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Rundbrief 1-2012


Jahresbericht des Vorstandes


gemäß § 8 (1,b) der Vereinssatzung für die Zeit zwischen dem 28. April 2011 und 13. März 2012:

Vorstandssitzungen
Der Vorstand hat sich seit der letzten Mitgliederversammlung am 18.07.11, 27.07.11 und 02.12.11 zu Sitzungen getroffen. Zwischen den Sitzungen standen die Vorstandsmitglieder stets in engem Kontakt miteinander, um anstehende Probleme zu diskutieren und Entscheidungen vorzubereiten.

Mitglieder-Rundbriefe
Die Rundbriefe, ansprechend gestaltet und informativ verfasst von unserem Schriftführer Dr. Rainer Olten, erscheinen nun zweimal pro Jahr mit den neuesten Nachrichten.

Veranstaltungen: Vorträge, Lesungen,
Exkursion und anderes


27. April 2011
Vorstellen des ausgeweiteten Bahn- und Busangebotes KVG zu den Wasserspielen unter Beteiligung der Bürger für das Welterbe.

04. Juni 2011
Großes Bergpark-Fest der MHK (Museumslandschaft Hessen Kassel) unter Beteiligung der Bürger für das Welterbe (u.a. Führungen) und des Runden Tisches der Kasseler Kulturgesellschaften.

07. August 2011
Literatur im Park »... ungestraft unter Palmen« Gartenlust im Glashaus. Lesung mit Eva-Maria Keller im Großen Gewächshaus Park Wilhelmshöhe in Kooperation mit der MHK. Es musizierte Susanne Würmell, Hannover.

27./28. August 2011
Exkursion zu Schloss und Park Gottorf in Schleswig, Park Louisenlund und Villa Wachwitz; Neumünster.

21. Oktober 2011
Jubiläumsfeier zum 10-jährigen Bestehen des Vereins Bürger für das Welterbe - Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhemsthal.

28. Oktober 2011
Stand des Vereins auf dem langen Erlebnisabend der Interessengemeinschaft Bad Wilhelmshöhe mit dem Titel »Bad Wilhelmshöhe verzaubert«

29. Oktober 2011
Führung im Bergpark für die Mitglieder des Runden Tisches der Kasseler Kulturgesellschaften.

03. November 2011
Eröffnung der Fotoausstellung »Bergpark Wilhelmshöhe« im Augustinum, Kassel.

06. November 2011
Stand der Bürger für das Welterbe auf dem Weihnachtsflohmarkt der Kasseler Serviceclubs auf Einladung des Soroptimist International Club Kassel-Kurhessen-Waldeck

11. November 2011
Teilnahme am 2. Arbeitskreis World Heritage Education in der Universität Paderborn.

23. November 2011
Führung ausländischer ERASMUS-Studierender zum Thema Welterbe und Parkdorf Mulang.

14. Dezember 2011
Vorweihnachtlicher Herbstschmaus der Vereinsmitglieder im Restaurant Ilyssia.

09. Februar 2012
Vorstellung des Bewerbungsprozesses zum Welterbe Bergpark vor dem »Marathon-Netzwerk« der Sponsoren des Kassel Marathon 2012.

Literatur im Park
Am 07. August 2011 fand im Großen Gewächshaus des Bergparks erneut eine Lesung statt. Die Kasseler Schau-spielerin Eva-Maria Keller stellte von Karl-Heinz Nickel ausgewählte Texte vor, die sich dem »Glashaus« als Ort exotischer Gartenerlebnisse widmeten. Dazu gab es Glasmusik mit Susanne Würmell.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, bei einem Glas Wein blieben viele Besucher nach dem Ende der Lesungen noch länger zusammen. Ein weiteres Mal, wie bereits in den Jahren vorher, gelang es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren für die in ihrer Erlebnisvielfalt bis heute wirkende Gartenlandschaft in Wilhelmshöhe, die es wohl wert ist, mit dem Welterbe-Status der UNESCO weltweite Anerkennung zu erlangen.
Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit der Museumslandschaft Hessen Kassel. Herr Dr. Ostermann und Frau Noll waren für die Organisation verantwortlich gemeinsam mit Frau Henrike Taupitz vom Literaturbüro Nordhessen. Plakat und Flyer gestaltete Herr Forssman.

Führungen und Exkursion
Die stellvertretende Vorsitzende Frau Brechmacher-Ihnen sowie Vorstandsmitglied Herr Gerd Fenner führten interessierte Gruppen durch den Bergpark, so etwa die Mitglieder des Runden Tisches der Kasseler Kulturgesell-schaften oder interessierte Besucher des Bergparkfestes im Juni 2011.

Am 27./28. August haben wir mit einer kleinen Gruppe Mitglieder historische Gärten in Norddeutschland besichtigt, genauer einen von Harry Maasz 1925 gestalteten Garten in Neumünster, den unter freimaurerischen Aspekten von Landgraf Carl von Hessen angelegten Park des Schlosses Louisenlund bei Güby, den Neuwerkgarten des Schlosses Gottorf in Schleswig und Ausstellungen im Schloss Gottorf u. a. zum Gottorfer Codex, der Darstellung der im 17. Jh. im Park vorhandenen Pflanzensammlung. Über diese Fahrt hat Herr Walter Klonk dankenswerterweise in Rundbrief 2-2011 ausführlicher berichtet.
Die Organisation des Ganzen sowie die gartenhistorische Begleitung lagen in den Händen von Frau Brechmacher – Ihnen.

Öffentlichkeitsarbeit
Im letzten Jahr hat der Vorstand schwerpunktmäßig den Fokus seiner Arbeit auf öffentlichkeitswirksame Aktionen und Veranstaltungen gelegt. Dazu gehören die Artikel im (k)KulturMagazin, Führungen für Multiplikatoren, Teilnahme am Bergparkfest der MHK, die gemeinsame Arbeit mit dem Runden Tisch der Kasseler Kulturgesellschaften, unsere Jugendarbeit. Dazu zählt auch die inzwischen mit einer Gesamtauflage von 10.000 Exemplaren herausgegebene Broschüre »Kassel auf dem Weg zum Welterbe« und unser Sach- und Mitmachbuch für Grundschulkinder »Den Bergpark entdecken«. Wegen der ständigen Nachfrage wird eine Neuauflage vorbereitet.

Es ist eine der Hauptaufgaben des Welterbevereins, gerade im noch verbleibenden Zeitraum bis zur Entscheidung 2013 daran zu arbeiten, das Weltkulturerbe »Wasserkünste und Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe« den Kasseler Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu einer Herzenssache werden zu lassen.

(k)KulturMagazin
Frau Brechmacher-Ihnen hat wie in all den Jahren vorher die ständige Rubrik »Welterbe« im (k)KulturMagazin gemeinsam mit dem Redaktionsteam Herr Fenner und Herr Schwarz betreut und neben anderen Autoren die Artikel verfasst.

Vielleicht ist es unseren Mitgliedern gar nicht so bekannt, dass das (k) KulturMagazin kostenlos in ihre Briefkäs-ten gelangte, weil wir als Gegenleistung unseren monatlichen Textbeitrag für die Rubrik ‚Welterbe’ geleistet haben.
Inzwischen hat unser Verein aber so viele Mitglieder, dass die Gegenrechnung mit dem zu zahlenden Honorar nicht mehr aufgeht. Darum hat der Verlag die bisherige Regelung aufgekündigt.

Zuvor hatten wir verschiedene Gespräche mit dem Verlag geführt. Dabei wurde von Seiten des Verlags u. a. vorgeschlagen, dass wir monatlich 100 Leseproben des Heftes (Hefte mit reduziertem Inhalt, aber immer mit unserem Beitrag) zum Selbstverteilen bekommen, oder aber unsere Mitglieder können die Hefte vergünstigt zum Studentenabo-Preis (ca. 19,- statt 27,-€ /pro Jahr) bekommen. Wir fanden diese Lösungen nicht realisierbar bzw. wenig befriedigend.

Die Hefte sind an mehr als 20 Orten zum Einzelpreis von 3,00 € erwerben; häufig liegen sie aber auch zum kostenlosen Mitnehmen aus (dann allerdings eher die Leseproben-Ausgaben).

So haben wir im Vorstand beschlossen, dass Sie, wenn Sie weiter an den (k) KulturMagazin-Heften interessiert sind, eine Bestellkarte, versehen mit dem deutlich lesbaren Zusatz ‚Bürger für das Welterbe’, an den Verlag senden sollten. Sie erhalten dann wie gewohnt die vollständigen Hefte, aber auch einmal im Jahr eine Rechnung.
Wir werden, zumindest noch in den nächsten Monaten, versuchen regelmäßig über interessante Details vom oder über das potentielle Welterbe zu berichten, sind aber vom guten Willen des Verlags abhängig
.
Hier die seit dem letzten Jahr erschienenen Artikel:

170 M. Brechmacher-Ihnen: Auf Entdeckungstour (zum Entenfang)
171 M. Brechmacher-Ihnen: Blühende Fremde
172 M. Brechmacher-Ihnen: Das Parkdorf Moulang
173 G. Fenner M. Brechmacher-Ihnen: Den Bergpark mit ‚fotografischen Augen sehen
174 G. Fenner M. Brechmacher-Ihnen: Hinter den Kulissen
175 H. Fischer: 10 Jahre auf dem Weg zum Welterbe
176 E. Wegener: 10 Jahre auf dem Weg
178 G. Fenner: Die Flöte des Pan – Wasserspielwerke in Wilhelmshöhe


Website
Unsere Website, seit Jahren betreut von Herr Friedrich Forssman, befindet sich seit kurzem in der Obhut unseres Schriftführers Prof. Dr. Olten.

Es gibt nun fünf Bereiche, denen die Inhalte zugeordnet werden:
    • Verein und Aktuelles,
    • Welterbe-Bewerbung,
    • Bergpark Wilhelmshöhe,
    • Aktivitäten,
    • Archiv.

Die Texte werden jetzt mit mehr Bildern aufgelockert. Es lohnt sich (wieder), ab und zu „ins Netz zu gehen“, um zu erfahren, was sich im Verein und um die Welterbe-Bewerbung ereignet. Außerdem kann man in der Rubrik „Archiv“ auf die vielfältigen Aktivitäten des Vereins in den letzten zehn Jahren zurückblicken.

Zur Zeit ist die Website »eine Baustelle«, wie Herr Olten anmerkt. Trotzdem sind neueste Nachrichten dort zu finden.

Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang der Welterbe-Bewerbung auf die Website der HNA:

www.hna.de/nachrichten/lokales/kassel/weltkulturerbe

und die Website der MHK (Museumslandschaft Hessen Kassel):

www.wkk.museum-kassel.de

Von hohem Informationswert ist die von Herrn Forssman verfasste Website zur Geschichte des Parkdorfes Mulang und der Garten- und Villenkolonie Mulang unter folgender Web-Adresse:

www.kassel-wilhelmshoehe.de



Fotoausstellung
Der Verein hat sich auch in diesem Jahr als Förderer engagiert.
Aus einem Fotokurs der Volkshochschule hatten sich zehn Teilnehmer zusammengefunden, die unter der fachlichen Anleitung der Fotografin Sabine Große ihre fotografischen Aktivitäten auf den zur Anmeldung für die Liste des Weltkulturerbes anstehenden Bergpark Wilhelmshöhe richten wollten.

Eine vom Verein Bürger für das Welterbe zur Vorbereitung der Arbeit mit der Kamera angebotene mehrstündige Führung durch den Park, die sowohl über die Anforderungen der UNESCO als auch über die besonderen und weltweit einmaligen Qualitäten des Bergparks qualifiziert informierte, wurde gern (und wie wir heute wissen – mit hohem persönlichem Gewinn) angenommen.

Die folgende intensive und auch zeitaufwändige Beschäftigung mit den einzelnen Bildgegenständen hat den Blick der Beteiligten auf den Park geschärft und naturgemäß verändert. In Entdeckungen und ungewohnten Sichtweisen liegt die spezifische Qualität der entstandenen Fotografien, die den Betrachter auffordern, selbst intensiver hinzuschauen und sich Zeit zu nehmen für die eindrucksvolle Wilhelmshöher „Bildergalerie im Freien“.

Eine Auswahl von 100 der aus der Beschäftigung mit dem Park im Laufe der letzten zehn Monate, also über verschiedene Jahres- und Tageszeiten hinweg entstandenen Fotografien, wurden Ende des vergangenen Jahres in einer Ausstellung an drei Standorten vorgestellt. Wir berichteten darüber in Heft Nr. 173 des (k)Magazins.
Mit einem kleinen finanziellen Beitrag unterstützte der Verein die Realisierung der Ausstellung.

Postkartenaktion
Die von unserem ehemaligen Schatzmeister Dr. Ostermann gemeinsam mit dem Grafiker und Zeichner Reinhold Weber initiierte Aktion konnte erfolgreich durchgeführt werden. 14 Kasseler Künstlerinnen und Künstler waren daran beteiligt und haben die Arbeit der Bürger für das Welterbe selbstlos unterstützt. Dafür gebührt ihnen unser Dank. Die Postkarten lagen in öffentlich zugänglichen Einrichtungen, i.d.R. in Gaststätten für das allgemeine Publikum zum Mitnehmen bereit. und sind beim Publikum nach wie vor sehr beliebt.

Die Ansichtskarten wurden jeweils in einer Auflage von 10.000 Exemplaren als Postkarten über Displays an 120 Standorten - meist Gaststätten - in Kassel und der Region verteilt und machen auf die Anerkennung als Weltkul-turerbe aufmerksam.

Folgende Zeichnerinnen und Zeichner haben sich beteiligt:

    Henning Lutze, Zeichner und Grafiker;
    Christine Reinckens, Künstlerin, UPK-Preis 2009, Ausstellungen im In- und Ausland;
    Katrin Nicklas, Zeichnerin und Trickfilmerin;
    Bernhard Skopnik, Illustrator, Zeitschriften Bücher u.a. der Blackstories;
    Dustin Schenk,Künstler, Ausstellungen im In- und Ausland, z.Zt. in China;
    Markus Lefrançois, Illustrator u.a. von Kinderbüchern, erfolgreiche Veröffentlichung "Dornröschen";
    Reinhold Weber, Zeichner und Illustrator, Initiator von verschiedenen Ausstellungsprojekten, UPK-Preis 2010;
    Jan Greger, Illustrator;
    Daniela Witzel, Künstlerin, Meisterschülerin, Stipendium in Willingshaus 2011, Zippel-Preis 2011;
    Ulrike Vater, Illustratorin, Design für Ritzenhoff u.a.;
    Reinhild Kassing, Illustratorin, Zeitschriften und Schulbücher;
    Ulrike Wallbach, Zeichnerin und Leiterin der Druckwerksatt der Kunsthochschule Kassel;
    Nina Kaun, Künstlerin;
    Hubert Warter, Zeichner und Fotograf, Preisträger Kunstpreis Arbeitsleben-Lebensarbeit 2011.


