
Blick vom Riesenkopfbecken bis zum Oktogon
von Jan van Nickelen (1656 - 1721).
Gemäldegalerie Alte Meister,
Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk)
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EINLADUNG zur
Exkursion zu Schloss und Park Weikersheim am Sonnabend, den 15. Juni 2013
In diesem Jahr führt unsere Exkursion nach Süden, ins Hohenlohesche.
Schloss und Park Weikersheim sind das 'gräfliche' Pendant der barocken Wilhelmshöhe. Hatte Landgraf Karl das Bestreben, seinen Park (und wahrscheinlich auch das Schloss) größer und schöner als alles bisher Dagewesene anlegen zu lassen, war das Bemühen der Grafen von Weikersheim lediglich, auch alles das zu haben, was sich die 'Großen und Mächtigen' als Machtdemonstration schaffen ließen.
So gibt es im Weikersheimer Park natürlich auch vielfältige Wasserspiele, einen Herkules sowie ein umfangreiches Figurenprogramm zur ikonografischen Verherrlichung des Grafen und seiner Regierungszeit. Eine Orangerie mit einer exzellenten Citrus-und Exotensammlung fehlt auch nicht. Allerdings ist alles kleiner gehalten, nicht nur die mehr als 100 noch original erhaltenen Skulpturen, sondern auch die Bauten und sogar die Altstadt, eben einem Duodezstaat angemessen.
Dies alles entstand ab 1709 und ist – nach einigen Wiederherstellungsmaßnahmen im letzten Drittel des 20. Jh. - noch heute so zu besichtigen.
In Weikersheim begleitet uns die Kunsthistorikerin Rosemarie Münzenmayer, die bis zu Ihrem Ruhestand im vorigen Jahr als Referentin bei der Landesbauverwaltung Baden-Württemberg u.a. für Schloss und Park Weikersheim zuständig war. Sie wird unterstützt durch die zuständige 'Kastellanin' Frau Werth und gegebenenfalls Prof. Alfons Elfgang, dem ehemalige Leiter des Referats Grünplanung in der Landesbauverwaltung.
Wir wollen am 15. 6. um 8 Uhr am Bahnhof Wilhelmshöhe mit dem Bus starten. Die Rückkehr wird gegen 19 Uhr vorgesehen. Die Kosten für die Exkursion werden ca. 50 € betragen (Fahrtkosten, Mittagessen und Nebenkosten wie Eintritt, Danke-Präsente etc.). Die Teilnehmerzahl ist auf rd. 30 Personen begrenzt.
Ich bitte um verbindliche Anmeldung bis zum 15. April 2013 unter 0561 3 52 60 oder brechmacher-ihnen@web.de (Bitte Adresse mitteilen).
gez. Maren Brechmacher-Ihnen
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Engagement darf jetzt nicht enden!
Interview: Hardy Fischer vom Verein Bürger für das Welterbe
zu den Aufgaben nach Abgabe des Antrags
Der Antrag, den Bergpark und seine Wasserspiele in das Unesco-Welterbe aufzunehmen, liegt zur Zeit in Paris, dem Sitz der Unesco, vor und wird geprüft. Mit einer Entscheidung des Komitees wird im Sommer 2013 gerechnet. Was unternimmt der Verein „Bürger für das Welterbe“ in der Zwischenzeit? Ein Interview mit dem Vorsitzenden, Prof. Hardy Fischer.
Hat der Verein Bürger für das Welterbe seine Schuldigkeit getan?
Fischer (lacht): Nein, natürlich nicht. Der Ver¬ein unterstützt ja die Bewerbung bis zum Schluss, und seine Aufgabe ist es, die Bürgerschaft dabei mitzunehmen. Die Statuten der Unesco verlangen diese Unterstützung des Welterbeantrags durch die Kasseler Bevölkerung. Und das hat sie ja in der Vergangenheit auch unter Beweis gestellt. Die Kasseler sind aber gerade in diesem Jahr gefordert, sich mit dem Bergpark auseinanderzusetzen und sich das Thema zu eigen zu machen. Wir sind auf der Zielgeraden.

Die Kaskaden im Winter
Warum ist der Verein so wichtig?
Fischer: Der Verein Bürger für das Welterbe hat sich verschiedene Ziele gesetzt: Wir setzen uns beispielsweise mit allen Wiederherstellungsarbeiten im Bergpark auseinander, mit allen Bauten, Veränderungen und Verkehrsfragen. Die werden von den Fachbehörden erarbeitet, aber wir werden von Zeit zu Zeit mit einbezogen und geben Ratschläge. Wir sind sozusagen die Lobby für den Bergpark und seinen Erhalt. Letztlich machen wir die für den Antragsprozess so wichtige Öffentlichkeitsarbeit, von der wir gerade sprachen.
