anlage und die Beziehungen zu Stadt und Landschaft zu vermitteln. Wir sprachen mit dem Vereinsvorsitzenden Prof. Hardy Fischer.

Herkules und Kaskaden: Dieses Logo von Studentin Maria Herzog wirbt dafür, dass der Bergpark Weltkulturerbe wird.
Herr Prof. Fischer, wie wichtig ist die Kasseler Bevölkerung für die Welterbebewerbung?

Fischer: Das ist nicht zu unterschätzen. Der Rückhalt der Kasseler ist außerordentlich wichtig - und genau dies will ja auch die Unesco wissen. Wichtig ist der Prozess zudem für die Kasseler selbst: Dass sie ihren Park noch höher schätzen als bislang, seine weltweit besondere Bedeutung anerkennen und sich darüber freuen, etwas so Fantastisches in Kassel zu haben.

Wie will der Verein künftig um öffentliche Unterstützung werben?

Fischer: Noch haben wir kein fertiges Konzept. Wir bieten weiterhin Führungen, Vorträge und Zeitschriftenartikel an, müssen aber den Welterbeprozess auf eine noch breitere Basis stellen - gemeinsam mit den Kasseler Kulturgesellschaften und der MHK.

Der Gedanke Welterbe muss populärer werden. Denkbar sind Kino-Werbung und Veranstaltungen, die auch emotional packen. Das heutige Bergpark-Fest zum Beispiel oder die Feier zum Herkules-Geburtstag, also Inszenierungen, die sich direkt auf den Bergpark beziehen und seine Schönheit nochmals erhöhen.

Wird es weitere Aktionen wie die Trikotspende mit dem Logo an Schüler geben?

Fischer: Ja bestimmt, wir wollen weitere Schüler begeistern. Wir haben ein Bergparkbuch für Kinder herausgegeben, gratis an alle Grundschulen verteilt und finanzieren Führungen für Schüler. Jugendarbeit ist einer unserer Schwerpunkte, denn: Es ist ja ihr Erbe.

Was sehen Sie als Erfolg des Vereins Bürger für das Welterbe an?

Fischer:Dass wir das Thema Welterbe sehr frühzeitig zu einem öffentlichen Thema gemacht haben. Wir haben dafür gesorgt, dass die Arbeiten für die Bewerbung früher als geplant in Gang gesetzt wurden. Bis zum Herbst soll sie stehen. Zunächst gibt es eine Vorprüfung in Deutschland, dann geht die Bewerbung zur Unesco nach Paris.

Und wie schätzen Sie die Chancen ein, dass die Bewerbung erfolgreich ist?

Fischer: Ich bin sehr optimistisch! Wissen kann ich es natürlich nicht. Bei der Unesco – das ist wie in Gottes Hand.

Erinnern Sie sich eigentlich noch an Ihren ersten Besuch im Bergpark?

Fischer: Ja, das war 1993 während einer Führung mit Kasseler Studenten. Es war großartig: Jeder der von außen kommt und Kassel nicht kennt, ist überwältigt.

Von Anja Berens

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HNA 04.03.2009


Unterstützung der Kasseler ist wichtige Voraussetzung


Umfrage Teil des Antrags Gemeinsam zum Welterbe

Kassel. Irgendwann in den nächsten zwei Jahren werden die Meinungsforscher der Welterbe-Kommission Icomos in Kassel unterwegs sein und die Menschen interviewen.

Es wird dann um die Frage gehen, ob der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinen Wasserkünsten zum Welterbe geadelt werden soll. Von den Antworten hängt viel ab, deshalb ist Überzeugungsarbeit gefragt. „Wir sind auf einem hervorragenden Weg und setzen auf die Unterstützung der Kasseler Bürger“, sagte der Welterbe-Beauftragte des Landes, Dr. Gerd Weiß, am Dienstagabend im voll besetzten Hörsaal des Hessischen Landesmuseums. Eingeladen hatten der Verein Bürger für das Welterbe, der Museumsverein und die Kasseler Kulturgesellschaften.

Bereits bei der von der HNA initiierten Aktion zur Rettung des Herkules, so Weiß, hätten die Kasseler mit Spenden in Höhe von fast 500 000 Euro bewiesen, wie sehr ihnen ihr Bergpark am Herzen liegt.

Erneut sprach sich Weiß dafür aus, bei der Bewerbung auf den Dreiklang von Technik, Natur und Kunst im Bergpark zu setzen. Eine überzeugende Bewerbung müsse deutlich machen, dass eine Lücke im Welterbenetz geschlossen werde. Landgräfliche Gärten und Kulturlandschaften des 17. und 18. Jahrhunderts seien schon reichlich vertreten. Die ausgeklügelte Wassertechnik im Bergpark, die heute noch genauso funktioniere wie damals, sei dagegen herausragend. „Einen so großen Bergpark mit solchen Wasseranlagen gibt es nicht noch einmal, das müssen wir deutlich machen“, so Weiß.