Der Verein dankt allen Künstlerinnen und Künstlern für ihre Bereitschaft, sich dieser Aktion unentgeltlich zur Verfügung gestellt zu haben.

Bergparkfest
Auch im Jahre 2011 haben wir uns am Bergparkfest beteiligt. Es fand am 4. Juni 2011 bei bestem Wetter statt. Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) hat das bestens besuchte Fest gemeinsam mit Kassel-Marketing und diversen Kulturorganisationen, darunter die Kasseler Kulturgesellschaften, veranstaltet und organisiert, um öffentliche Begeisterung für das Vorhaben zu wecken, den Bergpark Wilhelmshöhe in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eintragen zu lassen.
Die Bürger für das Welterbe warben auf ihrem Stand und mit Führungen für das Welterbe Bergpark. Zu danken ist in besonderer Weise für ihr Engagement Frau Dr. Wiegand, Frau Brigitte Noll, Frau Dr. Richarz-Riedl, Frau Dorothee Kreutzer, Herrn Fenner und Herrn Dr. Olten

Mit Tram und Bus zum Herkulus.
Die KVG unterstützte unsere Bemühungen, den Park während der Wasserspiele besser zu erreichen. Gerade weil der Bergpark so häufig ein Publikumsmagnet ist, gehört seine Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem der zentralen Anliegen. Mit der Wasserspielsaison vom 1. Mai bis 3. Oktober bot die KVG ein weiter verbessertes Angebot durch mehr Fahrten der Linien 3 und 22 zwischen der Kasseler Innenstadt und dem Herkules.

In der Wasserspielsaison fuhren jeweils zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr die Trams der Linie 3 von der Innenstadt zur Endhaltestelle Druseltal im 15 Minuten-Takt und boten dort Anschluss an die Buslinie 22 zum Herkules. Dieser Takt galt auch für die Rückfahrten vom Herkules über »Druseltal« zur Innenstadt. Vom Schloss direkt zurück zum Herkules gab es ein weiteres Extraangebot mit dem Bus 23E um 16 Uhr.

Dazu erschien der Flyer »Spritztour zu den Wasserspielen«, der regelmäßig am Herkules während der gesamten Wasserspielsaison 2011 an die Besucher verteilt wurde. Der Verein seinerseits half beim Verteilen.

Auf dem Weg zur Vorentscheidung!
Zum Stand der Welterbe-Anmeldung
Am 18. Januar 2012 wurde der Welterbeantrag „Wasserkünste und Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe“ durch die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Paris der UNESCO übergeben.

Kernstück der Bewerbung ist ein rund 280 Seiten starkes Dossier mit den wesentlichen Aussagen zum außergewöhnlichen universellen Wert der Wasserkünste und des Herkules. Dem beigefügt ist der Managementplan, in dem auf 190 Seiten der gegenwärtige und der zukünftige Umgang mit dem Ensemble dargestellt sind. Diese beiden Werke werden ergänzt durch eine etwa 200 Bilder umfassende Fotodokumentation und einen eigens für die Nominierung - mit finanzieller Unterstützung des Vereins - produzierten Film.

Am 27. Februar 2012 erhielten alle an der Erstellung des Antrags beteiligten Einrichtungen eine deutsche Version des Welterbe-Antrags. In der Einladung zu dieser Veranstaltung wurden die an der Erarbeitung des Antrags beteiligten »ehrenamtlich im Verein ‚Bürger für das Welterbe e.V.’ engagierten Kasselaner und Kasselanerinnen« explizit erwähnt.

In diesem Jahr werden so genannte »Evaluatoren« von ICOMOS den Antrag in der schriftlichen Fassung und vor Ort in der Realität überprüfen und die Empfehlung für die UNESCO vorbereiten. Von dieser Beurteilung wird eine Menge, wenn nicht alles abhängen. Was sicherlich positiv angemerkt wird: Die Einrichtung des über die letzten Jahre immer wieder tagenden international besetzten »Welterbe-Workshops« (ab 2012 neu formiert als seit »Advisory Board – Bergpark Wilhelmshöhe«) und das internationale Symposium des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS, der MHK und des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen »Hortus ex Machina. Der Bergpark Wilhelmshöhe im Dreiklang von Kunst, Natur und Technik«.

Jugendarbeit
Die Idee des eines »Gartenkoffers« ist konnte erst im Februar 2012 wieder aufgenommen werde. Der Verein hatte die Prototypen, die im Rahmen des Entwurfsprojektes entstanden sind, aus dem Budget der Jugendarbeit mit einer Materialkostenhilfe von jeweils ca.150-200 Euro unterstützt. Die Umsetzung wird im Jahre 2012 erfolgen.

Unsere stellvertretende Vorsitzende Frau Brigitte Noll nahm am 11. November 2011 am 2. Arbeitskreis World Heritage Education in der Universität Paderborn teil. Sie hat unsere Kontakte zu diesem Netzwerk weiter verstärkt.

Schüler der Reformschule in Wilhelmshöhe und der Engelsburg wurden mit unserer finanziellen Unterstützung wieder unter dem T-Shirt-Titel »Auf den Weg zum Welterbe« auf den Kassel Minimarathon geschickt.

Runder Tisch der Kulturgesellschaften
Intensiv beteiligten sich die Gesellschaften am Bergparkfest der MHK am 04. Juni 2010. Sie präsentierten sich in verschiedenen Pavillonzelten und boten eine große Anzahl von Führungen an. es gab ein Welterbe-Quiz u. a. m. Einzelne Gesellschaften haben Patenschaften für Parkarchitekturen übernommen.

Der Runde Tisch beschloss eine Wechselausstellung im Rathaus zur Präsentation deutscher und internationaler Welterbestätten zu realisieren. Herr Skorka, Deutsch-Spanischer Verein, legte das von ihm und den Bürgern für das Welterbe erarbeitete Konzept für eine Wechselausstellung „Welterbe des Monats“ im Foyer des Rathauses dar.

Die kleine Ausstellung soll auf Roll-up-Bannern auf das geschützte Kulturerbe der Menschheit hinweisen sowie auf die beantragte Aufnahme der Wasserkünste und des Herkules in die UNESCO-Liste. Des weiteren wird die Kasseler Bewerbung in Wort und Bild präsentiert, dazu jeweils eine andere Welterbestätte. Verantwortlich: Bürger für das Welterbe e. V. Am Runden Tisch beteiligte interessierte Gesellschaften präsentieren je ein Welterbe aus ihrem Arbeitsgebiet, dies im monatlichen Wechsel. 15 Gesellschaften haben ihre Mitarbeit signalisiert.

Weitere Ausstellungsmöglichkeiten wären Besucherzentrum am Herkules, Info-Zentrum am Bergpark, Firmen-Foyers, Kliniken u.ä.


10 Jahre Bürger für das Welterbe

Ja, wir haben gefeiert!
Am 21. Oktober traf sich im blumengeschmückten Festsaal im Haus der Kirche ein großer Kreis von Freunden der Welterbeberwerbung des Bergparks Wilhelmshöhe: Viele Mitglieder des Vereins Bürger für das Welterbe, Weggefährten und Unterstützer des Bewerbungsprozesses hatten sich eingefunden, galt es doch zehn Jahre engagierte Bürgerarbeit für das Welterbe zu bilanzieren und zu würdigen.

Dass der Verein auf das bisher Geleistete stolz sein kann, wurde an diesem Abend in mehreren Gesprächsrunden deutlich, in denen unter der geschickten Regie von HR-Redakteurin Petra Nagel über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins berichtet wurde.

Neben den fachlichen und kunsthistorischen Aspekten, die für eine erfolgreiche Welterbebewerbung beantwortet werden mussten - dafür waren in erster Linie die Experten im hessischen Landesamt für Denkmalschutz zuständig - wurde auch immer wieder betont, wie wichtig es letztlich ist, die Kasseler Bevölkerung und ihre Politiker von der Einmaligkeit des Bergparks, des Herkulesmonuments und der Wasserspiele zu überzeugen und sie so für die Bewerbung zu gewinnen.

Das war zu Beginn unserer Aktivitäten gewiss nicht immer der Fall. Erst in den letzten Jahren sind die Bemühungen um die Anerkennung als Welterbe immer wieder in die Kasseler Öffentlichkeit getragen und von vielen Mitbürgern verstanden worden: „Ja, wir wollen Weltkulturerbestadt werden und unterstützen den Bewerbungsprozess!“
Prof. Hardy Fischer, Vorsitzender des Vereins, erwähnte in seiner Begrüßung viele Mitglieder, Amtsträger und Experten, die in den letzten zehn Jahren die Bewerbung zur Anerkennung als Kulturerbe nachhaltig und effektiv unterstützt haben, und dankte ihnen dafür mit bewegenden Worten.

In der ersten Gesprächsrunde konnte die Initiatorin der Vereinsgründung, die ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Dr. Antje Vollmer, auf den eher schüchternen Beginn und den für sie zunächst nicht vorhersehbaren Erfolg der Vereinsgeschichte hinweisen und darauf, dass ohne das nachhaltige Engagement von Hardy Fischer und weiterer Gründungsmitglieder der Bewerbungsprozess nicht so an Fahrt hätte gewinnen können.

Prof. Dr. Weiß, Direktor des Hessischen Denkmalschutzamtes und Weltkulturerbebeauftragter der Hessischen Landesregierung, lobte vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen dem Land Hessen (Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Landesamt für Denkmalschutz, Museumslandschaft Hessen-Kassel), Stadt Kassel und Welterbeverein.

Prof. Weiß äußerte die „überzeugte Hofnung“, dass der nun schon fertiggestellte und in englischer Sprache eingereichte Welterbeantrag so professionell erarbeitet und gestaltet worden sei, dass er nach menschlichem Ermessen erfolgreich sein werde , und zwar - wie er überzeugend vortrug - für ein Objekt, dass wegen seiner Einma-ligkeit in der Welt die Anerkennung als Welterbe unbedingt verdiene. Diese Überzeugung des Fachmanns wurde auch von Vertretern der Politik aus dem Ministerium für Kunst und Wissenschaft, dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel verstärkt.

Im weiteren Gesprächsrunden wurden die Probleme bei der Antragsstellung geschildert, aber auch die engagierte und überzeugte Kooperation aller Beteiligten. Natürlich wurden auch die Aktivitäten des Vereins geschildert, die Jugendarbeit, Pressearbeit, Exkursionen und Führungen, Vorträge, Lesungen und Podiumsdiskussionen, die Mitarbeit in den verschiedenen kulturellen Kreisen - an diesem Abend vertreten durch den Sprecher des „Runden Tisches“ der Kasseler Kulturgesellschaften, Dr. Peter Gercke, - und die Lobbyarbeit in den politischen Gremien.

Der Abend wurde von dem „Duo Ailé“ stimmungsvoll begleitet; zwischen den Musikbeiträgen gab es bis zum späten Abend immer wieder Gelegenheit zu anregenden Gesprächen.

Die Hoffnungen der Deutschen UNESCO-Kommission auf „Bildung lokaler Freundeskreise“ für die Welterbekandidaten hatte sich - so lässt sich zusammenfassend sagen - an diesem Abend in Kassel erfüllt und ermuntert uns als Verein weiter zu arbeiten.

Ausblick auf das laufende Jahr 2011
    • Der Kassel Marathon 2012 gemeinsam mit dem Titelsponsor E.ON Mitte Vertrieb wird die Bewerbung des Bergparks zum UNESCO-Welterbe aufnehmen. Der Slogan »Auf dem Weg zum Welterbe« wird in geeigneter Weise eingesetzt werden.
    • Unser Sach- und Mitmachbuch für Grundschulkinder »Den Bergpark entdecken« wird wegen der steigenden Nachfrage in 5. Auflage erscheinen.
    • Sollte ein Bergparkfest der MHK erneut stattfinden, würden wir uns beteiligen.
    • Ob seitens der MHK die Wiederherstellung der Pagode fortgeführt und vollendet wird, ist leider immer noch offen. Der MHK fehlen die Mittel um die hölzerne Scheinbibliothek im unteren Wandbereich, die Buddhafigur, die beiden Wächterfiguren, weitere Möblierung und die korrekte historische Gestaltung des Äußeren zu finanzieren. Bisher hat der Verein für die Restaurierung der Pagode ca. EUR 9.500,- gespendet. -
    • »Literatur im Park« soll es auch in diesem Jahr wieder geben. . Karl Garff, der von der Atmosphäre der Veranstaltung im letzten Jahr so angetan war, erklärte spontan seine Bereitschaft, sich in diesem Jahr mit Texten seiner Wahl in den Dienst unseres gemeinsamen Anliegens zu stellen. Termin ist der 12. August 2012 um 17 Uhr im Großen Gewächshaus des Bergparks.
    • Wir werden wahrscheinlich in diesem Jahr den »Herkulesgeburtstag« nicht feiern.
    • Die diesjährige Exkursion wird zum 2011 ernannten hessischen UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Kellerwald führen. Er ist Teil des Welterbes »Buchen-Urwälder der Karpaten und alte Buchenwälder Deutschlands«


Damit möchte ich den Bericht schließen und allen Dank sagen, die sich im letzten Jahr wieder so intensiv im Verein für das große Ziel Weltkulturerbe eingesetzt haben. Ein herzliches Dankeschön aber auch Ihnen allen, die Sie als Bürger für das Welterbe dem Verein die Treue halten und dadurch erst unsere Arbeit für das UNESCO-Welterbe Bergpark möglich machen.
Für den Vorstand:
Prof. Hardy Fischer Vorsitzender


Veranstaltungen und Termine

    Mitgliederversammlung
    Am 13. März 2012, 19:00 Uhr
    in der Schaustelle des Stadtmuseums,
    Wilhelmsstraße 2

    Welterbe in unserer Region
    Wir planen zwei Veranstaltungen, die sich mit dem UnescoWelterbe unserer Region Nordhessen beschäftigen:

    Erstens: Eine Exkursion zum WeltNaturerbe „Buchenwälder“ in den Kellerwald am 2. Juni 2012:

    Die Buchenwälder des Nationalparks Kellerwald-Edersee zählen zu den bemerkenswerten Naturphänomenen der Welt. Rotbuchenwälder gibt es nur in Europa, und Deutschland liegt im Herzen dieses Verbreitungsgebietes. Doch echte Buchen-Urwälder sind auch in Deutschland bis auf kleinere Relikte längst verschwunden. Die Bu-chenwälder des Nationalparks Kellerwald-Edersee repräsentieren zusammen mit fünf weiteren Schutzgebieten die wertvollsten Reste großflächiger naturnaher Buchenbestände in Deutschland.