Sind die Mitglieder noch motiviert oder sind sie nach der Herkulesarbeit Weltkulturerbe Antrag müde geworden?
Fischer: Die Mitglieder sind nach wie vor wirklich sehr motiviert. Wir sind jetzt schon so weit gekommen, und wir haben unseren Beitrag dazu geleistet. Zwar ist der Antrag noch nicht positiv entschieden, aber wir sind zuversichtlich, dass dies geschieht. Das Bürgerengagement darf aber mit Abgabe des Antrags nicht zu Ende sein. Das Feuer darf nicht erlöschen. In der Vergangenheit hat das Welterbe-Komitee sogar während des Antragsprozesses noch Umfragen in der jeweiligen Bevölkerung gestartet. Auch die Darstellung in den Medien zählt weiterhin, und das von uns dokumentierte Engagement wird unter Umständen überprüft. Wir bleiben am Ball. Im Verein werden noch eine Menge Ideen ausgebrütet. Beispielweise wird das Welterbe auch beim Kassel Marathon Thema sein.
Wie geht es jetzt mit dem Verein weiter?
Fischer: Da wir davon ausgehen, dass der Antrag angenommen wird, besteht die nächste Herausforderung darin, als Förderer des Bergparks aufzutreten. Wir haben viele Gartenenthusiasten unter uns, die große Lust haben, sich weiterhin für den Bergpark einzusetzen.
(HNA 30.01.2012, Christina Hein)
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Welterbe-Antrag in Paris übergeben
Am 18. Januar 2012 übergab die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Unesco in Paris den Kasseler Welterbe-Antrag "Wasserkünste und Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe". Kernstück der Bewerbung ist ein 280 Seiten starkes Dossier zum "außergewöhnlichen universellen Wert" der Wasserkünste und des Herkules. Hinzu kommt der Managementplan, der auf 190 Seiten den zukünftigen Umgang mit dem Ensemble darstellt. Eine Dokumentation mit 200 Fotos ergänzt den Antrag.

Mit einer Entscheidung des Welterbekomitees der Unesco ist voraussichtlich im Sommer 2013 zu rechnen. Zuvor durchläuft der Antrag ein Prüfungsverfahren, in dem unter anderem der internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS an Ort und Stelle Erkundungen vornimmt und eine Stellungnahme erarbeitet.
(HNA v. 19. Januar 2012)
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„Ausgerechnet Kassel“ …
… titelt die „Wirtschaftswoche“ in ihrer Ausgabe vom 9. Dezember 2011: „Kassel ist die dynamischste deutsche Großstadt. Unter den 50 einwohnerstärksten Städten habe sich keine andere zwischen 2005 und 2010 bei Beschäftigung, Wirtschaft und Wohlstand besser entwickelt.“
Nach einer Studie, die die „Wirtschaftswoche“ und die Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ in Auftrag gegeben haben, „liegt Kassel in punkto Dynamik weit vor Frankfurt und Wiesbaden“. Die Studie „verglich die Städte anhand mehrerer Kriterien, darunter Bildungsgrad, Arbeitslosenquote, Kriminalität und verfügbares Einkommen“. Kassel hatte in diesem Zeitraum ein überdurchschnittliches Wachstum und ein „bundesweit zweithöchstes Beschäftigungswachstum.“
Die Gründe dafür liegen in erster Linie bei der erst 1971 gegründeten Universität und der exzellenten ICE- und Autobahnanbindung. Allein aus der Universität sind durch Neugründungen in den letzten Jahren etwa 15.000 Arbeitsplätze entstanden.
Aber das ist noch nicht alles! In Kassel lebt es sich auch hervorragend. Die Autoren des Magazins "Wirtschaftswoche" ordnen Kassel als diejenige Stadt mit der dritthöchsten Lebensqualität in Deutschland ein. Nur in Freiburg und Münster ist das Verhältnis von Wohn- und Erholungswert, Kultur- und Freizeitangeboten, Bildung, Gesundheit und Verkehrsinfrastruktur günstiger als in der Nordhessenmetropole.