Eine Einschätzung, die der Leiter des astronomisch-physikalischen Kabinetts in der Orangerie, Dr. Karsten Gaulke, nachdrücklich unterstützte. Der Technikhistoriker nannte die große Fontäne zum Abschluss der Wasserkünste als Beleg für Spitzentechnologie in der landgräflichen Zeit. Je höher die Fontäne, umso mächtiger das Herrscherhaus, so sei die Vorgabe gewesen. Die Kasseler Fontäne sei höher als alle vergleichbaren. Die Kunst, Wasser in die Höhe zu heben und zwar allein durch den Druck des Gefälles, sei hier einzigartig und authentisch bis heute zu sehen. Allein das Einzugsgebiet der Wasserversorgung rund um den Herkules mit einem ausgeklügelten Kanalsystem sei schon eine Meisterleistung.

„Ich hoffe, dass wir den Erreger weitergeben können“, so Mitveranstalter Prof. Hardy Fischer, der Vorsitzende des Vereins Bürger für das Welterbe. Der Applaus der 200 Besucher zeigte, dass zumindest ein Anfang gemacht ist.



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HNA 22.03.2005+++
Hardy Fischer: Kassels neue Ziele
Kassel sucht nach der negativen Kulturhauptstadtentscheidung nach neuen Zielen. Ich möchte einige nennen, die neben den Brüdern Grimm und der documenta den Einsatz lohnen würden.

Die Bewerbung Kassels um das UNESCO-Welterbe als Kulturlandschaft – als solche werden die drei Gärten wohl kategorisiert werden – kann, da ein Welterbe in jedem Fall von außergewöhnlichem universellem Wert und einzigartig sein muß, nur vor dem Hintergrund des geistigen Kosmos der Kulturstadt Kassel zum Erfolg führen. Dazu gehören, kulminierend im Bau des Fridericianums, die Sammlungen, die Wissenschaften, Künste und Technik, wie sie über Jahrhunderte bis in die heutige Zeit das geistige Klima der Stadt bestimmt haben. Die Begründung für die UNESCO wird darauf aufbauen müssen. Es sind also damit verbunden die Museumsplanungen, die Grimms (und andere) und die documenta (mit Beuys, Christo, Oldenburg u.a.).

Projekte, die sich aus der Welterbe-Bewerbung ergeben und dauerhaft weit über Kassel hinausstrahlen werden:
  1. Ein Netzwerk mit Menschen, Gruppen und Institutionen, die sich für diejenigen europäischen und außereuropäischen Gärten engagieren, die für die Entwicklung der Kasseler Gärten so entscheidend waren. Zu nennen sind Orte in Italien, Frankreich, Holland, England, Schweden und China, aber auch in Deutschland.
  2. Wiederherstellung des einmaligen chinesischen Dorfes »Mou-lang« im Park Wilhelmshöhe ist zu beginnen, um den chinoisen Gartenteil, die Pagode und rekonstruierten Chinesenhäuser dem Publikum zu präsentieren. Mou-lang ist zudem der Anknüpfungspunkt für Kontakte mit China. Weitere Wiederherstellungen besonderer Attraktivität wären der Neue Wasserfall als größter Wasserfall im Bergpark und die Grotte in Wilhelmsthal.
  3. Eine »Galerie der Gartenkunst«. Ein idealer Standort wäre die Orangerie in der Karlsaue. Gedacht ist an eine ständige Ausstellung sowie an Wechselausstellungen. Dauerhaft bereitzustellen und damit vom sporadischen Schulsport zu befreien ist die Hessenkampfbahn (an der Stelle von Kassels ältestem Residenzgarten) an der Orangerie. Hier können im Außenraum Ausstellungen der Galerie der Gartenkunst ihre Erweiterung finden, aber auch - im Herzen der Stadt - angemessene Veranstaltungen verschiedener Art stattfinden wie jährliche Gartenschauen oder evtl. Pferdesportveranstaltungen u.v.a.
  4. Die Gründung der »Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Gartenkunst«. Von bedeutenden Künstlern entworfene Gärten werden angelegt und für einige Jahre erhalten. Die große Ausstellung wäre jeweils zwischen den documenten, die Gärten aber weitaus länger zu sehen. Eine solche Ausstellung auf internationalem Niveau wäre mindestens so erstrebenswert wie eine Bundes- oder Landesgartenschau.
  5. »Gartenreich Nordhessen«. In die Präsentation und touristischen Vermarktung der Welterbegärten mit einbezogen werden: Park Schönfeld mit dem Botanischen Garten, der Henschelgarten am Weinberg, Park von Gut Windhausen in Niestetal-Heiligenrode, Park von Gut Freienhagen an der Fulda, Schlosspark Gut Escheberg in Zierenberg, Fürstenbad Gesundbrunnen Hofgeismar und Schloß und Park Arolsen, Tiergarten, Urwald und Burggarten Sababurg, Gut Beberbeck und das mehrtausendjährige »Waldgeschichtsbuch« Reinhardswald sowie der Klostergarten Heydau in Morschen.
  6. Hessens ältestes technisches Denkmal, der Messinghof, die Wiege des Herkules, ist wiederherzustellen und in die Welterbestätte einzubeziehen. Der Herkules ist nicht nur die größte Herkulesstatue der Welt, sondern auch soweit bekannt die erste Kupferstatue mit innerem Eisenfachwerk, eine technische Innovation und Meisterleistung. Einmal ist zudem, das die Herstellungsstätte ebenfalls erhalten ist.
  7. Die jährliche Feier des »Herkulesgeburtstages« im Sommer sollte Nukleus sein für eine großartiges, überregional bedeutendes Sommerfest(-ival) im Park, im Oktogon, in und an der Löwenburg und vor dem Schloss. Sehr schön, sehr groß, sehr populär. Theater, Musikveranstaltungen, Film, Ausstellungen etc. verschiedener Art in einem über den Sommer Regen- und windgeschützten Oktogon, das wär's doch. Das Oktogon wird demnächst restauriert. Man sollte weiter denken und das Oktogon zu einem besonderen Veranstaltungsort machen!