    Am 25.06.2011 ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee gemeinsam mit vier weiteren Schutzgebieten zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt worden!

    Wir werden in zwei Vorträgen über den Bewerbungsprozess und den „outstanding universal value“, das Allein-stellungsmerkmal des Buchenwalds im Kellerwald informiert, es schließt sich eine geführte Wanderung auf dem „Urwaldsteig“ an (eine Fahrt mit dem Planwagen ist möglich) und eine Einkehr in ein örtliches Landgasthaus.

    Die Fahrtkosten betragen 25,00 Euro. Anmeldungen bitte durch eine Überweisung auf das Konto 1120155, BLZ 52050353 (Stadtsparkasse
    Kassel) Empfänger: Bürger für das Welterbe e.V.

    Zweitens: Eine Vortragsveranstaltung über das WeltDokumentenerbe „Hausmärchen der Brüder Grimm“.

    Die Handexemplare der Hausmärchen der Brüder Grimm wurden 2005 in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Es handelt sich um die ersten Schriftstücke Hessens, die in das „Memory of the World“-Programm aufgenommen wurden. Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) lebten und arbeiteten mehr als 30 Jahre lang in Kassel.

    Geplant ist die Vortragsveranstaltung im Oktober 2012. Näheres im nächsten Rundbrief und in der Presse.
    Brigitte Noll




    Literatur im Park

    „Die Wilhelmshöhe,
    Gefundenes und Erfundenes“

    Karl Garff liest und spielt
    am Sonntag, dem 12. August 2012
    um 17:00 Uhr

    im Großen Gewächshaus
    im Bergpark Wilhelmshöhe

    zugunsten der Arbeit des
    Vereins „Bürger für das Welterbe e.V.“




    Spendenbescheinigungen

    Wie schon im Rundbrief 2-2011 mitgeteilt, haben wir uns entschlossen, die Spendenbescheinigungen ab 2012 nicht mehr auszustellen, weil das Finanzamt Spenden bis zu einem Betrag von 200,00 Euro ohne Bescheinigung des Vereins anerkennt. Es genügt der Kontoauszug, aus dem sich die Zahlung ergibt. Kontosalden und andere Buchungen kann man schwärzen.
    Hardy Fischer


    Adressen
    Verein:
    Bürger für das Welterbe e.V.
    Schloßteichstraße 3
    D-34131 Kassel
    Mail: mail@welterbe-kassel.de

    Schriftführer:
    Prof. Dr. Rainer Olten
    Lilienweg 24
    34128 Kassel
    Mail: drolten@arcor.de





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    Rundbrief 2-2011

    10 Jahre auf dem Weg zum Welterbe


    Mit Herkules auf den Olymp! Wie oft in den vergangenen Jahren haben wir Beiträge zum Kasseler Anmeldungsprocedere um den Welterbetitel, genauer gesagt zu den Bemühungen, den Bergpark in wenigen Jahren auf der UNESCO-Liste des Welterbes der Welt zu finden, veröffentlicht. Eingetragen sind dort die Zeugnisse vergangener Kulturen, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre. Sie sind von derart außergewöhnlicher Bedeutung, dass sie als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen. Ihr Schutz liegt nicht allein in der Verantwortung eines einzelnen Staates, sondern ist Aufgabe der Völkergemeinschaft. So haben es die 187 Vertragsstaaten der UNESCO-Welterbekonvention vereinbart.

    Die ständigen Leser des (k)Kulturmagazins und die Mitglieder des Vereins Bürger für das Welterbe mögen diesen Hinweis verzeihen. Wiederholt er doch ihnen allzu Bekanntes. Um auf die Kasseler Welterbebewegung und die Gründung des Vereins zu sprechen zu kommen, muss jedoch darauf verwiesen werden. Auch wenn mancher es zu glauben meint: »Welterbe« ist keine Erfindung der Touristikbranche, wie wohl Welterbestätten allemal einen Besuch wert sind.

    Es ist einzig und allein die Furcht vor der Zerstörung unwiederbringlicher Kultur- und Naturstätten, die zu dem großen Vertragswerk der Vereinten Nationen geführt hat. Wer wollte dem widersprechen, betrachtet man wie ständig durch den Wandel der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse immer verhängnisvollere Formen der Beschädigung oder Zerstörung die Lage verschlimmern. Verfall oder der Untergang jedes einzelnen Bestandteils des Kultur- oder Naturerbes stellen eine beklagenswerte Schmälerung des Erbes aller Völker der Welt dar.

    Nicht nur Kriege und hasserfüllte Gewalttaten, auch ökonomische Interessen oder in vielen Fällen Armut bedrohen und zerstören das kulturelle Erbe. Kassel selbst ist in dieser Hinsicht reich an Erfahrungen, ehemals wie heute.

    Es war vor 11 Jahren, als in einem Salongespräch im Wilhelmshöher Schlosscafé, eingeladen hatte Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt im Zusammenhang mit dem Bergpark, Karlsaue und Wilhelmsthal Thema war. Die Absicht, den Bergpark als Welterbe unter den Schutz der UNESCO zu stellen, faszinierte einige der Zuhörer so unmittelbar, dass noch am gleichen Abend eine Initiative für ein Welterbe Kassel entstand.

    Für manche der Beteiligten mag auch das erfolglose Streiten um den Wiederaufbau der zerstörten Schlosskuppel ein Beweggrund gewesen zu sein. Denn war nicht allein dadurch die Bewerbung um das Welterbe gefährdet?

    Zwar war der Bergpark bereits in die Bewerberliste möglicher deutscher Welterbestätten aufgenommen worden, eine große Rolle spielte diese Zukunftsperspektive zu dem Zeitpunkt in Kassel nicht. Nach der Entscheidung gegen die Rekonstruktion der Kuppel schien vielen Kasseler Bürger das Welterbe eher ein Fall für eine verwaltungsmäßige Abwicklung zu sein. Nicht so für die neue Initiative. Richtig ist zwar, dass die Landesregierung und ihre zuständigen Behörden den Antrag zu formulieren hatten, gleichwohl, so die UNESCO, »ist die Beteiligung der örtlichen Bevölkerung am Anmeldeverfahren unerlässlich, damit sie sich gemeinsam mit dem Vertragsstaat für die Erhaltung der Stätte verantwortlich fühlt.« Wir waren entschlossen, dem zu folgen.

    Die zunächst noch kleine Gruppe begann sehr schnell die Öffentlichkeit zu suchen, um Bürger, Politik und Verwaltung Kassels zu motivieren. Die Welterbe-Bewerbung sollte ein Thema werden - und es wurde ein Thema. Um handlungsfähiger zu werden folgte 2001 fast zwangsläufig die Gründung des Vereins »Bürger für das Welterbe - Park Wilhelmhöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal«. Obwohl die Landesregierung wie zu hören war erst 2009 mit der Arbeit an den Bewerbungsunterlagen beginnen wollte, setzte der Magistrat der Stadt Kassel im Herbst eine »Arbeitsgruppe Welterbe« ein, an der Stadt und Kreis Kassel sowie das Land Hessen beteiligt waren. Auch die Bürger für das Welterbe wurden zur Mitarbeit eingeladen. Der Kreistag sprach sich deutlich dafür aus, den Schlosspark Wilhelmsthal gemeinsam mit Bergpark und Karlsaue zum Weltkulturerbe anzumelden.

    2002 laden die Bürger für das Welterbe zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion, um die Bedingungen für ein Welterbe Kassel näher zu klären. 2003 bereits wirbt »KasselTourist« auf der Internationalen Tourismusbörse mit »Drei Parks, drei Schlösser« und der Welterbekandidatur. Der Text der Broschüre stammt von den Bürgern für das Welterbe.

    Überhaupt, die Werbung für die Bewerbung in der Bürgerschaft ist - neben aller Gremienarbeit - das Anliegen des Vereins seit den 10 Jahren seines Bestehens: Fachvorträge zur Gartenkunst, zum Welterbe; Exkursionen zu historischen Gärten und Welterbestätten, geführt von den verantwortlichen Gartendenkmalpflegern und Gartendirektoren; Themenführungen in den Kasseler Gärten; Diskussionsveranstaltungen zum Thema Welterbe Kassel.

    Eine Arbeitsgruppe der Bürger für das Welterbe widmet sich intensiv der Jugendarbeit. Der Wettbewerb »Welterbe! Weltklasse! Macht Euch stark für Euer Erbe« bringt das Thema in die Kasseler Schulen und zieht weitere Kreise. Daraus entsteht das »Sach- und Mitmachbuch für den Bergpark«, inzwischen wegen der stark gewachsenen Nachfrage in mehreren Auflagen erschienen. Die Kasseler Grundschulen erhalten jeweils ein Konvolut des Mitmachbuches für ihren Unterricht.

    Tatkräftig unterstützt der Verein mit finanziellen Mitteln die Museumslandschaft Hessen Kassel bei der Wiederherstellung der Pagode und in der museumspädagogischen Arbeit. Hierbei helfen großzügig Sponsoren wie die Sparda-Bank Hessen, die Kali+Salz AG und die Kasseler Sparkasse, das Hessische Kultusministerium, der Ortsbeirat Wilhelmshöhe und viele private Spender.

    2004, im selben Jahr als die Kasseler Stadtverordneten die schützenden Pufferzonen für die potentiellen Welterbestätten Bergpark und Karlsaue beschließen, entsteht ein Gutachten für die zukünftige Museumslandschaft Kassel, zu denen auch die historischen Gärten gehören sollen. 200 Millionen EURO werden für Sanierungsmaßnahmen, Um- und Neubauten nach Kassel fließen, unter anderem für das Herkulesoktogon und die Löwenburg. Das am Ende des Jahres dann vorgestellte Gutachten zur Museumslandschaft löst bei den Bürgern für das Welterbe allerdings größte Besorgnis aus: Der Neubau eines Besucherzentrums am Herkules soll in der Hauptsichtachse entstehen, eine Rolltreppe unterirdisch den Schlossberg hinaufführen, im Landschaftsschutzgebiet ein riesiger Parkplatz gebaut und die historischen Wasserspiele, um sie ständig vorzuführen, mit Pumpwerken versehen werden.

    Wieder kam die Furcht auf, hilflos zusehen zu müssen, wie ein Kulturdenkmal möglicherweise teilweise zerstört und damit ein Welterbe-Eintrag illusorisch werden würde. Die »Bürger für das Welterbe« wendeten sich energisch gegen diese Vorschläge und forderten Politik und Administration auf, Museumslandschaftsplanung und Welterbe-Bewerbung in Einklang zu bringen und zeitgleich zu beginnen.

    Die Situation begann zu kippen. Obwohl es den Bürgern für das Welterbe gelang, den ehemaligen Präsidenten von ICOMOS-IFLA und UNESCO-Berater Dr. Robert de Jong nach Kassel zu holen und zur Mitarbeit in den städtischen und staatlichen Gremien zu bewegen, bringt der 2006 durchgeführte Wettbewerb für das Besucherzentrum am Herkules ein ernüchterndes Ergebnis. Der Siegerentwurf versperrt nach wie vor die Sicht in der barocken Achse. Der Dissens zwischen Juryentscheidung und den Anforderungen an ein potentielles Welterbe ist unüberbrückbar.

    In dieser Situation lädt Staatsminister Dr. Corts ein international besetztes Expertengremium ein, in das auch die Bürger für das Welterbe einbezogen werden. Den Vorsitz übernimmt der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege und neue Welterbekoordinator Prof. Dr.Gerd Weiß.

    In seiner ersten Sitzung, es war am 17. Januar 2007, geschieht das nicht für möglich Gehaltene: Den als Sieger prämierten Entwurf des Besucherzentrums am Herkules stufen die ICOMOS-Experten als »welterbegefährdend« ein. Daraufhin zieht das Land Hessen den Entwurf zurück. »Wir brauchen den Verein nicht aufzulösen!« So zitierte das (k)KulturMagazin nach dieser denkwürdigen Sitzung den Vorsitzenden der Bürger für das Welterbe, der an der Tagung teilgenommen hatte. Und noch etwas wird beschlossen: Die Bearbeitung des Anmeldeantrages soll umgehend beginnen, nicht erst 2009. Damit starten endlich fundierte Vorbereitungen. Die Bürger für das Welterbe haben auch daran sachkundig mitgewirkt.

    2007 - das war die Wende. Das Landesamt für Denkmalpflege richtete eine Stabsstelle für die Bewerbung ein. Gemeinsam mit vielen Fachleuten aus Stadt-, Kreis- und Landesbehörden wurde Hervorragendes geleistet. Was seitdem im Einzelnen dort und parallel in der Bürgerschaft geschah, wäre ein eigenes Kapitel.

    Am 31. August dieses Jahres konnte Staatsministerin Kühne-Hörmann den Kasseler Welterbe-Antrag unterzeichnen. Nächstes Jahr werden UNESCO-Gutachter nach Kassel kommen und u. a. die Kasseler Bürger befragen, ob sie hinter der Welterbe-bewerbung stehen. Im Sommer 2013 erwarten wir voller Spannung die Entscheidung der UNESCO.
    Hardy Fischer

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    Jubiläumsfeier

    Ja, wir haben gefeiert!
    Am 21. Oktober traf sich im blumengeschmückten Festsaal im Haus der Kirche ein großer Kreis von Freunden der Welterbeberwerbung des Bergparks Wilhelmshöhe: Viele Mitglieder des Vereins Bürger für das Welterbe, Weggefährten und Unterstützer des Bewerbungsprozesses hatten sich eingefunden, galt es doch zehn Jahre engagierte Bürgerarbeit für das Welterbe zu bilanzieren und zu würdigen.

    Dass der Verein auf das bisher Geleistete stolz sein kann, wurde an diesem Abend in mehreren Gesprächsrunden deutlich, in denen unter der geschickten Regie von HR-Redakteurin Petra Nagel über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins berichtet wurde.
    Dass der Verein auf das bisher Geleistete stolz sein kann, wurde an diesem Abend in mehreren Gesprächsrunden deutlich, in denen unter der geschickten Regie von HR-Redakteurin Petra Nagel über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins berichtet wurde.