Es ist nicht nur die „gefühlte Lebensqualität“, die man schon immer gespürt hat: „Sehr gut steht Kassel … auch bei einigen messbaren Größen da - so beim Verhältnis von Siedlungs- und Grünflächen sowie bei der Quote von Ärzten und Krankenhausbetten je Einwohner. Auch stehe jedem Kasseler mit durchschnittlich 39,7 Quadratmetern mehr Wohnfläche zur Verfügung als den Einwohnern der meisten anderen deutschen Großstädte.“
Quelle: HNA v. 09. und 12. 12. 2011 und Wirtschaftswoche v. 09. 12. 2011
Nun sollte Kassel auch noch mit dem Weltkulturerbe „Bergpark Wilhelmshöhe“ punkten können. Daran müssen wir arbeiten.
Rainer Olten

Kurzinformationen für Eilige:
10 Jahre auf dem Weg zum Welterbe
Welterbe, was ist das?
Mit Herkules auf den Olymp! Wie oft in den vergangenen Jahren haben wir Beiträge zu den Bemühungen, den Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe in wenigen Jahren auf der UNESCO-Liste des Welterbes der Welt zu finden, veröffentlicht. Eingetragen sind dort die Zeugnisse vergangener Kulturen, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre. Sie sind von derart außergewöhnlicher Bedeutung, dass sie als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen. Ihr Schutz liegt nicht allein in der Verantwortung eines einzelnen Staates, sondern ist Aufgabe der Völkergemeinschaft. So haben es die 187 Vertragsstaaten der UNESCO-Welterbekonvention am vereinbart.
„Welterbe“ ist keine Erfindung der Touristikbranche, wie wohl Welterbestätten allemal einen Besuch wert sind. Es ist einzig und allein die Furcht vor der Zerstörung unwiederbringlicher Kultur- und Naturstätten, die zu dem großen Vertragswerk der Vereinten Nationen geführt hat. Wer wollte dem widersprechen. Verfall oder der Untergang jedes einzelnen Bestandteils des Kultur- oder Naturerbes stellen eine beklagenswerte Schmälerung des Erbes aller Völker der Welt dar. Nicht nur Kriege und hasserfüllte Gewalttaten, auch ökonomische Interessen oder in vielen Fällen Armut bedrohen und zerstören das kulturelle Erbe. Kassel selbst ist in dieser Hinsicht reich an Erfahrungen, ehemals wie heute.
Die Vereinsgründung
Es war vor elf Jahren, als in einem Salongespräch im Wilhelmshöher Schlosscafé, eingeladen hatte Bundestagsvizepräsidentin Dr. Antje Vollmer, das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt im Zusammenhang mit dem Bergpark, Karlsaue und Wilhelmsthal Thema war. Die Absicht, den Bergpark als Welterbe unter den Schutz der UNESCO zu stellen, faszinierte einige der Zuhörer so unmittelbar, dass noch am gleichen Abend eine Initiative für ein Welterbe Kassel entstand.Zwar war der Bergpark bereits in die Bewerberliste möglicher deutscher Welterbestätten aufgenommen worden, eine große Rolle spielte diese Zukunftsperspektive zu dem Zeitpunkt in Kassel nicht. Doch die zunächst noch kleine Gruppe begann sehr schnell die Öffentlichkeit zu suchen, um Bürger, Politik und Verwaltung Kassels zu motivieren. Die Welterbe-Bewerbung sollte ein Thema werden - und es wurde ein Thema. Um handlungsfähiger zu werden folgte 2001 fast zwangsläufig die Gründung des Vereins »Bürger für das Welterbe – Park Wilhelmhöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal«.
Obwohl die Landesregierung, wie zu hören war, erst 2009 mit der Arbeit an den Bewerbungsunterlagen beginnen wollte, setzte der Magistrat der Stadt Kassel im Herbst eine »Arbeitsgruppe Welterbe« ein, an der Stadt und Kreis Kassel sowie das Land Hessen beteiligt waren. Auch die Bürger für das Welterbe wurden zur Mitarbeit eingeladen. Der Kreistag sprach sich deutlich dafür aus, den Schlosspark Wilhelmsthal gemeinsam mit Bergpark und Karlsaue zum Weltkulturerbe anzumelden.
Die ersten Aktivitäten
2002 laden die Bürger für das Welterbe zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion, um die Bedingungen für ein Welterbe Kassel näher zu klären. 2003 bereits wirbt »KasselTourist« bereits auf der Internationalen Tourismusbörse ITB mit dem Slogan „Drei Parks, drei Schlösser“ und mit der Welterbekandidatur. Der Text der Broschüre stammt vom Verein „Bürger für das Welterbe“.Überhaupt, die Werbung für die Bewerbung in der Bürgerschaft ist – neben aller Gremienarbeit – das Anliegen des Vereins seit den zehn Jahren seines Bestehens: Fachvorträge zur Gartenkunst, zum Welterbe; Exkursionen zu historischen Gärten und Welterbestätten, geführt von den verantwortlichen Gartendenkmalpflegern und Gartendirektoren; Themenführungen in den Kasseler Gärten; Diskussionsveranstaltungen zum Thema Welterbe Kassel.