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Auf Einladung des Vereins Bürger für das Welterbe war Dr. Robert de Jong am 08.03.2005 nach Kassel gekommen. Der Eulensaal der Murhardschen Bibliothek war bis auf den letzten Platz besetzt. Unter den Gästen konnten die städtische Denkmalpflegerin Marlies Finis-Sauer, der Direktor der Staatlichen Museen Dr. Michael Eissenhauer, von der Verwaltung der Schlösser und Gärten Dr. Bernd Modrow und Michael Boßdorf, der ehemalige Leiter der Bergparks Hermann Mielke, Stadtmuseumsdirektor Karl-Hermann Wegner und, vom UNESCO-Office in Peking, Frau Hongjie, begrüßt werden. Bei seinem Vortrag berichtete Dr. de Jong vom Anmeldeverfahren, von Kriterien der UNESCO und hob die notwendige »Ernsthaftigkeit« beim Verfahren ebenso hervor wie die Hauptkriterien »Einzigartigkeit, Echtheit, Unversehrtheit«. Aus seinem Vortrag ging hervor, daß die Welterbe-Anmeldung der Kasseler Gärten keineswegs schon gesichert ist: Speziell der Nachweis der Einzigartigkeit der Stätten und ihr außergewöhnlicher universeller Wert seien Kriterien, die die UNESCO zunehmend interessiere. Im Diskussionsteil kamen vom Moderator der Veranstaltung, Prof. Hardy Fischer, und aus dem Saal zahlreiche Fragen. Daß eine Konsultation der UNESCO im Zuge von Planungen in und um die Welterbestätten bisher noch nie unternommen wurde, stieß bei Dr. de Jong auf Unverständnis. Für jeden, der Übereinstimmung von Planungen mit den UNESCO-Zielen prüfen wolle, gebe es Ansprechpartner. Für die Museumslandschaftsplaner sei jetzt der späteste Zeitpunkt, mit der UNESCO in Verbindung zu treten.

Zum Vortragenden: Dr. Robert de Jong war bis Februar 2005 seit 10 Jahren Präsident des Internationalen Komitees für historische Gärten und Landschaften (ICOMOS-IFLA). Er ist oberster Verantwortlicher für alle Welterbestätten in den Niederlanden. Seit 1995 bearbeitet er die dortigen Anträge. Im Rahmen des »Monitoring«, das ist die regelmäßige Überprüfung der bereits ernannten Welterbestätten hinsichtlich ihrer Erhaltungssituation, ist Dr. de Jong als Vertreter der Niederlande in der Unesco-Kommission tätig. Er ist Mitglied der UNESCO-Entscheidungskommission bei der Antragsbearbeitung. Auf Bitten des deutschen Vertreters der UNESCO und des polnischen Generalkonservators war Dr. de Jong seit 1997 beratend tätig bei der Erstellung des Antrages für die Aufnahme des Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau in die Liste der Welterbestätten. Diesem Antrag wurde im Juni 2004 stattgegeben. Seither ist Dr. de Jong Mitglied im Stiftungskuratorium der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau.

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