    Neben den fachlichen und kunsthistorischen Aspekten, die für eine erfolgreiche Welterbebewerbung beantwortet werden mussten - dafür waren in erster Linie die Experten im hessischen Landesamt für Denkmalschutz zuständig - wurde auch immer wieder betont, wie wichtig es letztlich ist, die Kasseler Bevölkerung und ihre Politiker von der Einmaligkeit des Bergparks, des Herkulesmonuments und der Wasserspiele zu überzeugen und sie so für die Bewerbung zu gewinnen. Das war zu Beginn unserer Aktivitäten gewiss nicht immer der Fall.

    Erst in den letzten Jahren sind die Bemühungen um die Anerkennung als Welterbe immer wieder in die Kasseler Öffentlichkeit getragen und von vielen Mitbürgern verstanden worden: „Ja, wir wollen Weltkulturerbestadt werden und unterstützen den Bewerbungsprozess!“

    Prof. Hardy Fischer, Vorsitzender des Vereins, erwähnte in seiner Begrüßung viele Mitglieder, Amtsträger und Experten, die in den letzten zehn Jahren die Bewerbung zur Anerkennung als Kulturerbe nachhaltig und effektiv unterstützt haben, und dankte ihnen dafür mit bewegenden Worten.

    In der ersten Gesprächsrunde konnte die Initiatorin der Vereinsgründung, die ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Dr. Antje Vollmer, auf den eher schüchternen Beginn und den für sie zunächst nicht vorhersehbaren Erfolg der Vereinsgeschichte hinweisen und darauf, dass ohne das nachhaltige Engagement von Hardy Fischer und weiterer Gründungsmitglieder der Bewerbungsprozess nicht so an Fahrt hätte gewinnen können.

    Prof. Dr. Weiß, Direktor des Hessischen Denkmalschutzamtes und Weltkulturerbebeauftragter der Hessischen Landesregierung, lobte vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen dem Land Hessen (Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Landesamt für Denkmalschutz, Museumslandschaft Hessen-Kassel) Stadt Kassel und Welterbeverein. Prof. Weiß äußerte die „überzeugte Hoffnung“, dass der nun schon fertiggestellte und in englischer Sprache eingereichte Welterbeantrag so professionell erarbeitet und gestaltet worden sei, dass er nach menschlichem Ermessen erfolgreich sein werde , und zwar - wie er überzeugend vortrug - für ein Objekt, dass wegen seiner Einmaligkeit in der Welt die Anerkennung als Welterbe unbedingt verdiene. Diese Überzeugung des Fachmanns wurde auch von Vertretern der Politik aus dem Ministerium für Kunst und Wissenschaft, dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel verstärkt.

    Im weiteren Gesprächsrunden wurde die Probleme bei der Antragsstellung geschildert, aber auch die engagierte und überzeugte Kooperation aller Beteiligten. Natürlich wurden auch die Aktivitäten des Vereins geschildert, die Jugendarbeit, Pressearbeit, Exkursionen und Führungen, Vorträge, Lesungen und Podiumsdiskussionen, die Mitarbeit in den verschiedenen kulturellen Kreisen - an diesem Abend vertreten durch den Sprecher des „Runden Tisches“ der Kasseler Kulturgesellschaften, Dr. Peter Gercke, - und die Lobbyarbeit in den politischen Gremien.

    Der Abend wurde von dem „Duo Ailé“ stimmungsvoll begleitet; zwischen den Musikbeiträgen gab es bis zum späten Abend immer wieder Gelegenheit zu anregenden Gesprächen. Die Hoffnungen der Deutschen UNESCO-Kommission auf „Bildung lokaler Freundeskreise“ für die Welterbekandidaten hatte sich - so lässt sich zusammenfassend sagen - an diesem Abend in Kassel erfüllt und ermuntert uns als Verein weiter zu arbeiten.
    Rainer Olten/Brigitte Noll


    Literatur im Park

    Rückblick und Ausblick
    „Im Frühlingsschatten fand ich sie, da band ich sie mit Rosenbändern…“

    Mit der Erinnerung an dieses „Gartenerlebnis“ des Dichters F.G.Klopstock hat der Verein im Jahr 2008 die Reihe „Literatur im Park“ eröffnet. Solche Erlebnisse der „Gartenlust“ literarisch zu wiederholen und dabei Formen der Geselligkeit mit der Freude an der künstlerischen, im wahrsten Sinne poetischen Wahrnehmung von Garten und Landschaft in Wilhelmshöhe zu verbinden, war unser Anliegen. Geht es dem Verein doch darum, der Öffentlichkeit - sei es im persönlichen Erlebnis, sei es in Gemeinschaft - den „Wert der historischen Anlagen“ zu vermitteln, sie dabei auch mit den Augen der Poesie neu wahrzunehmen.

    Dieser Weg in die Öffentlichkeit erwies sich als von Anfang an erfolgreich: Dank der Kooperationsbereitschaft der MHK, die uns als Ort der Veranstaltung einmal im Jahr das Große Gewächshaus kostenlos zur Verfügung stellt, haben wir bisher vier Veranstaltungen durchführen können und als Rezitatoren namhafte Gartenfreunde und Gartenschriftsteller gewinnen können: Mit der Kasseler Rezitatorin Annegret Letz begann unsere Reihe im Sommer 2008, es folgten Elsemarie Maletzke und Eva Demski bis wir im laufenden Jahr wieder zu einer Kasseler Künstlerin, zu Eva-Maria Keller, begleitet von Karl-Heinz Nickel, zurückgekehrt sind, die sich dem „Glashaus“ als Ort exotischer Gartenerlebnisse gewidmet haben. Dazu gab es Glasmusik mit Susanne Würmell - faszinierend wie in den vorangegangenen Jahren schon die Musik des Klarinettenduos Thomas Boll/Fritz Weber und seiner Eltern.

    Jede Veranstaltung war sehr gut besucht, bei einem Glas Wein blieben viele Besucher nach dem Ende der Lesungen noch länger zusammen. Zu den Gästen gehörte 2011 auch Karl Garff, der von der Atmosphäre der Veranstaltung begeistert spontan seine Bereitschaft erklärte, sich im nächsten Jahr mit Texten seiner Wahl in den Dienst unseres gemeinsamen Anliegens zu stellen: die Öffentlichkeit zu sensibilisieren für den schützendwerten einmaligen Wert der von der Gartenlust der Landgrafen Hessen-Kassels entworfenen und in ihrer Erlebnisvielfalt bis heute wirkenden Gartenlandschaften in Wilhelmshöhe, die es wert sind , mit dem Welterbe Status der UNESCO weltweite Anerkennung zu erlangen.

    Den Termin der nächsten Veranstaltung „Literatur im Park“ mit Karl Garff werden wir im kommenden Jahr über den Mitgliederbrief des Vereins und das Quartalsprogramm der MHK rechtzeitig bekannt geben.
    Brigitte Noll

    Zum Stand der Welterbebewerbung

    Nachdem im vorigen Jahr endgültig die Schwerpunkte der Antragsstellung ausformuliert und die wesentlichsten Arbeiten zum begleitenden Managementplan zusammengetragen worden sind - im Dezember wurde darüber im Rahmen einer Bürgerversammlung im Foyer des Schauspielhauses berichtet - waren in diesem Jahr die Feinarbeiten zu bewältigen.

    Die Texte mussten stilistisch überarbeitet werden, eine Aufgabe, die der Leitende Ministerialrat im Ministerium für Wissenschaft und Kunst Ernst Wegener mit Bravour bewältigte. Alle Texte waren ins Englische zu übersetzen, Grafiken und das endgültige Layout zu gestalten. Die Quellen und Autorenrechte wurden überprüft und ähnliche ‚Kleinigkeiten’ erledigt. Inzwischen erfolgte die Vorprüfung des Antrags in seiner deutschen Fassung durch die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), die der Welterbeantrag ohne Mängel und sogar mit Lob bestanden hat
    .
    Am 31. August dieses Jahres konnte Frau Ministerin Eva Kühne- Hörmann im Rahmen eines kleinen Festaktes die Dokumente, die am 1. September offiziell über die KMK zum UNESCO-Welterbebüro in Paris geschickt werden sollten, in Anwesenheit nahezu aller an der Erarbeitung der Texte Beteiligten unterschreiben. Die Zeremonie fand im Grottenhof sozusagen am Fuß des Herkules bei strahlendem Sonnenschein statt, so dass eine gute Stimmung garantiert war
    .
    Bis Ende November werden noch die restlichen ‚Beilagen’ zum Antrag erarbeitet, u. a. ein drei Minuten langes Video über die Wasserkünste und das Herkulesmonument, den herausragenden Elementen unseres Bergparks. Die Herstellung der DVD unterstützt der Verein gern. Entsprechend wird im Abspann wie auf dem Cover unser Bürger-für-das-Welterbe-Logo zu sehen sein mit dem Zusatz: »Citizens of Kassel support the nomination«, (Die Bürger Kassels unterstützen die Nominierung).

    Dann gilt es abzuwarten, was aber nicht heißt, dass es für unseren Verein nichts mehr zu tun gibt. Wir sollten uns überlegen, was wir noch unternehmen können, um die breite Masse der Kasseler Bevölkerung für das Welterbe vor ihrer Haustür zu interessieren und zu begeistern. Diejenigen Nicht-Mitglieder, die an unseren Veranstaltungen, Führungen und der Exkursion teilnahmen und auch diejenigen, die die Beiträge im (k)KulturMagazin wirklich lesen, konnten wir schon überzeugen. Aber das sind noch lange nicht genug. Eine Aktion sind z.B. die Kneipenpostkarten, über die an anderer Stelle im Rundbrief berichtet wird.

    Im nächsten Jahr werden ICOMOS-Experten Kassel im Auftrag der UNESCO besuchen. Dann sollten sie erfahren können, dass Kassel nicht Dresden ist.

    P.S. Die Anerkennung, die der Verein im Landesamt für Denkmalpflege inzwischen genießt, lässt sich unter anderem auch daran ablesen, dass Hardy Fischer in das Nachfolge-Gremium der ICOMOS-Beratergruppe - jetzt ‚Advisory Board Welterbe’ genannt - berufen wurde, die über alle baulichen Maßnahmen der mhk im Bergpark beraten soll.
    Maren Brechmachen-Ihnen


    Kneipenpostkarten für den Bergpark

    Ende letzten Jahres erklärten sich auf Initiative des Zeichners Reinhold Weber 14 Kasseler Künstlerinnen und Künstler bereit, mit einer Illustration den Verein "Bürger für das Welterbe" bei einer Postkartenaktion im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kostenlos zu unterstützen. Die Postkarten liegen in öffentlich zugänglichen Einrichtungen, i.d.R. in Gaststätten für das allgemeine Publikum zum Mitnehmen bereit. Man bezeichnet sie auch als „Kneipenpostkarten“, die zu ganz verschiedenen Themen gestaltet werden. Diese Postkarten sind beim Publikum sehr beliebt.

    Kneipenpostkarten zum Thema Bergpark Wilhelmshöhe, Herkules, Wasserspiele, Welterbe usw. hat es noch nicht gegeben, diese Idee war neu. Zunächst bot Frau Maren Brechmacher-Ihnen mit einer ausführlichen Führung den beteiligten Künstlern vielfältige Einblicke in die unterschiedlichen Aspekte des Bergparks.
    Auf Einladung von Dr. Klaus Ostermann und Reinhold Weber trafen sich die Zeichnerinnen und Zeichner mehrmals zum gedanklichen Austausch und, um gemeinsam Motive für die Aktion auszuwählen. Entstanden sind danach Ansichten und Einsichten über den Bergpark, die unterschiedlicher nicht sein können. Das war gerade reizvoll an dieser Aktion: Den Bergpark, das Weltkulturerbe, aus der ganz individuellen Sicht der Künstler zu sehen, grafisch zu gestalten und auf diese Weise als visuelle Botschaften an unterschiedliche Zielgruppen zu richten.

    Ein besonderes Augenmerk bei der Gestaltung liegt auf der Mitnahmeattraktivität. Die Karten sollen neugierig machen, reizen, provozieren. Und dieses Ziel scheint den Künstlern gelungen zu sein. Die Kartenrückseiten sind mit dem Slogan "... auf dem Weg zum Welterbe" dem Namen des Künstlers sowie der Angabe des Vereins und der Internetseite versehen.

    Die Ansichtskarten werden jeweils in einer Auflage von 10.000 Exemplaren als Postkarten über Displays an 120 Standorten in Kassel und der Region verteilt. Die Rückmeldung von Lopomedia, der Firma, die die Distribution übernimmt, bestätigten die Erwartung aller Beteiligten, dass die Motive zum Bergpark ganz unterschiedliche Menschen ansprechen und die Postkarten eine sehr breite Öffentlichkeit erreichen.

    Bezeichnend sind die deutlichen unterschiedlichen Ent- und Mitnahmezahlen einzelner Motive aus den Ständern in den verschiedenen Stadtteilen. Nach Rückmeldung von Herrn Borgolte von der Firma Lopomedia ist das Motiv von Hubert Warter, gefolgt von dem von Markus Lefracois bis jetzt der Favorit. Deutlich zu beobachten ist auch, dass an Standorten in Universitätsnähe besonders Karten mit künstlerischen Darstellungsweisen bevorzugt werden. Mittlerweile sind über 100.000 Postkarten in ganz Kassel unterwegs. Ob an Pinnwände gehängt, verschenkt oder verschickt, auf jeden Fall machen sie auf den Bergpark und die Bewerbung um Anerkennung als Weltkulturerbe aufmerksam.

    Folgende Zeichnerinnen und Zeichner haben sich beteiligt:
    Henning Lutze, Zeichner und Grafiker;
    Christine Reinckens, Künstlerin, UPK-Preis 2009, Ausstellungen im In- und Ausland;
    Katrin Nicklas, Zeichnerin und Trickfilmerin;
    Bernhard Skopnik, Illustrator, Zeitschriften Bücher u.a. der Blackstories;
    Dustin Schenk,Künstler, Ausstellungen im In- und Ausland, z.Zt. in China;
    Markus Lefrançois, Illustrator u.a. von Kinderbüchern, erfolgreiche Veröffentlichung "Dornröschen";
    Reinhold Weber, Zeichner und Illustrator, Initiator von verschiedenen Ausstellungsprojekten, UPK-Preis 2010;
    Jan Greger, Illustrator;
    Daniela Witzel, Künstlerin, Meisterschülerin, Stipendium in Willingshaus 2011, Zippel-Preis 2011;
    Ulrike Vater, Illustratorin, Design für Ritzenhoff u.a.;
    Reinhild Kassing, Illustratorin, Zeitschriften und Schulbücher;
    Ulrike Wallbach, Zeichnerin und Leiterin der Druckwerksatt der Kunsthochschule Kassel;
    Nina Kaun, Künstlerin;
    Hubert Warter, Zeichner und Fotograf, Preisträger Kunstpreis Arbeitsleben-Lebensarbeit 2011.