Eine Arbeitsgruppe der Bürger für das Welterbe widmet sich intensiv der Jugendarbeit. Der Wettbewerb »Welterbe – Weltklasse. Macht Euch stark für Euer Erbe« bringt das Thema in die Kasseler Schulen und zieht weitere Kreise. Daraus entsteht das »Sach- und Mitmachbuch für den Bergpark«, inzwischen wegen der stark gewachsenen Nachfrage in mehreren Auflagen erschienen. Die Kasseler Grundschulen erhalten jeweils ein Konvolut des Mitmachbuches für ihren Unterricht.
Tatkräftig unterstützt der Verein mit finanziellen Mitteln die Museumslandschaft Hessen Kassel mhk bei der Wiederherstellung der Pagode im Park und in der museumspädagogischen Arbeit. Hierbei helfen großzügig Sponsoren wie die Sparda-Bank Hessen, die Kali+Salz AG und die Kasseler Sparkasse, das Hessische Kultusministerium, der Ortsbeirat Wilhelmshöhe und viele private Spender.
Kampf gegen Modernisierungspläne
2004, im selben Jahr als die Kasseler Stadtverordneten schon die schützenden Pufferzonen für die potentiellen Welterbestätten Bergpark und Karlsaue beschließen, entsteht ein Gutachten für die zukünftige Museumslandschaft Kassel, zu denen auch die historischen Gärten gehören sollen. 200 Millionen EURO werden für Sanierungsmaßnahmen, Um- und Neubauten nach Kassel fließen, unter anderem für das Herkulesoktogon und die Löwenburg. Das am Ende des Jahres dann vorgestellte Gutachten zur Museumslandschaft löst bei den Bürgern für das Welterbe allerdings größte Besorgnis aus: Der Neubau eines Besucherzentrums am Herkules soll in der Hauptsichtachse entstehen, eine Rolltreppe unterirdisch den Schlossberg hinaufführen, im Landschaftsschutzgebiet ein riesiger Parkplatz gebaut und die historischen Wasserspiele, um sie ständig vorzuführen, mit Pumpwerken versehen werden.Wieder kam die Furcht auf, hilflos zusehen zu müssen, wie ein Kulturdenkmal möglicherweise teilweise zerstört und damit ein Welterbe-Eintrag illusorisch werden würde. Die »Bürger für das Welterbe« wendeten sich energisch gegen diese Vorschläge und forderten Politik und Verwaltung auf, Museumslandschaftsplanung und Welterbe-Bewerbung in Einklang zu bringen und zeitgleich zu beginnen.
Die Situation begann zu kippen. Obwohl es den Bürgern für das Welterbe gelang, den ehemaligen Präsidenten von ICOMOS-IFLA und UNESCO-Berater Dr. Robert de Jong nach Kassel zu holen und zur Mitarbeit in den städtischen und staatlichen Gremien zu bewegen, bringt der 2006 durchgeführte Wettbewerb für das Besucherzentrum am Herkules ein ernüchterndes Ergebnis. Der Siegerentwurf versperrt nach wie vor die Sicht in der barocken Achse. Der Dissens zwischen Juryentscheidung und den Anforderungen an ein potentielles Welterbe ist unüberbrückbar.
In dieser Situation lädt der hessische Staatsminister Dr. Corts ein international besetztes Expertengremium ein, in das auch die Bürger für das Welterbe einbezogen werden. Den Vorsitz übernimmt der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege und neue Welterbekoordinator Prof. Dr. Weiß. In seiner ersten Sitzung, es war am 17. Januar 2007, geschieht das nicht für möglich Gehaltene: Den als Sieger prämierten Entwurf des Besucherzentrums am Herkules stufen die ICOMOS-Experten als »welterbegefährdend« ein. Daraufhin zieht das Land Hessen den Entwurf zurück. »Wir brauchen den Verein nicht aufzulösen!« So zitierte das (k)KulturMagazin nach dieser denkwürdigen Sitzung den Vorsitzenden der Bürger für das Welterbe, der an der Tagung teilgenommen hatte. Und noch etwas wird beschlossen: Die Bearbeitung des Anmeldeantrages soll umgehend beginnen, nicht erst 2009. Damit starten endlich fundierte Vorbereitungen. Die Bürger für das Welterbe haben auch daran sachkundig mitgewirkt.