    Der Verein dankt allen Künstlerinnen und Künstlern für ihre Bereitschaft, sich dieser Aktion unentgeltlich zur Verfügung gestellt zu haben. Wir überlegen, die Postkarten im Großformat für eine Ausstellung zu verwenden, vielleicht mit weiteren Werken dieser Künstler, auch an die Herausgabe eines Kalenders für das „Schicksalsjahr“ 2013 ist gedacht.
    Reinhold Weber/Rainer Olten

    Spendenbescheinigungen

    Dieser Ausgabe des Rundbriefs werden die Spendenbescheinigungen über die Mitgliedsbeiträge des Jahres 2011 beigelegt, die unsere neue Schatzmeisterin, Frau Dr. Gisela Wiegand, ausgestellt hat.
    In diesem Zusammenhang begrüßen wir Frau Dr. Wiegand noch einmal sehr herzlich als neues Vorstandsmitglied und danken gleichzeitig unserem ehemaligen Schatzmeister, Herrn Dr. Klaus Ostermann, für die jahrelang für den Verein und die Welterbeidee geleistete Arbeit.

    Wir haben uns entschlossen, die Spendenbescheinigungen im nächsten Jahr nicht mehr auszustellen, weil das Finanzamt Spenden bis zu einem Betrag von 200,00 Euro ohne Bescheinigung des Vereins anerkennt. Es genügt der Kontoauszug, aus dem sich die Zahlung ergibt. Kontosalden und andere Buchungen kann man schwärzen.
    Hardy Fischer


    Termine
    Mitgliedertreffen zum Jahresendschmaus
    Unser diesjähriger „Jahresendschmaus“ findet statt am
    Mittwoch, dem 14. Dezember 2011 ab 19:00 Uhr
    im Restaurant Ilyssia, 1. Stock,
    Lange Straße 83, Kassel-Wahlershausen.

    Unsere Mitglieder sind mit ihren Partnern herzlich eingeladen.
    Wir bitten um Anmeldung bis zum 9. Dezember per E-mail oder per Postkarte an Dr. Rainer Olten, Lilienweg 24, 34128 Kassel
    drolten@arcor.de





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    Rundbrief 1-2011

    Jahresbericht des Vorstandes für 2010


    (gemäß § 8 (1,b) der Vereinssatzung für die Zeit zwischen dem 16. April 2010 und 27. April 2011:)

    Vorstandssitzungen

    Der Vorstand hat sich seit der letzten Mitgliederversammlung am 10.06.10, 10.08.13, 03.11.10 und 23.02.11 zu Sitzungen getroffen. Auch zwischen den Sitzungen standen die Vorstandsmitglieder stets in engem Kontakt miteinander, um anstehende Probleme zu diskutieren und Entscheidungen vor-zubereiten.

    Quartalsrundbriefe

    Die Quartalsrundbriefe, eingeführt und jahrelang mit Enthusiasmus verfasst von Dr. Hans-Walter Bumm, werden in einem neuen Erscheinungsbild mit ebenso hohem Engagement verfasst von unse-rem neuen Schriftführer Dr. Rainer Olten. Die Mitglieder können den Briefen jeweils das Neueste entnehmen.

    Veranstaltungen: Vorträge, Lesungen,
    Exkursion und anderes


    13. Mai 2010
    Großes Bergpark-Fest der MHK (Museumslandschaft Hessen Kassel) unter Beteiligung der Bürger für das Welterbe und des Runden Tisches der Kas-seler Kulturgesellschaften;

    17. Juli 2010
    Herkulesgeburtstag 2010 mit historisch beleuchteten Wasserspielen;

    12. September 2010
    Autorenlesung Eva Demski »Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn….? Gartenreisen – Sehnsuchtsziele« im Großen Gewächshaus Park Wilhelmshöhe in Kooperation mit der MHK. Es musizierte das Klarinettenduo Fritz Weber und Thomas Boll;

    18. September 2010
    Exkursion nach Aschaffenburg – Pompeianum und Park Schönbusch;

    05. November 2010
    Vortrag Dr. Ing. habil. Hermann Kienast, München, »Der antike oktogonale Turm der Winde in Athen und seine Deutung«, in Verbindung mit der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissen-schaft, der Deutsch-Griechischen Gesellschaft, dem Museumsverein, der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Universität Kassel – im Rahmen der Aktion »Kassel auf dem Weg zum Welterbe«;

    26. November 2010
    Buchvorstellung Dr. Baier, »Ohnvergleichliches Italien – Italienreise, Italienbild und Italienrezeption um 1700 am Beispiel des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel« gemeinsam mit dem Herausgeber Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde und der MHK;

    30. November 2010
    Vortrag Dr. Friedl Brunckhorst, Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen, Bad Homburg, »Die Löwenburg – eine Burgruine der Romantik im Landschaftspark Wilhelmshöhe«;
    02. Dezember 2010

    Bürgerversammlung des Landesamts für Denkmalpflege und der mhk, Opernhausfoyer, »Kassels Welterbeantrag auf den Weg gebracht!«;

    11. Februar 2011
    Vortrag Dr. Ulrich Schneider, Schleswig-Gottorf, »Das Neue Werk der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf – Ein Garten des 17. Jhs. als Ort wissenschaftlicher Erkenntnis«, in Verbindung mit der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wis-senschaft, dem Museumsverein, Verein für Hessi-sche Geschichte und Landeskunde, der Museums-landschaft Hessen Kassel und der Universität Kas-sel – im Rahmen der Aktion »Kassel auf dem Weg zum Welterbe«;

    06. April 2011
    Vortrag Prof. Dr. Winfried Schich, Berlin, »Von Weißenstein zu Wilhelmshöhe«, in Verbindung mit dem Stadtmuseum und dem Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde– im Rahmen der Ak-tion »Kassel auf dem Weg zum Welterbe«.

    Literatur im Park

    Am 12. September fand 2010 im Großen Ge-wächshaus des Bergparks wieder eine Autorenle-sung statt, diesmal »Gartengeschichten, Gartenreisen – Sehnsuchtsziele« mit Frau Eva Demski. Die Lesung war, wie bei der bekannten Autorin und Kolumnistin zu erwarten, sehr gut besucht. Vor und nach der Lesung musizierte das Klarinettenduo Fritz Weber und Thomas Boll.
    Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit der Museumslandschaft Hessen Kassel. Die Elisabeth-Buchhandlung besorgte den Büchertisch.
    Herr Dr. Ostermann und Frau Noll waren für die Organisation verantwortlich. Plakat und Flyer ge-staltete Herr Forssman.

    Führungen und Exkursion

    Die stellvertretende Vorsitzende Frau Brechmacher-Ihnen sowie die Vorstandsmitglieder Herr Gerd Fenner und Herr Yannick Philipp Schwarz führten interessierte Gruppen etwa dem Museums-verein zu verschiedenen Gelegenheiten durch den Bergpark, ins Dorf Mulang, zur Pagode und beglei-tend zu den Wasserspielen. Erwähnt seien hier zu-dem die Führungen während des Herkulesgeburts-tages und beim Bergparkfest der MHK.
    Die Exkursion führte am 18. September 2010 nach Aschaffenburg. Ziele waren – bei übrigens bestem Reisewetter – das Pompeianum des bayrischen Kö-nigs Ludwig I. und einer der bedeutenden Land-schaftsparks in Deutschland, Schönbusch. Verant-wortlich für die Gestaltung dieser großartigen Anlage war der Gartenkünstler Friedrich Ludwig von Sckell. Ein ausführlicher, informierender Spaziergang führte durch den frühen Landschaftspark, der inzwischen - wie bei den unter der Bayerischen Schlösserverwaltung üblich - hervorragend gepflegt und wiederhergestellt ist.
    Die Organisation des Ganzen sowie die gartenhistorische Begleitung lagen in den Händen von Frau Brechmacher–Ihnen. Dank gebührt auch Herrn Mielke, der gemeinsam mit ihr in einer Vorexkursion die Fahrt vorbereitet hatte. Erläuterungen zu Kunst und Geschichte gaben Frau Dr. Richarz-Riedl und Herr Dr. Bumm.

    Öffentlichkeitsarbeit

    Seit dem letzten Jahr hat der Vorstand noch mehr als bisher den Schwerpunkt auf öffentlichkeitswirksame Aktionen und Veranstaltungen gelegt. Dazu gehören neben bewährten Formen wie Vorträgen, Artikeln im (k)KulturMagazin und Führungen verstärkt die Teilnahme oder Durchführung von Park-festen und die inzwischen mit einer Gesamtauflage von 10.000 Exemplaren herausgegebene Broschüre »Kassel auf dem Weg zum Welterbe«. Einen zweiten Schwerpunkt bildet das auch als Öffentlich-keitsarbeit zu verstehende Engagement in der Jugendarbeit.
    Es bleibt zu bedenken, dass noch immer ein anhaltendes Defizit im Bewusstsein der Bevölkerung be-steht, was es mit dem Weltkulturerbe auf sich hat und warum es für Kassel einen enormen Gewinn
    bedeuteten wird, diesen Titel zu erlangen. Es ist eine der Hauptaufgaben des Welterbevereins, auch in den noch verbleibenden Jahren hier mit aller Kraft zu arbeiten. Unverkennbar zieht das Welterbeanliegen immer weitere Kreise, seitdem auch der Runde Tisch der Kasseler Kulturgesellschaften, aber auch andere wie der Bürgerverein Wilhelmshöhe und einige Schulen wie die Engels-burg, das FG, die Reformschule und etliche Grund-schulen das Thema für sich entdeckt haben.

    (k)KulturMagazin


    Frau Brechmacher-Ihnen hat wie in all den Jahren vorher die ständige Rubrik »Welterbe« im (k)KulturMagazin gemeinsam mit dem Redaktions-team Herr Fenner, Herr Schwarz und Herr Mielke betreut und neben anderen Autoren die Artikel ver-fasst. Die vom 15. April 2010 bis zum 17. Februar 2011 publizierten Beiträge waren, aufgelistet nach den Nummern der Zeitschrift:
    160 B. Bock: Plan Wasserspiele
    161 B. Bock: Die Männer der Wasserspiele
    162 A. Schlegel/M. Brechmacher-Ihnen: Geburtstag des Herkules
    163 N.N.: Mitschnitt
    164 M. Brechmacher-Ihnen /Y. Schwarz: Von echten und falschen Ruinen
    165 E.: Wegener: Warten wir’s ab
    166 M. Brechmacher-Ihnen: Bänke und Sichten
    167 N.N.: Auswertung Nickelenbilder Uni Darmstadt
    169 M. Brechmacher-Ihnen: Desseins du Mont Cassel


    Website


    Unsere Website betreut seit Jahren Herr Friedrich Forssman. Neu auf der Website zu finden ist eine pdf-Datei unserer Broschüre »Kassel auf dem Weg zum Welterbe«, komplett mit allen Abbildungen. Ebenfalls von hohem Informationswert ist die von Herrn Forssman verfasste Website zur Geschichte des Parkdorfes Mulang und der Garten- und Villenkolonie Mulang unter folgenden Web-Adressen: www.welterbe-kassel.de
    www.kassel-wilhelmshoehe.de.
    Vitrine

    Unsere Vitrine in der Kurhausstraße, zwischen Sparkasse und Edeka gelegen, wurde bis Ende 2010 mit Informationen zur Vereinsarbeit und Wissenswertem zur Gartenkunst bestückt. Dafür sorgten unermüdlich Herr Dr. Bumm und Frau Dr. Leh-mann. Dafür sei Ihnen an dieser Stelle im Namen der Bürger für das Welterbe herzlichst gedankt.
    Zurzeit liegt die Vitrine brach. Die Zukunft ist ungewiss. Es wäre schön, wenn sich jemand fände, der die Vitrine wieder zum Leben erwecken würde. Sie oder Er möge sich mit dem Vorstand in Verbindung setzen.

    HNA und Welterbe

    Zu verweisen ist auch auf folgende Websites, die das Thema Welterbe Bergpark Kassel zum Inhalt haben. Hiermit stützt die HNA die Welterbe-Bewerbung: http://regiowiki.hna.de/Portal:_Weltkulturerbe www.hna.de/weltkulturerbe.
    Fotokalender und Buchveröffentlichung
    Der Verein hat sich als Mitherausgeber bzw. Förde-rer für zwei Objekte engagiert: Den Fotokalender »Bergpark Wilhelmshöhe, 5:00 Uhr« von Michael Wiedemann hat von unserer Seite Herr Fenner be-treut, unterstützt von Frau von Adrian und dem Vorsitzenden. Die Drucklegung der preisgekrönten Dissertation »Ohnvergleichliches Italien - Italien-reise, Italienbild und Italienrezeption um 1700 am Beispiel des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel« von Irmtraud Baier wurde mit EUR 2.500,
  • geför-dert. Herausgeber ist der Verein für Hessische Ge-schichte und Landeskunde. Das empfehlenswerte Buch ist im Buchhandel erhältlich.

  • Postkartenaktion

    Von unserem Schatzmeister Dr. Ostermann initiiert konnte eine große Kneipenpostkartenaktion vorbe-reitet werden. Vierzehn Kasseler Illustratoren wollen sich des Themas »Kassel will Welterbe werden« annehmen und es aus ihrer Sicht in Postkartenmotive verwandeln. Die 14 Motive werden zu je 10 000 Stück gedruckt und über ein Jahr wechselnd an ca. 90 Restaurants und Gaststätten verteilt. Unterstützend wird die Fa. LoPo Media 100 DIN-A-3-Plakate drucken und aushängen.

    Die Autoren und Motive betreuen, auswählen und alles Weitere organisieren wird Herr Reinhold Weber, Inhaber der Agentur e-Bildwerke (www.e-bildwerke.de). Er sowie alle Illustratoren stellen ihre Arbeit dem Verein und der Welterbesache kostenlos zur Verfügung. Druck und Verteilung wird der Verein finanzieren.
    Angedacht ist, eine Ausstellung mit den Originalil-lustrationen zu veranstalten, möglichst im Park Wilhelmshöhe.
    Bürgerversammlung »Kassels Welterbeantrag auf den Weg gebracht!«

    Welterbebewerbung

    Die erste Hürde auf dem Weg zum Welterbe für die Wasserkünste und den Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe ist genommen. Ende September 2010 wurde der Welterbeantrag zu einer ersten Vorprüfung an die Beauftragte der Kultusministerkonferenz für Welterbeangelegenheiten eingereicht. Am 02. Dezember 2010 luden das Landesamt für Denkmalpflege und die MHK wieder zu einem gut besuchten Informationsabend ins Opernfoyer des Staatstheaters. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann und Oberbürgermeister Bertram Hilgen begrüßten und erläuterten den Stellenwert des Welterbetitels für Hessen und Kassel.

    Dr. Jennifer Verhoeven, Stabsstelle Welterbe Hessen beim Landesamt für Denkmalpflege Hes-sen, und Ernst Wegener, Gesamtprojektleiter Mu-seumslandschaft Kassel, berichten über den Wel-terbeantrag, seinen Aufbau, die Entstehung und die Arbeitsgemeinschaft. Über das bürgerliche Enga-gement der Bürger für das Welterbe und die Lust der Bürger, den Welterbetitel zu holen sprach der Vorsitzende unseres Vereins, um weitere Bürger zur Beteiligung »anzustiften«.
    Der von den Malern Jan und Rymer van Nickelen zwischen 1716-21 und 1727-30 hergestellte achtteilige Gemäldezyklus des Karlsberges wurde im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes zu einem Film zusammengestellt. Erstmalig werden dieser Film und das Projekt von Prof. Manfred Koob und Moritz Reinhold von der TU Darmstadt der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Schließlich gab Dr. Thomas Weiss, Direktor der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, einen Einblick in seine Erfahrungen im Umgang mit der UNESCO-Kulturlandschaft »Gartenreich Dessau-Wörlitz«.
    Welterbe-Broschüre in der 2. Auflage

    Der Informationsabend sollte dazu beitragen, den Welterbegedanken in möglichst weite Kreise der Bevölkerung zu tragen. Aus diesem Anlass haben wir an diesem Abend die 2., vom Vorsitzenden, Friedrich Forssman und dem Fotografen Nik Barlo jr. aktualisierte Auflage unserer Broschüre »Kassel auf dem Weg zum Welterbe« an die Besu-cher verteilt. Die Broschüre wird auch von der MHK als auch von KasselMarketing angeboten. Selbst Parteien (bisher SPD, Die Grünen) haben die Broschüren im Kommunalwahlkampf auf Ortsteilebene verteilt und sich damit für die Ziele der Welterbe-Bewerbung stark gemacht.

    Logo »ERBE«

    Für die Werbung des Vereins haben wir den Logo-Entwurf »ERBE« von Jonas Buntenbruch erwor-ben. Als Button und als Sticker »Bürger für das WeltERBE Kassel«, gestaltet von Herrn Forssman, konnte beides zum Herkulesgeburtstag bereits an die Besucher verteilt werden.

    Herkulesgeburtstag


    Der 17. 07. war 2010 der Tag des Herkulesgeburts-tagsfestes. Fast 1000 Besucher waren auf die Ebene des Neptunbeckens und des Kaskadenrestaurants gekommen, um in stimmungsvoller Atmosphäre den Geburtstag des Herkules zu feiern. Es sollte wie vor 293 Jahren sein: Rauschende Kaskaden, mit Fackeln beleuchtetes Neptunbecken (Aufbau Fa. Kunstlicht), Lesungen, festliche Musik. Das Blä-serensemble KasselBrass spielte u.a. die Wasser-musik von G. F. Händel, die genau an diesem 17. Juli vor 293 Jahren in London auf der Themse ur-aufgeführt wurde. Prof. Dr. Peter Gerke, Sprecher des Runden Tisches der Kasseler Kulturgesellschaf-ten, stellte in seinem launigen Grußwort »Herkules am Abgrund« dar. Frau Dr. Barbara Richarz-Riedl und Herr Gerd Fenner lasen literarische Texte über das Herkulesbauwerk, und der Verein informierte zahlreiche Besucher über den Bewer-bungsprozess und die Ziele des Vereins. Unsere Broschüre, Bergparkbücher, »ERBE«-Buttons und –Sticker wurden angeboten und verteilt. Yannick Philipp Schwarz führte die Besucher zur barocken Wasserkunst entlang der Kaskade.

    Der Herkules-Geburtstag war eine gute Gelegenheit, „vor Ort“ in einer wunderbaren Atmosphäre für die Welterbe-Idee in Kassel zu werben. Dabei wurden wir von der HNA hervorragend unterstützt. Radio HR 4 machte ein kurzes Interview. Die KVG setzte äußerst kooperativ Sonderfahrten des Berg-parkbusses Linie 23 und des Herkulesbusses ein. Ihr und der MHK ist für die bereit gestellte Hilfe seht zu danken

    Für die Organisation des Herkules Geburtstages ob-lag dem Vorsitzenden, unterstützt von Frau Noll, Frau Brechmacher-Ihnen, Herrn Fenner, Herrn Schwarz und Herrn Prof. Dr. Olten.

    Jugendarbeit (Bericht Brigitte Noll)

    Projektwoche »Bergpark« am Friedrichs-gymnasium
    Die Bürger für das Welterbe konnten bei Vorberei-tung Durchführung der Projektwoche »Bergpark«
    hilfreich zur Seite stehen. Im Februar 2010 bereits präsentierten Frau Noll und Frau Dr. Richarz-Riedl in Grundsatzreferaten dem Kollegium des Friedrichsgymnasiums Aspekte der Geschichte des Bergparks sowie der Welterbebewerbung, ebenso eine Liste von ca. 30 Themen für die Projektarbeit in allen drei Aufgabenfeldern. Im Oktober führte das FG unter der Leitung von Frau Fingerling-Franzbach und Beteiligung der MHK-Pädagogik, Frau Buchholz, die Projektwoche durch. An Pres-seterminen waren von unserer Seite Frau Noll und der Vorsitzende beteiligt. Die Bürger für das Welt-erbe überreichten eine Spende von 500 Euro an das FG zur Förderung der weiteren Arbeit an diesem Thema.

    Fortschreibung der Pläne für den »Gartenkoffer«


    In Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Kas-sel, Studiengang Produktdesign, konnte unter der Leitung von Prof. Hardy Fischer im Wintersemes-ter 2010/11 ein Entwurfsprojekt »Gartenkoffer« durchgeführt werden. Auch in diesem Fall ist die Museumspädagogik der MHK beteiligt. Die zum Teil sehr überzeugenden Ergebnisse zweier Studen-tinnen wurden der Abteilung Kommunikation der MHK, Frau Ziegler, vorgestellt. Es ist noch offen, ob die MHK sich für eine weitere Vermarktung in ihrem Haus entscheiden wird. Der Verein hat die Prototypen, die im Rahmen des Entwurfsprojektes entstanden sind, aus dem Budget der Jugendarbeit mit einer Materialkostenhilfe von jeweils ca.150-200 Euro unterstützt

    Die Zusammenarbeit mit der Uni Paderborn, Fach-bereich Kunst und Kunstpädagogik, Frau Prof. Dr. Stroeter-Bender wurde fortgesetzt. Im Dezember hat Frau Noll auf Einladung über das Konzept und das Prozedere unserer Jugendarbeit vor Studenten in Paderborn berichtet. Ein Museumskoffer zum Herkules, der dort erarbeitet wurde, wird in Pader-born im Mai vorgestellt. Wir sind dazu eingeladen.

    Führungen für Schulklassen

    Unser Angebot kostenloser Führungen für Schul-klassen, jeweils auf Antrag nach Belegung einer zertifizierten Fortbildung der Lehrkraft in der Mu-seumspädagogik, wurde fortgesetzt. Am 12. Mai findet unter der Leitung von Frau Gutsche ein »Grundschultag« im Bergpark statt. Wir werden drei kostenlose Führungen finanzieren, die es dort zu gewinnen gibt.

    Vertrieb des Bergparkbuches

    Der Vertrieb hat sich schwerpunktmäßig auf die Museumsshops der MHK und von KasselMarketing (im Bahnhof Wilhelmshöhe) verlagert. Im Berichtszeitraum waren es 220 Exemplare. Auf Anfrage wurden und werden weitere Exemplare an Schul-klassen weitergegeben, auch 20 an die Puschkinschule der Kasseler Partnerstadt und UNESCO-Welterbestadt Jaroslawl zu deren 1000 jährigen Stadtjubiläum. Die Verkaufserlöse (4,40 Euro pro Stück) fließen direkt in die Jugendarbeit des Vereins.

    UNESCO-Projektschule Engelsburg Gymnasium

    Die Zusammenarbeit mit der UNESCO-Projektschule Engelsburg, Frau Finke-Hölzl, wird fortgesetzt. Sie wird mit ihrer Klasse 5 am 04. Juni 2011 (Bergparkfest der MHK) ein bereits erfolg-reich »gelaufenes« Herkulesspiel für den Verein im Rahmen des dort geplanten Programms noch ein-mal aufführen. (Bilder davon z. Zt. noch in unserer Vitrine Kurhausstraße zu sehen)

    Kassel-Marathon

    Im Sommer hat der Verein für den Kassel-Marathonlauf Schüler der Reformschule in Wil-helmshöhe mit »Auf den Weg zum Welterbe«-T-Shirts ausgestattet und das Startgeld finanziert. Über unsere Aktion berichtete die HNA in einem eigenen Artikel. Dafür wurden 1000 Euro aufge-wendet. Für den Unterricht erhielt die Reformschule außerdem 40 Freiexemplare des Bergparkheftes. Es ist zu überlegen, ob im Bereich des Jugend- und Erwachsenensport mit solchen oder ähnlichen Ak-tionen für die Welterbe-Bewerbung geworben wer-den kann.

    Zusammenarbeit mit der MHK

    Neu war im Berichtszeitraum die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Frau Bartsch von der MHK. Frau Bartsch entwirft z. Zt. für die MHK eine auf das Thema Welterbebewerbung fokussierte Website. Hier wird es auch eine spezifische Seite über und von Jugendlichen geben. Für diese Seite konnten wir Frau Bartsch eine Menge aus Ihrer Sicht gut verwendbaren Materials aus unserer bis-herigen Arbeit übergeben.
    Anmerkung: Die Arbeitsgruppe hat sich, da alle Projekte Fortschreibungen bereits beschlossener Konzepte waren, im Berichtszeitraum nicht getroffen.

    Gremienarbeit


    Der VI. und letzte internationalen Experten-Welterbeworkshop fand am 11./12.03.10 statt. Seit Januar 2007 stand dieses Gremium beratend und mit hoher Fachkompetenz den hiesigen Verwaltungen zur Seite, um die Welterbebewerbung in eine aussichtsreiche Richtung zu entwickeln. Man darf daran erinnern, dass bereits in der ersten Sitzung der Standort des in die westliche Achse des Oktogons hinein geplanten 3-geschossigen Besucherzentrums gekippt wurde. Als möglicher Bauplatz wurde der Parkplatzrand in Erwägung gezogen, ein von Seiten der Bürger für das Welterbe immer wieder, aber vergeblich vorgetragener Vorschlag. In der gleichen Sitzung empfahl das Gremium, das weitreichende Wassereinzugsgebiet für die Wasserspiele in die Kernzone einzubeziehen, da es technisch von besonderer historischer Bedeutung sei.

    Bis zum Sommer wurde vom Landesamt für Denkmalpflege und von der MHK der »außerge-wöhnlichen universellen Wert« formuliert, so wie er inzwischen bekannt ist, fokussiert auf die weltweit einmaligen monumentalen Wasserkünste und die Kolossalstatue des Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe.
    Auch die sehr intensive Arbeit in der Arbeitsgruppe Welterbe Stadt, Kreis Kassel und Land Hessen kam im Juli zu einem Ende. Hier wurden insbesondere die Stadt betreffende Aspekte der Anmeldung und die damit verbundenen Management-Texte erarbeitet und diskutiert.
    Die Bürger für das Welterbe waren durch Frau Brechmacher-Ihnen und den Vorsitzenden in bei-den wichtigen Gremien vertreten und haben dort über die Jahre mitgearbeitet, auch mit textlichen Beiträgen. Frau Brechmacher-Ihnen konnte eine große Menge von Fotos der als Vergleichsobjekte vorgesehenen Anlagen dem Landesamt für Denk-malpflege zur Verfügung stellen.
    Jahrestagung der UNESCO-Welterbestätten Deutschland
    Das Thema der Jahrestagung im Oktober letzten Jahres war: »Bildung für die Zukunft«. Frau Brigit-te Noll hat uns dort vertreten. Die Tagung in Essen hat uns in unserer Arbeit voll bestätigt. Besonders in der Jugendarbeit sind wir auf dem dort empfoh-lenen und beschriebenen Weg. Zur Vernetzung und Werbung konnte Frau Noll unsere Erfahrungen in die Diskussion einbringen.
    Runder Tisch der Kulturgesellschaften
    Die mehr als 30 Kulturgesellschaften Kassels ein-geschlossen die Bürger für das Welterbe treffen sich etwa vierteljährlich zu gemeinsamen Sitzungen. Zudem findet regelmäßig ein Informationsaus-tausch zu den jeweiligen Veranstaltungen der Ver-eine statt; die Mitgliedsvereine kooperieren zuneh-mend bei der Durchführung von Veranstaltungen
    z.B. bei Vorträgen der KGKW. Unsere Broschüre haben mehrere Gesellschaften angefordert.
    Intensiv beteiligten sich die Gesellschaften am Bergparkfest der MHK am 13. Mai 2010. Sie prä-sentierten sich gemeinsam in einem Pavillonzelt und boten eine große Anzahl von Führungen an. Einzelne Gesellschaften haben Patenschaften für Parkarchitekturen übernommen. Als Ansprechpart-ner und Koordinatoren des Runden Tisches für die Begleitung des Welterbe-Antrags wurden Frau Brechmacher-Ihnen, Prof. Fischer (beide Bürger für das Welterbe) und Herrn Dr. Schröder (Muse-umsverein) bestimmt.
    Auf Einladung des Vereins Roseninsel Park Wil-helmshöhe e.V. beteiligten sich die Bürger für das Welterbe am 06. Juni mit einem Informationsstand und Führungen am Rosenfest. Zu danken haben wir Frau Brigitte Noll, Frau Brunhilde Noll, Frau Weber, Herrn Dr. Bumm und Herrn Fenner.

    Mitgliedertreffen mit Herbstschmaus

    Zum Jahresausklang trafen sich am 25. November ca. 25 »Welterben« diesmal im Restaurant Ilyssia in Kassel-Wahlershausen. Es war ein sehr schöner Abend nicht, nur was Speis und Trank betraf, son-dern auch wegen der Gesprächsthemen. Zunächst stellte Herr Reinhold Weber das Projekt »Knei-penpostkarten« vor. Das Projekt stieß auf einmütige Zustimmung. Außerdem präsentierte der Vorsitzende das neu erschiene Buch von Dr. Irmtraud Baier zur Reise des Landgrafen Karl, »Ohnvergleichliches Italien« und aus der Schriften-reihe der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft das Bändchen »Kalaurea – Hölderlin und die Hölderlin-Edition in Kassel« von D.E. Sattler. Beide sind noch erhältlich. Herr Fenner zeigte den Fotokalender »Bergpark Wilhelmshöhe, 5 Uhr« von Michael Wiedemann. Man war sich einig, den Herbstschmaus auch beim nächsten Mal wieder zu besuchen.