Der Weg zur Bewerbung ist frei
2007 - das war die Wende. Das Landesamt für Denkmalpflege richtete eine Stabsstelle für die Bewerbung ein. Gemeinsam mit vielen Fachleuten aus Stadt-, Kreis- und Landesbehörden wurde Hervorragendes geleistet. Was seitdem im Einzelnen dort und parallel in der Bürgerschaft geschah, wäre ein eigenes Kapitel.Am 31. August dieses Jahres konnte Staatsministerin Kühne-Hörmann den Kasseler Welterbe-Antrag unterzeichnen. Im Sommer 2013 erwarten wir voller Spannung die Entscheidung der UNESCO.
Hardy Fischer
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Zum Stand der Welterbebewerbung
Nachdem im Jahr 2010 endgültig die Schwerpunkte der Antragsstellung ausformuliert und die wesentlichsten Arbeiten zum begleitenden Managementplan zusammengetragen worden sind – im Dezember 2010 wurde darüber im Rahmen einer Bürgerversammlung im Foyer des Schauspielhauses berichtet - waren in diesem Jahr die Feinarbeiten zu bewältigen. Die Texte mussten stilistisch überarbeitet werden, eine Aufgabe, die der Leitende Ministerialrat im Ministerium für Wissenschaft und Kunst Ernst Wegener mit Bravour bewältigte. Alle Texte waren ins Englische zu übersetzen, Grafiken und das endgültige Layout zu gestalten. Die Quellen und Autorenrechte wurden überprüft und ähnliche ‚Kleinigkeiten’ erledigt.
Inzwischen erfolgte die Vorprüfung des Antrags in seiner deutschen Fassung durch die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), die der Welterbeantrag ohne Mängel und sogar mit Lob bestanden hat.
Am 31. August 2010 konnte Frau Ministerin Eva Kühne- Hörmann im Rahmen eines kleinen Festaktes die Dokumente, die am 1. September offiziell über die KMK zum UNESCO Welterbebüro in Paris geschickt werden sollten, in Anwesenheit nahezu aller an der Erarbeitung der Texte Beteiligten unterschreiben. Die Zeremonie fand im Grottenhof des Bergparks , sozusagen am Fuß des Herkules, bei strahlendem Sonnenschein statt, so dass eine gute Stimmung unter allen Beteiligten garantiert war.
Bis Ende November werden noch die restlichen „Beilagen“ zum Antrag erarbeitet, u. a. ein drei Minuten langes Video über die Wasserkünste und das Herkulesmonument, den herausragenden Elementen unseres Bergparks. Die Herstellung der DVD unterstützt der Verein finanziell gern. Entsprechend wird im Abspann wie auf dem Cover der DVD unser Bürger-für-das-Welterbe-Logo zu sehen sein mit dem Zusatz: »Citizens of Kassel support the nomination«, (die Bürger Kassels unterstützen die Nominierung).
Dann gilt es abzuwarten, was aber nicht heißt, dass es für unseren Verein nichts mehr zu tun gibt. Wir sollten uns überlegen, was wir noch unternehmen können, um die breite Masse der Kasseler Bevölkerung für das Welterbe vor ihrer Haustür zu interessieren und zu begeistern. Diejenigen Nicht-Mitglieder, die an unseren Veranstaltungen, Führungen und der Exkursion teilnahmen und auch diejenigen, die die Beiträge im (k) Magazin lesen, konnten wir schon überzeugen. Aber das sind noch lange nicht genug. Eine Aktion sind z.B. die Kneipenpostkarten.
Im nächsten Jahr werden ICOMOS-Experten Kassel besuchen. Dann sollten sie erfahren können, dass Kassel nicht Dresden ist, sondern dass die Kasseler von der Welterbebewerbung vollständig überzeugt sind.
Übrigens: Die Anerkennung, die unser Verein im hessischen Landes¬amt für Denkmalpflege inzwischen genießt, lässt sich auch daran ablesen, dass Prof. Hardy Fischer in das Nachfolge-Gremium der ICOMOS-Beratergruppe – jetzt ‚Advisory Board Welterbe’ genannt – berufen wurde, die über alle baulichen Maßnahmen der mhk im Bergpark beraten soll.
Maren Brechmachen-Ihnen