    Ausblick auf das laufende Jahr 2011

:Für 2012 planen wir die Fortsetzung bzw. erfolgreiche Beendigung unserer laufenden Projekte in der Jugendarbeit, hier insbesondere des Projekts Gar-tenkoffer.
• Die Planung eines »Welterbecamps« in der Waldschule ist für 2012 angedacht – dazu be-darf es aber einer breit angelegten Entschei-dungs- und Mitarbeiterbasis.
• Das Kneipenpostkarten-Projekts wird im Frühsommer starten.
• Gemeinsam mit dem Runden Tisch der Kasse-ler Kulturgesellschaften wollen wir unseren Vorschlag einer großen Unterschriftenaktion »Kassel pro Welterbe« in die Tat umsetzen. Die Aktion soll möglichst zum Bergparkfest starten.
• Am Samstag, den 04. Juni wird das Bergpark-fest der MHK erneut stattfinden. Es wird ein Musikprogramm geben und beleuchtete Was-serspiele, dazu Kutschfahrten, historisch kos-tümierte Personen, gastronomische Stände und Zelte. Die Bürger für das Welterbe und einige Kulturgesellschaften des Runden Tisches wie der Museumsverein, die Kurhessische Gesell-schaft für Kunst und Wissenschaft, der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde und viele andere mehr werden sich mit Stän-den, Informationsmaterial und Führungen zum Thema UNESCO-Welterbe beteiligen. Eines unserer Angebote wird eine Aufführung der Klasse 5 des Engelsburg-Gymnasiums sein, Leitung Frau Finke-Hölzl: Kinder spielen für Kinder »Szenen aus dem Leben des Herkules«, Halle des Sokrates, 16 Uhr,
• Ob seitens der MHK die Wiederherstellung der Pagode fortgeführt und vollendet wird, ist leider offen Es fehlen noch immer die hölzerne Scheinbibliothek im unteren Wandbereich, die Buddhafigur, die beiden Wächterfiguren, wei-tere Möblierung und die korrekte historische Gestaltung des Äußeren. Bisher hat der Verein für die Restaurierung der Pagode ca. EUR 9.500,- gespendet. -
• Für den Shuttlebusdienst nach den Wasserspie-len vom Schloss zum Herkules ist nach Ge-sprächen mit der KVG eine gemeinsame Akti-on geplant. Wir werden an die Besucher der Wasserspiele einen Flyer verteilen, der auf den Shuttle, aber auch auf die Tram- und Busver-bindungen zu Park und Herkules hinweisen soll. Vielleicht lässt man beim nächsten Besuch den PKW zu Hause.
• »Literatur im Park« soll es auch in diesem Jahr wieder geben. Die bekannte Schauspielerin Frau Eva-Maria Keller wird lesen. An der Or-ganisation beteiligt ist Frau Henrike Taupitz vom Literaturbüro Nordhessen und Bürgerin für das Welterbe. Mitveranstalter ist wieder die MHK.
• Eine Gartenfilmreihe soll in Zusammenarbeit mit dem Bali-Kino die Garten- und Welterbeidee popularisieren. Herr Forssman wird eine Reihe mit 4 bis 5 Filmen konzipieren und zusammen mit dem Vorsitzenden die Ge-spräche mit dem Bali-Kino übernehmen.
• Wir werden wahrscheinlich auch in diesem Jahr den »Herkulesgeburtstag« mit historisch beleuchteten Wasserspielen feiern. Vorgesehe-ner Termin ist der 16. Juli.
• Die diesjährige Exkursion am 27./28. August 2011 soll in den Norden Deutschlands führen. Hauptziel ist der Neuwerkgarten am Schloss Gottorf in Schleswig. (Siehe nebenstehenden Bericht)
• Die Bürger für das Welterbe werden 2011 zehn Jahre alt. Der sicher wieder stattfindende Herbstschmaus wird uns die Gelegenheit bie-ten zurückzublicken.
    :

    Damit möchte ich den Bericht schließen und allen Dank sagen, die sich im letzten Jahr wieder so in-tensiv im Verein für das große Ziel Weltkulturerbe eingesetzt haben. Ein herzliches Dankeschön aber auch Ihnen allen, die Sie als Bürger für das Welter-be dem Verein die Treue halten und dadurch erst unsere Arbeit für das UNESCO-Welterbe Bergpark möglich machen.

    Für den Vorstand:
    Prof. Hardy Fischer, Vorsitzender


    Exkursion nach Schleswig-Holstein

    In diesem Jahr soll unsere Exkursion in den Norden Deutschlands führen. Hauptziel ist der Neuwerk-Garten am Schloss Gottorf in Schleswig.
    Dieser Garten, um 1690 als erster Barockgarten nördlich der Alpen entstanden, ist ein sechsstufiger Terrassengarten mit einem eigens für einen begeh-baren Globus geschaffenen Lusthaus. Eine reiche Pflanzensammlung ergänzte die damals als Wun-derwerk zeitgenössischer Handwerkskunst, Natur-wissenschaft und Technik berühmte Anlage. Der schon ab 1713 verwilderten Garten wurde zwischen 1995 und 2007 auf der Basis von Archivalien und Grabungsergebnissen so weit als möglich rekon-struiert. Heute präsentiert sich der Neuwerk-Garten wieder mit den fünf wieder hergestellten Terrassen und ihren Treppenanlagen, dem nach einem modernen Entwurf errichteten Globushaus auf der mit Blumen nach dem Gottorfer Codex bepflanzten Globusterrasse, dem Herkules-Teich, in dessen Mitte die Kunststoff-Kopie der originalen Herkules-Skulptur steht und der seitlichen Kleinen Kaskade. Herr Dr. Ulrich Schneider, Kustos bei der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, wird uns durch den Garten und in das Globushaus führen.
    Auf dem Weg dorthin werden wir in Neumünster einen zu Beginn des 20. Jh. umgestalteten Land-hausgarten besuchen und anschließend die Parkan-lage des Schloss Louisenlund bei Güby. Die Gestal-tung des Schlossparks geht auf den Landgrafen Carl von Hessen (1744 – 1836) zurück, dem Bruder ‚unseres’ Landgraf Friedrich II.
    Um 1924-25 entwarf der Lübecker Gartenarchitekt Harry Maasz für den bis dahin im spätlandschaftli-chen Stil gestalteten Landhausgarten des Fabrikan-ten Wachholtz einen Garten im reformgärtnerischen Stil mit vielen, vielfältig nutzbaren Gartenräumen und starkem Bezug auf das ebenfalls umgestaltete Haus. Die Anlage wurde seinerzeit in etwas vereinfachter Form realisiert, später weiter verändert. Der Garten blieb aber in seinen Grundzügen erhalten und konnte ab 2006 wiederhergestellt werden. Er ist heute durch zeitgenössische Kunstwerke ergänzt. Durch den unter Denkmalschutz stehenden Garten wird uns die zuständige Referentin des Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein Dr. Margita Meyer führen.
    Schloss Louisenlund beherbergt heute eine private Internatsschule; so ist der Park eigentlich nicht öf-fentlich zugänglich. Der dortige Kunsterzieher Dr. Alf Hermann, der sich seit Jahren intensiv mit dem Park und seiner Entwicklungsgeschichte befasst, wird jedoch dafür sorgen, dass wir den Park mit seinen zahlreichen, der Freimaurerei verbundenen Staffagen kennen lernen können, auch wenn er sel-ber nicht dabei sein kann.
    Unser Übernachtungsquartier in Schleswig befindet sich in einem unweit des Schloss Gottorf gelegenem Hotel.
    Termin: 27./28. August 2011
    Kosten: für Busfahrt, Halbpension und Nebenkos-ten (Eintritt, Trinkgelder etc.): 135,- €/P im DZ, 160,- €/P im EZ

    Anmeldung zur Exkursion:
    ab sofort bis spätestens 31.7.2011 bei:
    Maren Brechmacher-Ihnen
    Tel. 0561-3 52 60 oder
    E-Mail: brechmacher-ihnen@web.de
    Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt.
    Bitte bei der Anmeldung E-Mail-Adresse und/oder Telefonnummer angeben.

    Adressen
    Verein:
    Bürger für das Welterbe
    Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und
    Wilhelmsthal e.V.
    Schloßteichstraße 3
    D-34131 Kassel
    Mail: mail@welterbe-kassel.de
    Schriftführer:
    Prof. Dr. Rainer Olten
    Lilienweg 24
    34128 Kassel
    Mail: drolten@arcor.de
    Schicken Sie Ihre E-Mail-Adresse an den Schrift-führer: drolten@arcor.de

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    Rundbrief 3-2010


    Aus der Vorstandsarbeit

    Der Vorstand unseres Vereins hat am 13. August zuletzt getagt und wird sich am 3. November wieder treffen. Die wichtigste Frage, die den Vorstand z. Zt. beschäftigt, ist: Wie können wir weite Kreise der Kasseler Bevölkerung für die Unterstützung der Weltkulturerbe-Bewerbung gewinnen? Die Kasseler müssen hinter der Bewerbung stehen und das muss nach außen auch sichtbar werden.

    Vor den Entscheidung, ob unser Bergpark Weltkul-turerbe wird - und damit für Kassel neben der do-cumenta und den Brüdern Grimm eine herausra-gende Attraktion werden kann, werden Abgesandte der UNESCO vor Ort erkunden, ob und wie stark die Bevölkerung hinter den Bewerbung steht.

    Nachdem der Prozess der Bewerbungsformulierung nun weitgehend abgeschlossen ist und wir als Verein hier nicht mehr eingreifen können und wollen, ist die Frage der Verbreiterung der Basis die Haupt-aufgabe unseres Vereins.
    Um dieses Ziel zu erreichen, werden z. Zt. einige Aktionen im Vorstand diskutiert: z.B. eine Unter-schriftenaktion: "Ich bin dafür! Ich unterstütze die Weltkulturerbe-Bewerbung!" Wenn wir 20.000 Un-terschriften sammeln könnten, wäre das ein deutli-ches Zeichen. Oder eine "Aufkleber-Aktion": Die Bürger machen durch einen Aufkleber (z.B. "Für das Welterbe in Kassel") auf dem Auto, dem Fahr-rad, Kinderwagen, Einkaufstasche, Schulranzen usw. deutlich, dass sie die Bewerbung aktiv unter-stützen.

    Das ist eine "Herkules-Aufgabe", die der Vorstand allein nicht bewältigen kann. Wir brauchen Mit-streiter und eine Konzeption. Daran arbeiten wir und freuen uns über Unterstützung jeglicher Art, Unterstützung von unseren Mitgliedern, von ande-ren Vereinen, von Unternehmen und Verbänden, der Presse und der Politik.
    Liebe Mitglieder! Schreiben Sie uns, ob wir uns im Vorstand mit den richtigen Fragen beschäftigen und die richtigen Lösungen anpeilen. Haben Sie andere Ideen und Vorschläge? Wollen Sie in irgendeiner Form mitarbeiten?
    Schreiben oder mailen Sie uns. Wir freuen uns über jede Anregung.

    Rainer Olten


    Fahrt nach Aschaffenburg 18.9.2010


    Eine Exkursion wie aus dem Bilderbuch! Aschaf-fenburg am Main, ein lohnendes Ziel, sonniges Reisewetter, motivierte Teilnehmer, tolle Organisa-tion und ein Busfahrer, der locker vom Steuerrad aus auch noch die Landschaft erklärte. Diese prä-sentierte sich im Gewand des sonnigen Vorherbstes auf das Angenehmste.
    Eigentlich ging die Fahrt nach der ersten Raststät-tenpause los, ... mit Einführung zum Programm: Die äußerliche Besichtigung von Schloss Johannis-burg, Begehung des Pompeianum, Aufenthalt in den zugehörigen Gärten, Führung durch einen der ersten Englischen Landschaftsparks in Deutsch-land: Park Schönbusch! (Brechmacher-Ihnen) Dazu Erläuterungen geschichtlicher Hintergründe über Aschaffenburgs Rolle als Zweitresidenz der Fürst und Erzbischöfe von Mainz über nahezu tausend Jahre. (Dr. Bumm)
    Und ganz schnell stand das Angekündigte vor uns: Schloss Johannisburg, eine mächtige Vierflügelan-lage der Spätrenaissance, in rotem Sandstein leuch-tend, massige Türme mit welschen Hauben an den Ecken und ein wuchtiger Viereckturm im Innenhof als Erinnerung an die Vorläuferburg, die im zweiten Markgräflerkrieg (1552 - 1555) bis auf diesen Turm zerstört wurde.

    Das Pompeianum ist der Nachbau eines Hauses in Pompei, das nach seinen Wandgemälden „Haus des Caspar u. Pollux“ genannt wurde. Nach dem verheerenden Vulkanausbruch des Vesuvs bei Neapel im Jahre 79 n. Chr. wurde dieses Haus, wie die ganze Stadt Pompei unter Lavastaub und Bimsstein (Magma) begraben.

    Der Antiken begeisterte bayrische König Ludwig I. (1786 - 1868) baute, nachdem er 1814 auch Herzog von Aschaffenburg und Unterfranken geworden war, Ausgrabungsresten in Pompei folgend diese Villa nach. In ihren Räumen wird heute das Alltagsleben einer römischen Patrizierfamilie mit allen seinen Attributen vorgeführt. Diejenigen von uns waren gut beraten, die sich auf dem Rundgang unserer Vereinsfreundin Barbara Richarz-Riedl anschlossen. Mit ihrem schier unerschöpflichen kunstgeschichtlichen Wissen hatte sie auf alle Fragen der Raumgestaltung und -nutzung, der Exponate in den Vitrinen u. Schränken, auch des Kücheninventars, eine Antwort.

    Und dann der Park Schönbusch! Nach einem lecke-ren Mittagessen im früheren Wirtschaftsgebäude, das schon von Anbeginn an eine Gastwirtschaft be-herbergte, heute Grand Bistro genannt, nahm uns schnell das Fluidum der Gesamtanlage des Parks mit seinen vielen Haupt und Nebengebäuden ge-fangen. Wir unternahmen unter der kompetenten wie humorvollen Führung der Biologin u. Psycho-login Dr. Barbara Leisner (Führungsnetz Aschaffenburg) einen mehr als zweistündigen Rundgang.

    Im Informationszentrum erläuterte sie uns die Ge-schichte des Parks, dessen Entstehung sich im We-sentlichen in zwei Phasen von 1775 - 1779 und von1780 - 1789 vollzog. Der Mainzer Fürst und Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (1719 - 1802) beabsichtigte für seine Zweitresidenz in Aschaffenburg eine repräsentative Parkanlage zu errichten und ließ diese im Stil der Zeit, dem Land-schaftspark nach Englischem Vorbild, verwirkli-chen. Die ersten Planungen und Arbeiten gehen auf den Mainzer Staatsminister Wilhelm Friedrich von Sickingen (1739 - 1818) und den portugiesischen Architekten Emanuel Joseph von Herigoyen (1746 - 1817) zurück. Das heutige Bild des Parks ist jedoch weitgehend das Werk des großen deutschen Gartenkünstlers Friedrich Ludwig von Sckell (1750 - 1823).

    Alle Elemente des Englischen Landschaftsparks finden Berücksichtigung: Die Ausgewogenheit von Wiesen, Wasser und Wald, geschwungene Wege-führung, Sichtachsen auf ein bestimmtes Ziel hin, künstliche Bodenerhebungen, unregelmäßig be-grenzte Wasserflächen, kunstvolle Brücken, von Menschenhand gestaltete Natur mit unauffälligen Übergängen in die umgebende Landschaft, Staffa-gebauten im Stil der Klassik (Schlösschen, Philo-sophenhaus, Freundschaftstempel), aber auch des ländlichen Lebens (Dörfchen, Wacht), zudem Räume für gesellschaftliche Aktivitäten (Speise- u. Tanzsaal). Die Kunst der Pflege trägt dazu bei, dass dem Besucher bewusst wird, sich wirklich "auf dem Lande" und nicht in einer künstlich geschaffenen Grünanlage aufzuhalten.

    Gab es auch Anregungen? Ja, z.B. die Boote auf dem unteren See, die man sich auch auf dem Aueteich oder dem Lac in Wilhelmshöhe vorstellen könnte. Keine Frage, dieser Tag, besonders die Führung durch den Landschaftspark am Nachmit-tag, war ein Erlebnis, eine große Bereicherung! Dank an die Organisatorin und an alle Beteiligte!

    Hans Walter Bumm


    Tip
    Die HNA veröffentlicht auf ihrer Internetseite u.a. zahlreiche historische Aufnahmen vom Bergpark Wilhelmshöhe und den Wasserspielen. Mit Hilfe des Stadtarchivs sind weitere bisher unbekannte Bilder hinzugekommen. Es lohnt sich, diese Bilderstrecken einmal aufzurufen: www.hna.de/weltkulturerbe.
    HNA 29.09.2010; Rainer Olten



    Wir trauern um Dr. Robert de Jong.

    Dr. Robert de Jong, Kunstgeschichtler und Archäologe, langjährig tätig im Rijksdienst voor de Monumentenzorg, koordinierte dort u. a. die niederländischen Nominierungen für das Weltkulturerbe der UNESCO. Von 1994 bis 2005 war er Präsident des International Committee of Historic Gardens - Culturel Landscapes (ICOMOS-IFLA). Er lehrte an internationalen Hochschulen und veröffentlichte Werke über historische Garten- und Landschaftsarchitektur, Denkmalpflege und zum Weltkulturerbe der UNESCO. In Deutschland war er beratend tätig für die historischen Gärten in Berlin, Bad Muskau, Schwetzingen und schließ-lich in Kassel. Als Ehrungen wurden im zuteil: Officier in de Orde van Oranje-Nassau, Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ludwig-von-Sckell-Ehrenring der Bayrischen Akademie der Schönen Künste.


    RobertdeJongklein


    Am 1. Oktober verstarb im Alter von 66 Jahren Dr. Robert de Jong. Die Bürger für das Welterbe und alle am Bewerbungsprozess zur Aufnahme des Bergparks in die UNESCO -Welterbeliste haben ihm sehr viel zu verdanken. Auf Grund seines Wirkens erst erhielt unsere Welterbe-Bewerbung den ihr im Zusammenhang mit der Museumslandschaftspla-nung zukommenden Stellenwert. Blicken wir einige Jahre zurück:

    Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Maren Brechmacher-Ihnen, hatte Dr. de Jong zuerst auf einer Diskussionsveranstaltung zum Wiederaufbau der Kuppel des Wilhelmshöher Schlosses erlebt. Sie war beeindruckt von seiner ruhigen Art, sachlich wie kompetent auf der Basis seiner weltweiten Erfahrungen zu argumentieren. Nach einer Veranstaltung in Hannover, wo das Büro Speer und Partner seine umstrittenen Pläne für die Museums-landschaft Kassel vortrug- wir erinnern uns an Ideen wie ein Besucherzentrum in der westlichen Sichtachse des Herkules oder die unterirdische Rolltreppe zum Schloss - , sprach sie Dr. de Jong an: Könne er sich vorstellen dem Verein zu helfen, den drohenden unwiderruflichen Schaden vom Bergpark abzuwenden, der von vornherein eine Anerkennung als Weltkulturerbe zunichte machen würde?

    Er sagte ja, eine Zusage, die der weltweit Tätige schon wenige Monate später einlöste. Am 8. März 2005 sprach Dr. de Jong im vollbesetzten Eulensaal der Murhardschen Bibliothek über die Bedingungen eines Welterbes. Eindringlich wies er auf den not-wendigen Nachweis von Echtheit und Unversehrt-heit eines Denkmals hin, vor allem auf die unab-dingbare Begründung des »außergewöhnlichen uni-versellen Wertes«. An die Museumslandschaftspla-ner gewandt meinte er, jetzt sei der späteste Zeit-punkt, mit der UNESCO in Verbindung zu treten, um das Übereinstimmen ihrer Planungen mit den UNESCO-Zielen zu prüfen. Uns forderte er auf, beim Land, bei der Stadt, bei anderen Kulturgesellschaf-ten nach Partnern und Unterstützern zu suchen.

    Wir konnten erreichten, dass Robert de Jong als be-ratendes Mitglied in das Preisgericht für das Infor-mationszentrum am Herkules berufen wurde. In diesem Zusammenhang regte er bei MHK und Stadt an, ein internationales Beratergremium von ICOMOS-Experten zu bilden. Diese im Vorfeld einer Welterbe-Bewerbung in ihrer Art bisher einmalige Kommission – auch die Bürger für das Welterbe gehörten ihr an - tagte von Januar 2007 bis zum Beginn diesen Jahres halbjährlich in Kassel.

    Stets war Robert de Jong dort ein kluger Ratgeber und ein Anwalt des Parks. Eine Nachricht im August des vorigen Jahres traf uns vollkommen unvorbereitet: Aus gesundheitli-chen Gründen, wie es hieß, könne er künftig nicht mehr an den Kasseler Welterbe-Workshops teilnehmen. Wie schwer die Erkrankung war, wurde uns erst nach und nach bewusst. Er hatte doch noch so viel vor, hier in Kassel und in der Zeit nach seiner Pensionierung.

    Mit ihm haben wir einen überaus aktiven und er-folgreichen, gleichwohl immer freundlichen, hu-morvollen, offenen und geduldigen Menschen ver-loren. Robert de Jong wird uns und allen, die ihn kannten, sehr fehlen. Wir werden ihn immer in eh-render Erinnerung behalten.

    Brechmacher-Ihnen/Fischer


    Die IHK Kassel unterstützt die Welterbebewerbung
    Die Industrie- und Handelskammer Kassel hat eine Wanderausstellung mit Bildern des Fotografen Nik Barlo gestaltet, die an verschiedenen Orten in Kas-sel (z.B. bei BMW, danach in der Königs-Galerie) gezeigt werden soll. Ziel der Ausstellung ist es, das Welterbeprogramm der UNESCO verständlich darzu-stellen und Argumente zu vermitteln, warum der Bergpark Wilhelmshöhe mit seiner einzigartigen Wassertechnik welterbewürdig ist.
    Auf großen Bildtafeln werden die schönsten Seiten des Bergparks gezeigt, und es wird über die Einma-ligkeit der Wasserkünste informiert, also über das „Alleinstellungsmerkmal“ der Kasseler Welt¬erbe-bewerbung, auf das es so ankommt. Auf dieser Wanderausstellung wird unsere Broschüre „Kassel auf dem Weg zum Welterbe - Anstiftung zur Bür-gerbeteiligung“ den Besuchern angeboten.

    Ziel der Aktion ist es, möglichst viele Kasseler für die Bewerbungsaktivitäten zu interessieren, denn es kommt, wie schon ausgeführt, in den nächsten Monaten entscheidend darauf an, die Kasseler Bür-ger für eine emotionale Unterstützung der Bewer-bung zu gewinnen.

    HNA 28.09.201/ Rainer Olten


    Der Welterbeantrag ist fertig
    Am 6. Oktober 2010 stellte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann im Florasaal von Schloss Wil-hemshöhe den Welterbeantrag für den Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe der Presse vor. Er wurde von einer Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern der Mu-seumslandschaft Hessen-Kassel (mhk), der Stadt Kassel, des Hessischen Ministeriums für Wissen-schaft und Kunst und unter Mitwirkung von Vor-standsmitgliedern unseres Vereins (Prof. Fischer, Frau Brechmacher-Ihnen) erarbeitet. Federfüh-rend war das Landesamt für Denkmalpflege. Der Antrag umfasst 190 Seiten Text, eine Fotodoku-mentation mit 200 Aufnahmen und weitere 150 Seiten zur Parkpflege.

    Für die Überzeugungsqualität des Antrags habe es sich gelohnt, frühzeitig Welterbe-Spezialisten der UNESCO mit einzubeziehen, so dass der Präsident des Landesamts für Denkmalspflege und der Welterbebeauftragter des Landes Hessen, Prof. Dr. Gerd Weiß, überzeugt ist, dass der Antrag „zu 95 Prozent sicher“ sei: Die Überzeugung sei im Laufe der Arbeiten immer mehr gewachsen und werde durch die Einschätzungen externer Fachleute bestärkt.

    Der Welterbeantrag wird jetzt von der Kultusminis-terkonferenz geprüft und u.U. vom LfDH überar-beitet, dann ins Englische übersetzt und bis zum 1. Februar 2012 über das Auswärtige Amt an das Welterbezentrum nach Paris übermittelt. Hier be-wertet der Internationale Rat für Denkmalspflege ICOMOS den Antrag für die UNESCO. Das Welterbekomitee wird voraussichtlich im Sommer 2013 eine Entscheidung treffen (ohne dass seine Mitglieder auch nur einmal den Park gesehen und erlebt haben!).

    Übrigens: Der Magistrat der Stadt Kassel und die mhk haben gemeinsam eine Informationsschrift herausgegeben, die in großer Auflage verbreitet wird: „Auf dem Weg zum Welterbe. Wasser-künste und Herkules im Bergpark – einzigartig in der Welt“. Eine sehr gute Zusammenfassung des Projekts „Welterbe Kassel“. Man kann die Schrift auch im Internet betrachten und „downloa-den“.

    (Rainer Olten/HNA 07.10.2010


    Schülerprojekt „Park Wilhelms-höhe“
    Das Friedrichsgymnasium widmete sich Anfang Oktober mit einer Projektwoche dem Bergpark Wilhelmshöhe, die von Frau OStR. Ingrid Finger-ling-Franzbach organisiert wurde. Unterstützt wurde das Projekt von der Museumslandschaft Hessen-Kassel (mhk) und unserem Verein, beson-ders der Jugendbeauftragten, Frau Brigitte Noll.

    Mit diesem Projekt wurden fast alle Schüler des Gymnasiums für den Bergpark interessiert – und sie waren begeistert! Die Schüler entwickelten mit kre-ativer Neugier viele interessante Projekte über und mit dem Park, die sie zum Abschluss der Woche am 7. Oktober bei herrlichem Wetter der Öffentlichkeit präsentierten: Projektthemen waren z.B.: Der Weg des Wassers, Neue Blicke auf das Schloss, Herku-les-Mythos und Rezeption, Die Physik der Wasser-spiele, Park und Literatur, ein Klangparcour durch den Bergpark, Höfische Tänze, Baumführungen …
    Die Projekttage haben bewiesen, dass sich auch heute Jugendliche aktiv und kreativ für Geschichte unserer Heimat begeistern können. Schüler und Lehrer, Eltern und Geschwister haben den Bergpark neu entdeckt. Etwas Besseres kann unseren Bemü-hungen um das Welterbe nicht passieren. Der Ver-ein hat die Projektwoche mit 500 Euro unterstützt.

    Rainer Olten


    Buchempfehlungen
    Wir möchten auf eine Neuerscheinung des Verein für hessische Geschichte und Landeskunde auf-merksam machen: I. Baiers hervorragende For-schungsarbeit zur folgenreichen Italienreise des Landgrafen Karl. Nach seiner Rückkehr initiierte er den Bau der Kaskaden und des Herkules. Die Bür-ger für das Welterbe ermöglichten durch finanzielle Unterstützung die Drucklegung des Werks.

    Irmtraud Baier
    „Ohnvergleichliches Italien“

    Italienreise, Italienbild und Italienrezeption um 1700 am Beispiel des Landgrafen Karl von Hessen
    ISBN 3-925333-56-8
    Ausgezeichnet mit dem »Georg-Landau-Preis« des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde und dem »Kasseler Preis für kunsthistorische Ar-beiten« des Museumsvereins.


    Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Welterbeantrags hat im Mai 2009 in Kassel eine internationale Fachtagung stattgefunden, bei der Ex-perten das von der Unesco für eine Welterbestätte geforderte „Alleinstellungsmerkmal“ konkretisiert und wissenschaftlich untermauert haben.

    Der Band
    „Hortus Ex Machina“
    Der Bergpark Wilhelmshöhe im Dreiklang von
    Kunst, Natur und Technik“
    ISBN 978-3-6062-2382-8
    ist erschienen und im Buchhandel und den Muse-umsshops der mhk erhältlich

    Bergpark-Fotokalender für 2011 zum Sonderpreis für Mitglieder
    Das „kasseler fotoforum“ gibt für das Jahr 2011 ei-nen Fotokalender im Format DIN A 3 heraus. Der Verein unterstützt das Projekt und erhält 50 Exemplare zu Sonderkonditionen. Thema des Kalenders:
    „Der Bergpark morgens um 5“
    Die stimmungsvollen farbigen Fotographien von Michael Wiedemann zeigen den Park in seiner Morgenschönheit, die gewiss noch nicht viele erlebt haben. Im Kasseler Buchhandel kostet der Kalender (Format 42x30 cm) 27,50 Euro

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